Saisoneröffnung und Künstler-Editionen im Kunstraum Memphis
LINZ. Wie kann in der gegenwärtigen Situation ein Kunstbetrieb funktionieren, dessen wichtigste Akteure – Künstler und Publikum – buchstäblich den Kontakt zueinander verlieren? Dieser Frage widmet sich der Kunstraum „Memphis“ an der Unteren Donaulände 10 mit neuen Formaten und Angeboten. Ab Herbst wird das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm erweitert.

Zur Saisoneröffnung am 22. September werden erstmalig limitierte Editionen von Künstlern präsentiert, die bereits in früheren Memphis-Ausstellungen vertreten waren. Die ersten sechs Arbeiten stammen von Isabella Auer, Sara Decristoforo, Rainer Gamsjäger, Robert Müller, Ulrich Nausner und Estefania Peñafiel Loaiza.
Vertiefender, persönlicher Einblick in das Schaffen junger Künstler
Zudem bietet der Kunstverein erstmals verschiedene Arten von einfachen bis fördernden Mitgliedschaften an. „Es geht darum, Kunstschaffende und Kunstinteressierte zusammenzubringen, gewisse Hemmschwellen zu überwinden, direkten Austausch zu ermöglichen und zu forcieren“, so Jakob Dietrich, der den Kunstraum zusammen mit Kai Maier-Rothe betreibt.
Mitglieder erhalten vertiefte Einblick in das Schaffen junger Künstler, können unterstützend aktiv werden und genießen weitere Vorteile. Durch Publikumsgespräche und Veranstaltungen zu Praxis und Theorie von Gegenwartskunst soll der Raum als Ort der offenen Diskussion und Kommunikation mehr Sichtbarkeit bekommen.
„Wir schaffen dafür einen überschaubaren, persönlichen Rahmen und setzen dabei auf kleine zusätzliche Veranstaltungen im kleinen Kreis. Nicht nur aufgrund der Corona-Vorgaben, sondern als Bereicherung in beide Richtungen: Künstler und Publikum profitieren davon. Das belebt auch die lokale Szene“, hofft Maier-Rothe.
Das Modell wurde abgesehen von den Vermittlungsaspekten auch aus finanziellen Gründen ins Leben gerufen, „um mehr Spielraum für unsere Projekte zu haben“, ergänzt Dietrich. „Es ist kein Geheimnis, dass die Lage für Kunstschaffende und Kunstraumbetreibende nicht erst seit März 2020 prekär ist. Um in der jetzigen Situation auch weiterhin spannend programmieren und interessante Künstler einladen zu können brauchen wir Handlungsfreiheit und Sicherheit, auch abseits von öffentlichen Subventionen.“
Zeigen, was in Linz möglich ist
Verstärkt angesprochen werden soll das Publikum außerhalb der eigenen Szene, vor allem das lokale. „International werden wir recht gut wahrgenommen. Es gibt eine starke Vernetzung über die Stadtgrenzen hinaus, die sich über die Jahre sehr positiv entwickelt. Wir legen in den Ausstellungen großes Augenmerk auf eine Ausgewogenheit von regionalen und internationalen Künstlern, auch unser Publikum reist mittlerweile von außerhalb an. In Linz ist der Schritt aus der eigenen Blase sehr schwierig.“
Das soll sich ändern. Unter dem Aspekt der Vermittlung will sich der Kunstraum einem breiteren Publikum öffnen, Anreize schaffen, sich mit Gegenwartskunst zu beschäftigen. „Wir wollen mehr Menschen ansprechen, dafür begeistern, was in dieser Stadt in bestimmten Räumen passiert. Was hier möglich ist!“
Auftakt am 22. September
Am 22. September eröffnet der Kunstraum Memphis die neue Saison, mit der Präsentation der ersten Editionen in Anwesenheit der Künstler. Beginn ist um 19 Uhr, an der Unteren Donaulände 10 in Linz.
Mehr Infos unter www.memphismemph.is; Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 13 bis 18 Uhr.


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