Der Vorhang im Landestheater Linz hebt sich wieder

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 06.06.2020 09:45 Uhr

LINZ. Nach über drei Monaten Zwangspause ist das Landestheater zurück: Für die Zeit von 17. Juni bis 5. Juli wurde ein Sonderspielplan zusammengestellt. Jeweils 100 Besucher können bei den Konzerten, Lesungen und Theater- bzw. Operettenaufführungen live mit dabei sein. Handverlesene Formate warten auf die Besucher. Unterdessen steht auch fest: Das Sommermusical „Bodyguard“ wird 2021 nachgeholt.

Die Freude ist groß im Landestheater Linz. „Endlich können wir wieder spielen, haben unsere Häuser, hat unsere Kunst wieder eine Bestimmung. Und mehr denn je brauchen wir in Krisenzeiten oder danach unsere Theater als Orte der Reflexion und Zerstreuung – wie anders wollten wir leben!?“, fragt Intendant Hermann Schneider.

Vier Abende in den Kammerspielen, zwei Abende im Musiktheater

Am 19. Juni wird der Spielplan für die kommende Spielzeit 2020/21 präsentiert - mit dem Sonderspielplan möchte man dem Publikum das Warten auf die neue Saison verkürzen. Das Schauspiel bringt zweimal vier Abende auf die Bühne der Kammerspiele. Im Musiktheater kann man an zwei Abenden Kulturgenuss live erleben.

Die Aufführungen sind jeweils für bis zu 100 Besucher geöffnet.

„Winterreise“

Im Großen Saal des Musiktheaters wird am 20. und am 27. Juni, 19.30 Uhr, Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ zu hören sein, mit Bariton Martin Achrainer und Thommaso Lepore. Schuberts Winterreise ist ein Wunderwerk emotionaler Erzählkunst. In Hermann Schneiders szenischer Umsetzung werden die 24 Lieder von Liebe und Leid zur Echokammer der Sehnsüchte, cineastisch überwältigend in der Ausstattung von Falko Herold und Patrick Bannwart. Dauer: 90 Minuten, keine Pause.

Operette in Solo-Version

In den Kammerspielen kommt am 17. und am 24. Juni, 19.30 Uhr, Johann Nestroys Operette „Häuptling Abendwind oder das gräuliche Festmahl“ auf die Bühne - in einer Solo-Version von und mit Christian Higer. Die Operette in einem Akt (90 Minuten, keine Pause) mit Musik von Jacques Offenbach ist eine sozialkritische Satire über Wilde und Zivilisierte. Nestroy entführt das Publikum in seinem letzten Stück (1862) in das exotische Ambiente einer Südseeinsel, hohe Politik wird dort gepflogen, Indianerhäuptlinge atmen den Charme von Wiener Hausmeistern und den Höhepunkt bildet das obligatorische Festbankett. Nur: Was kann der Kannibalenhäuptling auftischen, wenn die Zahl seiner Steuerzahler schon empfindlich dezimiert wurde?

Helmuth Häusler: Monolog „Judas“

Helmut Häusler wird am 18. und 25. Juni den Monolog „Judas“ der flämischen Autorin Lot Vekemans in den Kammerspielen zur Aufführung bringen. Wer war Judas wirklich? In dem Stück kann Judas seine Geschichte aus eigener Sicht vortragen – seine Wut, Enttäuschung und Sehnsüchte zum Ausdruck bringen, ohne die Verantwortung für sein Handeln abzustreiten. Ist es ein Schuldbekenntnis oder eine raffinierte Verteidigungsrede? Dauer: 70 Minuten, keine Pause.

Brecht-Lieder

„Und küss mich nicht im Gehen“, unter diesem Titel bringen am 19. und 26. Juni, 19.30 Uhr, Katharina Hofmann, Gunda Schanderer und Angela Waidmann Brecht-Lieder (vertont von Hanns Eisler, Kurt Weill, Franz Bruinier und Paul Dessau) in die Kammerspiele. Am Klavier: Nebojša Krulanović. Dauer 60 Minuten, keine Pause.

