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LINZ. Premiere feiert Benjamin Brittens Oper „Death in Venice“, nach der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann, erstmals in Linz, im Musiktheater.

Als alternden Dichter Gustav Aschenbach: Hans Schöpflin. Foto: Sakher Almonem
  1 / 4   Als alternden Dichter Gustav Aschenbach: Hans Schöpflin. Foto: Sakher Almonem

Die Produktion im Musiktheater ist eine Koproduktion mit der Opéra Nice und dem Theater Bonn. In Nizza war „Death in Venice“ vor zwei Jahren zu sehen, 2020 steht sie dann in Bonn am Programm.

Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ gehört zu den Höhepunkten der deutschen Literatur. Durch die Begegnung mit einem Fremden wird im alternden Dichter Gustav Aschenbach die Sehnsucht nach dem Süden, der Veränderung, entfacht. Im von der Cholera heimgesuchten Venedig trifft er auf den schönen Knaben Tadzio und verliebt sich in ihn. Er wird ihn aber nie ansprechen ... Die fiktive Biografie Aschenbachs lässt auch viel über Thomas Manns eigene Lebenssituation spekulieren.

„Verdichtung kompositorischen Könnens“

„Death in Venice“ ist die letzte Oper von Benjamin Britten – 1973 wurde sie uraufgeführt, 1976 starb der Komponist. „Britten findet eine eigene Tonsprache, das Werk ist eine Verdichtung all seines kompositorischen Könnens“, so Roland Boer, der die musikalische Leitung inne hat. „Es ist eine farbige, lebendige, echte Musiksprache“, so Boer. Britten habe ein sehr großes Schlagwerk eingesetzt, um nicht nur das Kindlich-Verspielte, sondern auch den Tod zu verklanglichen.

Frage nach der Identität

„Mir geht es um die individuelle Erfahrung, den Sterbeprozess“, so Regisseur Intendant Hermann Schneider. „Die Fragen nach Selbstbestimmung und Identität sind die existenziellen Themen.“

Die Bühne (Bernd Franke) zeigt eine Bibliothek, nachgeahmt nach Thomas Manns Leben – als Symbol des Ortes des Wissens, so Schneider. Auch der Schreibtisch von Mann wurde dafür nachgebaut. „Dieser Raum bricht nach und nach auseinander und wird zu einer Art surrealen Collage, zum Sehnsuchtsort“, so Schneider.

Wie in Nizza singt Hans Schöpflin in Linz die Hauptrolle. Die zweite tragende Rolle – jene des Reisenden und vieler weiterer Parts – übernimmt in Linz Martin Achrainer. Für Schneider stehen diese Figuren für die permanente Wandlung von Identität. Ein großer Part kommt dem Chor des Landestheaters zu, dazu sind mehrere Tänzer (Choreographie Ivan Alboresi) auf der Bühne.

Zu sehen ist die Oper bis 6. Juli, Info: www.landestheater-linz.at


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