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LINZ. „Wir haben den ersten Frust über das Zusperren in Neugier und Schaffensfreude umgewandelt“, zieht Manfred Forster vom Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel Bilanz – und so soll es auch weitergehen. „Wir wollen unseren Besuchern ein kontinuierliches Veranstaltungsprogramm anbieten und unseren Künstlern ein verlässlicher Partner sein, der sie in ihrem künstlerischen Wirken unterstützt“, betont Forster mit Blick auf die Herbstsaison 2020/2021.

Vor den Veranstaltungen nehmen die Familien in Wartekojen Platz. (Foto: Kuddelmuddel/pö)
  1 / 4   Vor den Veranstaltungen nehmen die Familien in Wartekojen Platz. (Foto: Kuddelmuddel/pö)

Dass hinter dem Programmspektrum des Kuddelmuddels ein Team stehen muss, das gut zusammenarbeitet, ist unabdingbar. Durch den Lockdown im Frühjahr wurde dieses Zusammenspiel nochmal getoppt. Gemeinsam wurden Strategien entwickelt, Programme erarbeitet und diskutiert. Forster beschreibt: „Wir wollten da sein, uns sichtbar machen, zeigen, dass wir weitermachen und uns den Bedingungen, die an uns gestellt worden sind, anpassen werden, ohne unsere Kunden oder Auftragsnehmer zu gefährden. Sei es in gesundheitlicher Hinsicht oder in finanzieller, da doch viele Veranstaltungen abgesagt werden mussten, mit deren Einnahmen die Künstler kalkuliert hatten.“

Mit Veranstaltungen raus ins Freie

Nach Online-Angeboten während des Lockdowns wurde der Spielplan mit Juni wieder aufgenommen. „Alle angebotenen Veranstaltungen waren ausverkauft, was wir als wichtiges Signal wahrgenommen haben. Auch die Serie „Altstadt Märchenzeit“ wurde durchgeführt und war immer restlos ausgebucht“, so Forster. So wurde auch die Idee der „Kumu on Tour“, die für die 30-Jahre-Feierlichkeit angedacht war, vorangetrieben, ausgebaut und erweitert. „Raus ins Freie mit unseren Veranstaltungen! Das wurde zu unserem Credo. Und, wir probieren andere Möglichkeiten aus, um unsere Kulturangebote über die Bühne zu bringen“, resümiert Forster.

Dazu wurde ein Konzept für Kinder erstellt, das einen möglichst unbeschwerten Zugang zu Kulturveranstaltungen ermöglicht und zumindest einen Hauch von Zerstreuung, im Sinne von Entspannung und Ablenkung, mit sich bringt. Außerdem wurden passende Veranstaltungsorte ausgewählt und ein Programm mit den jeweiligen Künstlern entwickelt, das den Kindern auch eine thematisch kreative Beteiligung ermöglichen konnte, dennoch aber den Hygienebedingungen entspricht.

Doppelte Kinderklangwolke

Sensibel und möglichst unaufgeregt die Covid19-Richtlinien einzuhalten und an die kleinen und großen Besucher weiterzugeben, war auch ein großes Thema bei der Organisation der Kinderklangwolke. So wurde die Idee geboren, die Kinderklangwolke zu verdoppeln und an zwei Standorten anzubieten, außerdem das Platzkontingent zu regulieren und dieses dabei aktiv mit den „Kulturfleckerln“ (in Form von Picknickdecken) zu definieren und einen Livestream über die neue Kinderklangwolken-Webseite anzubieten.

„Das Feedback, das wir dazu bekommen haben, war großartig. Oft wurden wir darauf angesprochen, wie willkommen sich unsere Besucher gefühlt haben, weil wir im Vorfeld die Plätze vorbereitet haben und wie wertschätzend unser Kinderkulturangebot angenommen wird. Wir freuen uns, wenn sich die Leute bei uns wohlfühlen und ihnen die Veranstaltung gefällt. Wenn wir derartige Rückmeldungen erhalten, dann ist das Balsam für uns und dann zahlt sich der organisatorische Mehraufwand richtig für uns aus“, freut sich Manfred Forster.