„Ich bin kein guter Mensch“

Ein Doppelmonolog mit Markus Ransmayr ist am 20. und 27. Juni, 19.30 Uhr, in den Kammerspielen zu hören. Schauspieler Markus Ransmayr stellt in zwei aufeinanderfolgenden Monologen zwei tragische Entertainer vor, deren grundverschiedene Auftritte eins verbindet: Beide finden in einem Hotel statt. Beiden treten apokalyptische Retter entgegen, deren Auftritte absolut unvertretbar und zugleich unverzichtbar sind. Zunächst in der Gestalt eines nordamerikanischen Predigers, der radikal mit unserem Glauben an einen gütigen Gott aufräumt. Dann als verstörter Fachmann für das Überleben in Extremsituationen. Dauer 70 Minuten, keine Pause.

Das Opernstudio verabschiedet sich

Das OÖ Opernstudio nutzt die Öffnung des Musiktheaters und verabschiedet sich von seinem Publikum, im Rahmen des 70. Sonntagsfoyers des Vereines „Freunde des Linzer Musiktheaters“, am 28. Juni, 11 Uhr, im HauptFoyer des Musiktheaters. Mit dem Ende dieser Spielzeit endet auch die Zeit der aktuellen Mitglieder des Oberösterreichischen Opernstudios in Linz. In den vergangenen zwei Jahren hatten die sechs Sängerinnen und Sänger Gelegenheit, unter der Obhut des Studioleiters Gregor Horres erste Schritte in den professionellen Theateralltag zu unternehmen. Unter dem Titel „Die Tür der Zukunft“ werden mit Gesprächen und viel Musik das Publikum und die Studiomitglieder noch einmal Gelegenheit haben, die gemeinsame Zeit und die Studioproduktionen der letzten beiden Spielzeiten wie „The Transposed Heads“, „Polnische Hochzeit“, „The Rape of Lucretia“ oder „Die Schule oder Il matrimonio segreto“ Revue passieren zu lassen.

Junger Klassiker: Jugendtheater

Auch auf das junge Publikum wird natürlich nicht vergessen: Das Junge Theater zeigt aus der Reihe „Junge Klassiker“ das Stück „Faust Short Cuts“ nach Goethe. Nie wird hier der Faust gespielt! Das beste Stück aller Zeiten! Und daher besetzt ein schlechtgelaunter junger Mann jetzt das Theater. Solange, bis der Klassiker aufgeführt wird. Und erzählt währenddessen von seinem ersten Erlebnis mit Faust, damals, als er noch ein fast-schon-erwachsener Kinderstatist war. Ein Best-of des ersten Teils der Tragödie – mit einigem Augenzwinkern und viel Nostalgie für alle von 13 bis 99 Jahren. Die Fassung von Nele Neitzke ist am 1. und 5. Juli, jeweils 18 Uhr, in den Kammerspielen zu sehen, auf der Bühne: Friedrich Eidenberger. Dauer: 70 Minuten, keine Pause.

Kartenservice

Das Kartenservice im Musiktheater ist ab Montag, 15. Juni wieder zu folgenden Zeiten geöffnet und auch telefonisch erreichbar: Montag 10 bis 13 Uhr, Dienstag 10 bis 13 Uhr, Mittwoch 15 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Öffnungszeiten ist das Kartenservice per Email an kassa@landestheater-linz.at erreichbar. Die Abendkassen im Musiktheater und im Schauspielhaus sind ab 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn besetzt.

Sommermusical „Bodyguard“ auf 2021 verschoben

Unterdessen steht auch fest: Das Musical-Gastspiel „Bodyguard“ fällt heuer aus - die aufwändige deutsche Inszenierung des Erfolgsmusicals nach dem gleichnamigen Film mit Superstar Whitney Houston wird dafür 2021 nachgeholt.

Termine folgen in Kürze. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

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