Meister des Fotorealismus: Franz Gertschs 70er-Jahre im Lentos

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Kein Foto, sondern gemalt: Franz Gertsch "Medici", 1971/72 - Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung (Foto: Franz Gertsch, Foto: Dominique Uldry, Bern)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 29.10.2020 20:05 Uhr

LINZ. Monumentale, fotorealistische Werke füllen aktuell den großen Ausstellungssaal des Linzer Kunstmuseums Lentos. Das Lentos widmet dem international bekannten Schweizer Künstler Franz Gertsch eine Sonderausstellung. 2020 feierte er seinen 90. Geburtstag. 21 Werke, die Gertschs entscheidende Schaffensphase, die 70er-Jahre, beleuchten, sind zu sehen. Zu sehen ab 30. Oktober.

„Wir sind stolz und froh, diese Ausstellung präsentieren zu können – es ist einmalig, an so einer Ausstellung mitwirken zu können“, freut sich Lentos-Direktorin Hemma Schmutz. Die Schau ist eine Kooperation mit dem Museum Franz Gertsch in Burgdorf, das Gesamtkonzept stammt von Angelika Affentranger-Kirchrath, für Linz wurde die Schau von Elisabeth Nowak-Thaller kuratiert.

Alleine die Größe der Bilder, die im Lentos zu sehen sind, hätten die Ausstellung zu einer Herausforderung gemacht, so Nowak-Thaller. „Diese Riesen-Werke mussten für den Transport abgespannt und im Lentos wieder auf Keilrahmen gespannt werden.“

Ein Live-Erlebnis im Museum

Gertsch ist einer der wichtigsten Vertreter des Foto- und Hyperrealismus. „Aus der Entfernung wirken die Bilder wie Fotos, wenn man näher kommt, sieht man die detaillierte Arbeit“, ist Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer begeistert. „Trotz schwieriger Zeiten kann man Kunst im Museum erleben – online wäre dies nicht so möglich wie hier vor Ort“, lädt sie ein.

Für seine bedeutenden Werke in den 70er-Jahren ging Gertsch von Fotos bzw. Diaprojektionen aus, dennoch folgen die Bilder einer eigenen Logik. „Das Werk von Gertsch ist gerade deshalb besonders, weil es sich um die Darstellung des Bei-sich-Seins, des Versunkenseins in den Augenblick handelt, wodurch in besonderer Weise Persönlichkeiten und Individualität sowie die damit verbundene Freiheit zum Ausdruck gebraucht wird“, so Hema Schmutz.

Wählte Gertsch zu Beginn der 70er Jahre seine Familie als Hauptmotiv, waren solche Persönlichkeiten später dann zum Beispiel Musikerin Patti Smith und auch Künstler Luciano Castelli. Im Kabinett im Lentos ist Castelli zeitgleich die Ausstellung „Reckenbühl“ gewidmet.

Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs

Die 21 Arbeiten, die in den 70ern entstanden sind und aus verschiedensten Museen und Sammlungen renommierter Museen stammen, dokumentieren eine Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs, das Entstehen neuer Jugendkulturen. Eines dieser bekannten Werke, mit denen Gertsch 1972 auch den Durchbruch schaffte, ist „Medici“, „die abgebildeten jungen Künstler vermitteln den Zeitgeist der 70er“, so Nowak-Thaller. Nur Sieben Wochen brauchte er für dieses monumentale Werk, ansonsten nahm sich Gertsch, der auch jetzt mit seinen 90 Jahren noch leidenschaftlich malt, rund ein Jahr Zeit für ein Werk.

Gemeinsam mit Burgdorf ist auch ein Katalog zur Ausstellung erschienen, „der auch Detailansichten der Werke beinhaltet und seine Malweise vermittelt“, so Schmutz.

Luciano Castelli sprengt Gender-Grenzen

Luciano Castelli war nicht nur Modell von Franz Gertsch, sondern selbst Künstler. Im Lentos-Kabinett wird ihm zeitgleich eine Ausstellung gewidmet. Der Künstler hatte in der Jugendstilvilla Reckenbühl in Luzern kunstvolle Partys gefeiert, Castello sprängte mit seinen Fotoserien schon früh Gender-Grenzen – in schrägen, schrillen Outfits und passender Maskerade.

Zu sehen sind die Ausstellungen „Franz Gertsch. Die Siebziger“ und „Luciano Castelli. Reckenbühl“ bis 21. Februar 2021. Infos zu Sonderführungen und Veranstaltungen unter www.lentos.at

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