Dietmar Kerschbaum: "Ich will die Kraftbühne im Brucknerhaus öffnen und Begegnungen mit Weltstars ermöglichen"
Ein prall gefülltes Programm mit internationalen Weltstars und neuen Formaten für das junge Publikum will Dietmar Kerschbaum, der neue Chef des Brucknerhauses, in den nächsten fünf Jahren bieten. Im Zeitraum von Bruckners Geburtstag am 4. September bis zu seinem Todestag am 11. Oktober findet ab 2018 das Brucknerfest statt, mit dem er „weltweit strahlen will“.

Eine Öffnung des Brucknerhauses liegt dem neuen Künstlerischen Vorstandsdirektor der Liva Dietmar Kerschbaum am Herzen. Der 47-Jährige will innovative neue Programmpunkte bieten. Hemmschwellen für den Brucknerhaus-Konzertbesuch sollen abgebaut werden – mit Hilfe von fundierten und kostenlosen Einführungsveranstaltungen. „Ich möchte Bruckner richtig anfass- und greifbar machen. Die Leute müssen mitbekommen, wo er gelebt hat, man muss ihn riechen können. Wir wollen Bruckner mit Wolfgang Böck eine Stimme geben“, freut sich Kerschbaum auf seine erste Saison. Das ist aber noch lange nicht alles: „Auch eine Etablierung des Brucknerweges liegt mir am Herzen und ich möchte ein Gastronomiekonzept des Verweilens schaffen. Hier an der Donau ist wohl der schönste Ort von Linz, es ist ein Ort des Innehaltens, der Begegnung“, so der gebürtige Südburgenländer.
Daniel Kehlmann
Mit Stolz, Demut und Neugierde blicke er auf die neue Saison, der er seine ganz persönliche Handschrift verleihen will und verspricht: „Die Besucher dürfen sich auf spannende Momente und unglaubliche Begegnungen freuen.“ Für die Termine mit Festredner Daniel Kehlmann (9. September), Star-Tenor und „der weltweit beste Sänger“ Jonas Kaufmann (26. September) oder Rudolf Buchbinder (23. September) und Cornelius Obonya (15. September) und die insgesamt 30 Brucknerfest-Veranstaltungen gibt es bereits Karten. Auch die klassische Klangwolke soll künftig um 5 Euro Einheitspreis für jeden leistbar werden.
Tradition und moderne Elemente
Auch Bürgermeister Klaus Luger ist von Kerschbaums Qualitäten überzeugt: „Die starke Verschränkung des Internationalen Brucknerfestes mit seinem Namensgeber Anton Bruckner beim nächstjährigen Brucknerfest ist gut gelungen. Sowohl den Geburts- wie auch Todestag in den Festablauf einzubauen, zeugt von einem klaren Bekenntnis. Ebenso ist die Besinnung auf Tradition im Veranstaltungskalender des Brucknerfestes, gekoppelt mit modernen Elementen wie der großen Konzertnacht mit dem Prix Ars Electronica, etwas Besonderes.“
Für gemeinsamen Weg
Auch intern sei nach viel öffentlichem Wirbel und Konflikten mit dem Bruckner Orchester-Chefdirigenten Markus Poschner „alles geklärt. Es tut mir leid, Poschner hineingezogen zu haben. Internes sollte intern bleiben. Ich bin ein Mensch, der lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit blickt. Es hat eine Aussprache gegeben, wir werden einen guten Weg für eine Zusammenarbeit finden“, ist Kerschbaum überzeugt.


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