Gabriele Deutsch in: „Noch ein Glas Champagner und ich liege unterm Gastgeber“
Steyregg/Linz. Die Steyreggerin Gabriele Deutsch porträtiert am 2. Mai im Linzer Brucknerhaus das unkonventionelle Leben der Dorothy Parker. Dabei entdeckt sie hinter der zynischen Fassade eine sensible Frau auf der Suche nach dem großen Glück. Paul Zauner komplettiert den Abend mit Jazzmusik der wilden 20er Jahre.

Ein Abend über das unkonventionelle Leben der Dorothy Parker – Drehbuchautorin, Kolumnistin, Schriftstellerin – wartet auf die Fans von Bühnenstar Gabriele Deutsch. Die Steyreggerin spürt eine tief liegende Faszination für eine der bedeutendsten Autorinnen der 20er Jahre.
Kurzgeschichten
„Ich liebe ihre Kurzgeschichten und ihre humorvolle und faszinierende Art. Obwohl sie nie eine glückliche Beziehung geführt hat, alkoholsüchtig war und Depressionen hatte, schaffte sie es immer, allen Schwierigkeiten mit Humor zu begegnen“, weckt Gabi Deutsch das Interesse auf ihre neue Vorstellung. Sowohl ihre Gedichte und drei Kurzgeschichten werden von Gabriele Deutsch gelesen, aber auch ihrer unglücklichen Seite widmet sich der Abend. In dem biografischen Teil schlüpft Deutsch in die Rolle von Parker. Mit spitzer Feder brachte Dorothy Parker die Abgründe der Society-Seele auf den Punkt. Heute haben ihre Texte Kultstatus.
Faszinierende Persönlichkeit
„An meiner Seite habe ich den Jazz-Posaunisten Paul Zauner und Carlton Holmes (New York) am Klavier“, freut sich Gabi Deutsch schon auf ihren neuen Abend im Brucknerhaus. Zudem wird die sympathische Schauspielerin auch ihre gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen. Bekannte Songs aus Hollywoodfilmen der 20er bis 40er Jahre stehen auf dem Programm, eine Zeit, die Deutsch fasziniert: „Frauen bekamen ein neues Selbstbewusstsein und waren provokant. Haben Rollenmuster auf den Kopf gestellt. So viele Frauen haben für ihre Kunst gekämpft, in vielen Bereichen – in der Literatur, der Malerei, der Mode.“
Spitze Feder
Dorothy Parker war die Königin der „New Yorker Roaring Twenties“: Sie diskutierte mit Ernest Hemingway, verführte F. Scott Fitzgerald und zechte mit Truman Capote. „Von Dorothy Parker gibt es so viele schöne böse Sätze, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Zitieren anfangen soll und man wünscht sich, auch so gnadenlos sein zu können. Das Nettsein bringt ja bekanntlich nichts“, sagt Gabi Deutsch über ihre Rolle und ergänzt: „Ihre Theaterkritiken sind legendär.“
Legendäre Theaterkritiken
Ein Beispiel: „Wäre die Hauptdarstellerin nicht durch eine glückliche Fügung des Schicksals von einem Mitspieler erwürgt worden, hätte ich mich zur Bühne vorgekämpft und die Sache selbst in die Hand genommen.“ Bei langweiligen Stücken rät Parker, Strickzeug mit ins Theater zu nehmen, und über langweilige Bücher schreibt sie: „Dies ist kein Buch, das man mit leichter Hand beiseite legt. Man muss es schon mit aller Kraft in die Ecke schleudern“, textet Parker damals.


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