nana d: "Meine Kinder lassen mich ehrlichere Songtexte schreiben und schärfen den Blick aufs Leben"
Die Sängerin nana d. kehrt endlich wieder auf die Bühne zurück. Im Interview erzählt die Linzerin nicht nur, wie ihre zwei Kinder das Sängerinnenleben komplett verändert haben, sondern nimmt auch im Bezug auf die derzeitige Landesbudgetpolitik kein Blatt vor den Mund. Für die Tips-Leser gibt es als Weihnachtsgeschenk exklusiv einen Gratis-Christmas-Song von nana d. als Download.

Tips: Am 17. März steht endlich wieder ein Auftritt von nana d. ins Haus. Warum mussten wir so lange warten?
nana d.: Ja! Ich freu mich sehr! Es war ein langer Weg bis dahin. Ich habe viel komponiert und war auf der Suche nach dem richtigen Klang und auch nach einem schönen Ort für diese Stücke. Und diesen Weg bin ich – im Vergleich zu den Jahren zuvor – etwas langsamer gegangen, weil da jetzt auch noch zwei Kids mit mir gehen, die eben auch ihr eigenes Tempo haben. In manchen Phasen blieb oder besser gesagt bleibt kaum Zeit für Musik. Aber andererseits schärfen sie meinen Blick aufs Leben und lassen mich daher bessere und ehrlichere Texte schreiben. Das Konzert spielen wir übrigens im Schloss Waxenberg im Mühlviertel.
Tips: Womit wirst du die Fans wieder überraschen?
nana d.: Ich habe es nach vielen Jahren des Versuchens nun endlich geschafft, meine Musik in meiner Ur- und Erstsprache – dem Mühlviertler bzw. OÖ-Dialekt – auszudrücken. Ich glaube, dass es mir u.a. gelungen ist, weil es zahlreiche Dialekt-Vorkämpfer gibt, die zeigen, dass diese Sprache nicht automatisch seichte Musik mit sich bringen muss. Und nicht nur die Sprache ist neu, auch der Klang. Mit dabei ist mein musikalischer Lieblingsmensch Andreas Brandner am Klavier und ein neuer Weggefährte am Cello, Davide Zavatti. Ich singe übrigens alles unplugged. Ohne Mikro ist man dem Publikum völlig ausgeliefert. Oder ist es anders rum? (lacht)
Tips: Bei der Nationalratswahl hast du einen lustigen und kritischen Mundart-Vorgeschmack geliefert...
nana d.: Der Song war als Augenzwinker-Song zur Nationalratswahl gedacht. Das Video dazu hat, so finde ich, ganz gut aufgezeigt, wie austauschbar sich politische Parteien mittlerweile visuell präsentieren. Es braucht überhaupt mehr politisches Liedgut. Wahnsinn was aktuell in Sachen oö. Budgetpolitik abgeht. Ich bin übrigens aktive Kultur-, Sozial- und Kinderlandretterin. Wie viele andere auch. Ich hoffe nur, diese vielen Stimmen werden nicht ignoriert.
Tips: Wie verbringst du Weihnachten?
nana d.: Weihnachten hat sich mit den Kindern nicht wirklich verändert. Es ist wahrscheinlich noch aufregender geworden. Wir feiern mit der ganzen Familie. Ich liebe Weihnachten als waschechte Atheistin, weil es ein Abend ist, an dem wir uns Zeit nehmen: zusammensetzen, endlose Gespräche führen, Whisky trinken, meine Mama, meine Schwester und ich Lieder singen und mein Papa von der Couch aus dazu brummt. Den Geschenke-Wahnsinn versuchen wir halbwegs im Griff zu haben. Weniger und das Wenige noch verantwortungsbewusst. Als kleiner Tipp: CDs von hiesigen Künstlern oder Jahresbeiträge für Kultureinrichtungen gehen immer!
Tips: Planst du auch eine neue CD für die neuen Mundart-Songs?
nana d.: Bei meinem aktuellen Tempo würde ein neues Album wahrscheinlich erst in ein paar Jahren fertig werden. Und wer kauft denn überhaupt noch Musik? Da verwende ich die Zeit lieber zum Komponieren und Texten und Konzerte-Spielen.


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