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LINZ/GALLNEUKIRCHEN/MAUTHAUSEN. Das bewegende Schicksal der Gallneukirchnerin Hanni Rittenschober hat Erfolgsautor Franzobel zur Grundlage eines Monodramas mit Musik gemacht, das am Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr, im Brucknerhaus uraufgeführt wird. Schauspielerin Maxi Blaha wird Hanni verkörpern. Tips verlost 4x2 Freikarten für die Uraufführung.

  1 / 4   Eine starke Frau, stellvertretend für viele Frauenschicksale: Hanni Rittenschober (l.) mit Schauspielerin Maxi Blaha. Foto: Georg Buxhofer

Am Tag ihres 99. Geburtstags und im Jahr, in dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen sowie seiner Nebenlager zum 75. Mal jährt, kommt die Geschichte einer wichtigen Zeitzeugin und damit zugleich ein exemplarisches Frauenschicksal des 20. Jahrhunderts auf die Bühne.

In ärmsten Verhältnissen gelebt

Hanni Rittenschober aus Gallneukirchen kannte als einfache Magd, Tochter eines Knechts, von klein auf nur bitterste Armut. Mit ihrem Vater wurde sie gezwungen, beim Bau der Baracken für das KZ Gusen mitzuarbeiten, wurde später Zeugin der „Mühlviertler Hasenjagd“ und hat das Unrecht nicht nur erkannt, sondern wo sie konnte, den Opfern auch geholfen. Ihr Mann kehrte 1947 traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft zurück, vertrank und verspielte alles, sodass Hanni ihre sechs Kinder allein durchbringen musste.

Ein Herzensprojekt

Für Franzobel und das Brucknerhaus, sowie für Schauspielerin und Sängerin Maxi Blaha, die die Mühlviertlerin auf der Bühne verkörpert, ist die Uraufführung eine Herzensangelegenheit. „Mich hat fasziniert, die Geschichte der letzten hundert Jahre aus der Sicht eines ganz einfachen Menschen zu erzählen. Hanni war nicht politisch, weder Täter noch Opfer, und doch bilden sich in ihrem Leben die Ereignisse der großen Geschichte ab. Sie hat die Opfer der Mühlviertler Hasenjagd gesehen, das Kriegsende erlebt, sich geweigert, das Holz der KZ-Baracken zu verwenden, und vieles mehr. Sie musste unglaublich viel durchmachen und ist dabei doch immer anständig und humorvoll geblieben. Trotz vieler Enttäuschungen liebend und tolerant. Weltoffen, obwohl sie nie aus Gallneukirchen hinausgekommen ist“, erzählt Franzobel.

Am meisten berührt an der Biografie von Hanni hat den Autor die unvorstelle Armut. „Ihr Vater musste noch in einem Sautrog schlafen, und auch sie hat in heute unvorstellbar bescheidenen Verhältnissen gelebt. Trotzdem ist sie ehrlich geblieben und nicht verbittert. Ihr Lebensmut ist vorbildhaft, insofern steht sie stellvertretend für sehr viele großartige Menschen, einfache Leute, denen man ein Denkmal setzen müsste.“

Hanni stellvertretend für Viele

Schauspielerin Maxi Blaha, die mit ihrer Darstellung ganz unterschiedlicher Frauenportraits schon rund um den Globus aufgetreten ist, wird Hanni auf der Bühne darstellen: „Ich habe Frau Rittenschober mehrmals interviewt und fand ihre Erzählungen über Kindheit, Armut, Nazizeit, Nachkriegszeit immer sehr berührend. Sie steht für mich für viele Österreicherinnen, sie ist eine 'Platzhalterin'. Ich denke, dass viele Frauen in diesem Land Ähnliches geleistet haben und immer noch leisten, aber sie stehen immer im Schatten wichtiger Männer, das wollte ich ändern. Für mich ist es ein Stück über viele Frauen, die unser Land zusammenhalten, die alles ertragen, erledigen, trotzdem positiv und lustig bleiben, die Kinder großziehen, unbezahlte Arbeit machen, ohne die es einfach nicht ginge.“ 

Musik von Komponist Gerald Resch

„Hanni“ ist ein „symphonischer Monolog“, die Musik für das Monodrama stammt aus der Feder des Linzer Komponisten Gerald Resch. „Der Text ist sehr musikalisch und ziemlich durchrhythmisiert, fast wie ein Opernlibretto, nur ohne Arien. Man könnte ihn also vielleicht sogar singen. Gerald Resch hatte alle Freiheiten, damit kompositorisch umzugehen. Ich bin selbst gespannt, was dabei herausgekommen ist“, freut sich Franzobel.

Wolfgang Kogert wird die neue Brucknerhaus-Orgel zum Klingen bringen, mit dabei ist auch das Wiener Ensemble „Phace“.

Inszeniert wird die Uraufführung von Alexander Hauer, renommierter Regisseur und künstlerischer Leiter der Sommerfestspiele Melk. 

Gewinnen

Am 99. Geburtstag von Hanni Rittenschober - am Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr, wird das Stück im Brucknerhaus uraufgeführt. Karten: www.brucknerhaus.at, Tel. 0732/775230.

Tips verlost 4x2 Freikarten.


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