Zwei Linzer Wahrzeichen werden 40
LINZ. Hunderttausende Menschen werden mit dabei sein, wenn am kommenden Wochenende zwei Institutionen des Linzer Kulturlebens ihren 40. Geburtstag feiern: die Klangwolke und das Ars Electronica Festival.

Es ist alles angerichtet für den Besuch beim Ars Electronica Festival 2019. Im 40. Jubiläumsjahr nimmt sich das Festival von 5. bis 9. September unter dem Titel „Out of the Box“ der „Midlife-Crisis“ der digitalen Revolution an. Das Jubiläum biete Anlass, zurückzublicken – es sei aber auch ein Muss, sich intensiv damit zu beschäftigen, wie Menschen sich in den Prozess der Digitalisierung hineingebracht haben – so Bürgermeister Klaus Luger.
Ein letztes Mal in der PostCity
Zum letzten Mal wird die spektakuläre PostCity beim Linzer Hauptbahnhof Hauptschauplatz des Festivals sein. „Wer die Location noch nicht gesehen hat, ist selber schuld“, lädt Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer ein, die letzte Chance zu nutzen.
Aber auch viele andere Locations in ganz Linz, darunter das OÖ Kulturquartier, Kunstuni, Bruckneruni und natürlich das AEC sind Spielplätze für eines der weltgrößten Festivals für Medienkunst.
Im Stift St. Florian wird ein eigener Musikschwerpunkt behandelt: Beim „AI x Music Festival“ widmen sich Musiker, Wissenschaftler und Entwickler von Künstlicher Intelligenz in Konzerten, Workshops und Ausstellungen der Interaktion von Menschen und Maschinen.
Über 540 Events werden beim Festival geboten, wenn 1.400 Kreative aus 45 Ländern zu Gast sind. Los geht's bereits am Mittwoch, 4. September mit einem Pre-Opening. Natürlich läuft während der gesamten Festivalzeit das Zukunftsfestival „u19 – Create your future“.
Zahlreiche Highlights für jeden Geschmack
Am Freitag erklingt am Abend die große Konzertnacht „Mahler Unfinished“. Am Samstag darf der Bauernmarkt in der PostCity nicht fehlen, gleichzeitig gibt's den skurrilen Flohmarkt für Dinge aus dem Internet. Auch die „ZusammenHelfen-Konferenz“ findet am Samstag statt.
Am Sonntag wird ab 19 Uhr der Donaupark Schauplatz: Mit der „Episode am Fluss“ findet eine Hommage an die allererste Klangwolke statt.
Der Montag ist traditionell wieder der Music Monday, mit einem hochkarätigen Abschlusskonzert von Maki Namekawa und Dennis Russell Davies - das letzte Konzert in der PostCity.
Zielgruppengerechte Touren werden geboten, um den Weg durch das Programmdickicht zu erleichtern.
Klangwolken über Linz
Hand in Hand mit dem Ars Electronica Festival geht die Klangwolke, die heuer am 7. September, 20.30 Uhr, den Donaupark und die Donau wieder zur riesigen Bühne machen wird. Die erste Klangwolke wurde vor 40 Jahren zur Eröffnung des ersten Ars Electronica Festivals initiiert. Sie war anfangs als reines Klangerlebnis konzipiert, die Menschen stellten ihre Radiogeräte auf die Fensterbänke, um den Klang zu verbreiten.
Der Sonne entgegen
Passend zu einem aktuell großen gesellschaftspolitischen Thema steht unter dem Titel „Solar“ die Sonne im Mittelpunkt der Jubiläumsausgabe „170 Jahre Sparkasse OÖ Jubiläumsklangwolke 19 präsentiert von der Linz AG“. Der britische Regisseur David Pountney stellt die fundamentale Beziehung zwischen Menschheit und der Sonne in den Mittelpunkt, mit einem Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Organisiert wird die Klangwolke in fünf Akten. „Die Klangwolke soll hinterfragen, Probleme aufzeigen, aber auch eine Feier werden“, so Mit-Regisseur und Designer Robert Innes Hopkins.
Die Bühnenbilder reichen von der Sonnenscheibe über den ägyptischen Sonnenwagen und riesige Sonnenanbeter – die in Flammen aufgehen werden – bis zur Ikarus-Figur mit 13 Metern Spannweite und 1.300 Kilo Gewicht (inklusive Stuntman). „Am Ende kommt es zu einer Überraschung und das Publikum kann Teil der Choreografie werden. Wir enden mit einem positiven Bild, einer Art Wiedergeburt“, so Hopkins.
Logistische Herausforderung
Zehn Schiffe und Plattformen, ein Riesenrad sowie ein 250-Tonnen-Kran werden in Szene gesetzt, 140 Statisten sind beteiligt. Zur Visualisierung kommen sechs Großraumprojektoren mit insgesamt 180.000 Lumen Lichtstärke zum Einsatz (Vergleich: eine Kerze hat 10 Lumen). 400 Kostüme, 30.000 Sonnenblumen, 130 Ordner und 250 Personen im Veranstaltungsteam zeigen, welch logistische Herausforderung hinter der Klangwolke 2019 stecken.
Nachklangwolke mit Cesár Sampson
Zum Abschluss findet ein Jubiläumsfeuerwerk statt. Erstmals wird die Klangwolke online auf fidelio übertragen. Ab 21.30 Uhr rockt Cesár Sampson die „Linz AG Nachklangwolke“.
Kinderklangwolke
Tags darauf findet im Donaupark die Kinderklangwolke statt. Mit „Der kleine Prinz in Linz“ wartet eine zauberhaft-poetische Reise ab 14.30 Uhr mit Kinder-Programm, um 16 Uhr startet die Inszenierung.
Am 28. September schließlich findet die Klassische Klangwolke 2019 statt, mit dem Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner. Am Programm stehen Bruckners Sinfonien Nummer drei und neun.


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