Sommerwerkstätten fast zur Gänze durchgeführt

Nach einigen Adaptierungen, wie der Reduktion der Teilnehmeranzahl und der Anpassung der Veranstaltungsorte und Werkstätteninhalte, wurde auch das Sommerwerkstättenprogramm wieder positiv aufgenommen. Insgesamt konnten 17 Wochenblöcke durchgeführt werden, lediglich zwei Werkstätten, das Tanzen für Kleinkinder, mussten abgesagt werden. Somit waren in den Sommerferien etwa 260 Kinder je eine Woche lang aktiv und kreativ mit dem Kuddelmuddelangebot. „Auch hier bestätigt sich, wie wichtig das direkte Erleben von kulturellen Veranstaltungen, das aktive und kreative, analoge Tun und die soziale Interaktion (auf Abstand, aber doch direkt) mit Gleichgesinnten gerade für die junge Generation ist“, so Forster.

Gerüstet für die kommende Herbstsaison

Im Kuddelmuddel ist man für die Saison 20/21 gerüstet – wenn auch mit einigen Neuerungen. Vorstellungstage sind Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag. Im Foyer steht für jede Familie eine Wartekoje bereit, während der Vorstellung wird auf Familieninseln Platz genommen. „ Wir können die Familien nicht schon 20 Minuten vor Beginn in den Saal setzen, für manche Kinder ist das ruhige Sitzen-bleiben eine zu große Herausforderung. Deshalb haben wir im Eingangsbereich Wartekojen aufgebaut, von denen die Familien dann einzeln in die Saal geholt werden, um Ansammlungen zu vermeiden“, erklärt Forster. Daraus resultiert, dass pro Tag maximal eine Veranstaltung am Vormittag, Nachmittag oder Abend stattfinden kann, da die Wartekapazitäten ansonsten nicht ausreichen würden. „Früher lag der Fokus darauf, welche inhaltlichen Schwerpunkte wir setzen, seit heuer ist dazugekommen, wie wir das ganze so organisieren, dass sich unsere Besucher sicher und wohlfühlen“, schmunzelt Forster.

Derzeit können pro Veranstaltung 30 bis 45 Plätze vergeben werden, früher waren es zwischen 80 und 100. „Unsere Einnahmen sind dementsprechend auf 40 Prozent geschrumpft“, so Forster, „das ist ein Batzen Geld, der uns gerade abgeht.“ Es gibt aber eine Unterstützung von der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich.

Trotz deutlich höherem Aufwand lässt sich das Kuddelmuddel auch nicht davon abhalten, Kinderbetreuungseinrichtungen zu bedienen. Für viele Schulen und Kindergärten sei es derzeit nicht möglich ins Kinderkulturzentrum zu kommen, „deshalb haben wir ein Programmangebot zusammengestellt, mit dem wir gerne direkt in die Einrichtung kommen“, samt Bühne, Lichttechnik und allem was dazu gehört.

Und das steht diesen Herbst am Programm

  • Zwei für mich, einer für dich Rund um die Frage des Teilens dreht sich das Figurentheater „Zwei für mich, einer für dich“ vom theater mOment. Verzichten? Oder doch lieber nehmen, was man kriegen kann, nach dem Grundsatz mehr ist mehr? Aber dann gibt‘s Ärger und miese Stimmung. Dicke Luft. Denn beim Teilen hört die Freundschaft auf! Oder fängt sie da erst richtig an? Bär und Wiesel geraten sich gewaltig in den Pelz! Weil teilen echt schwer ist. Die Premiere findet am 11. Oktober um 15 Uhr im Kuddelmuddel statt, weitere Spieltermine sind für 12. Oktober und 1. November geplant.
  • Die Schnecke im Universum Performance (Kumulino) || Toihaus Theater (Salzburg) Eine Schnecke ist eine Schnecke ist eine Schnecke. Sie ist rasend langsam und rast langsam. „Ist heute schönes Wetter?“, fragt die Schnecke. „Nein, es regnet.“, antwortet der Musiker. „Mein‘ ich doch, also ist schönes Wetter, dann komm‘ ich jetzt mal raus!“, erwidert die Schnecke und streckt die Fühler. So macht sich die Schnecke auf die Reise und erkundet die Welt. Sie erkundet das Universum auf spiralförmiger Bahn. Oder träumt zumindest davon: Denn wenn sie groß ist, wird sie Astronautin. Das fantasievolle Stück mit Tanz und Live-Musik vom Toihaus Theater wird für alle ab 1 Jahr am 16. und 17. Oktober im Kepler Salon aufgeführt.
  • Farm der Tiere Auf die „Farm der Tiere“ entführt Max Tröbinger am 23. Oktober in seinem Puppenspiel im Kuddelmuddel. Etwas regt sich auf der Farm – ein Funke, ein Gedanke, eine Revolution. Die Tiere haben genug von der Unterdrückung des Bauern. Sie lehnen sich auf, um eine neue Welt zu erschaffen. Eine Welt in der alle Tiere gleich sind. Doch sind sie das? Oder sind manche gleicher?
  • JJJ feat. Viola “Miiiiiiiiir feeeeeeehlt etwaaaaaaas”, schluchzt Viola und singt im nächsten Augenblick “Do is a ned, dort is a ned, suach I vergebns, des is jo bled!” Viola sucht etwas. Etwas Schönes. Etwas Wunderbares. Während sie singender- und musizierenderweise alle ihre grünen Lieblinge besucht, mit den Entchen um die Wette Rock ‘n‘ Roll tanzt, mit Gummistiefeln ihre Grießnockerlsuppe verspeist oder in der Sonne nach kalten Eiswürfeln verlangt, helfen ihr Musiker und das Publikum immer wieder beim Suchen. Aber kann Viola letztendlich auch finden, was sie sucht? Bei diesem kurzweiligen Konzerterlebnis zum Mitmachen präsentiert Judith Koblmüller ihre neue CD. Für alle ab 4 Jahren am 26. Oktober im Kuddelmuddel.
  • Tek & Tük Im Figurentheater „Tek & Tük“, nach dem gleichnamigen Buch von Margit Zierhut, leben die Grünlinge auf der einen Seite des Hügels und die Gelblinge auf der anderen. Gelblinge und Grünlinge können einander nämlich nicht ausstehen. Das war immer schon so und das wäre auch immer so geblieben, wenn da nicht der neugierige Gelbling Tek und der neugierige Grünling Tük gewesen wären. Beide gehen von zu Hause weg, um auf die andere Seite des Hügels sehen zu können. Tek und Tük lernen einander kennen und schließen Freundschaft. Für alle ab 3 Jahren zu erleben am 2. November im Kuddelmuddel.
  • Allein daheim Mit „Allein daheim“ erzählt das Clownduo Herbert und Mimi am 22. November im Kuddelmuddel ein Stück über das Gewinnen und Verlieren. Kaum ist die Katze aus dem Haus, feiern die Mäuse eine Party. Herbert und Mimi sind allein daheim. Eigentlich sollten sie schlafen. Aber das Sandmännchen ist schon wieder fort. Um müde zu werden, spielen die beiden ein Spiel. Und dann noch ein Spiel. Und entdecken dabei die Freude des Gewinnens und das Leid des Verlierens. Und plötzlich ist nichts mehr so wie es sein sollte. Das totale Chaos. Doch mit Hilfe des Publikums richten sich Herbert und Mimi im Durcheinander so ein, dass die Welt wieder in Ordnung ist.
  • Frau Meier, die Amsel Das Mezzanin Theater ist am 29. und 30. November mit dem Figurentheater „Frau Meier, die Amsel“ zu Gast im Brucknerhaus – eine bezaubernde Geschichte, die zeigt, wie man über sich selbst hinauswachsen kann. Theater Frau Meier macht sich Sorgen, große und kleine. Sie könnte von der Leiter fallen, der Strom könnte ausfallen und sie würden im Dunkeln sitzen oder ein Autobus voll mit Schulkindern könnte bei dichtem Nebel von der Straße abkommen und in ihren Garten stürzen – mitten ins Gemüsebeet. Eines Morgens hat sie jedoch wirklich einen Grund zur Sorge: In ihrem Garten findet sie eine junge Amsel die gerade aus dem Nest gefallen ist. Frau Meier nimmt „Piep“ sofort unter ihre Fittiche. Eine abenteuerliche Zeit beginnt. Piep gedeiht und wächst, nur mit dem Fliegenlernen will es nicht so recht klappen. Frau Meier versucht es ihm vorzumachen und fliegt…
  • Kasperl & Co und der Nikolaus Am 6. Dezember werden Kasperl & Co aus Wien zu uns ins Kuddelmuddel kommen und sogar den Nikolaus mitbringen.
  • Kasperltage im Jänner Von 2. bis 6. Jänner heißt es dann Bühne frei für die Linzer Kasperltage im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel. Mit von der Partie sind die Puppenbühne Zappelfetzn aus Tirol, Puppenspielerin Kristine Stahl aus Deutschland, der Original Wiener Praterkasperl und das Figurentheater Gerti Tröbinger.

Das weitere Programm für 2021 wurde noch nicht konkret festgelegt.

Linzer Puppentheater und Theater des Kindes

Die im Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel ansässigen Kulturpartner, das Linzer Puppentheater und das Theater des Kindes sind selbstverständlich weiterhin fixer Bestandteil im Programm.


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