Lentos und Nordico arbeiten an EU-Geschichtsprojekt mit

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 26.11.2020 20:19 Uhr

LINZ. Das EU-Projekt MemAct!, das neue Methoden für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus entwickelt hat, startet. An der internationalen Kooperation sind auch das Lentos Kunstmuseum und das Nordico Stadtmuseum beteiligt.

Das EU-Projekt MemAct! hat die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Museen, Gedenkstätten und Schulen zum Ziel. Im Detail verbindet eine internationale Arbeitsgruppe aus verschiedenen Disziplinen partizipative Formen der Geschichtsvermittlung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Antisemitismus, Rassismus oder Diskriminierung.

Verantwortung von Museen und Bildungseinrichtungen

So soll etwa eine Online-Tool Vermittler und Pädagogen bei der Bildungsarbeit im Bereich des Holocaust unterstützen. Für 2021 sind die Ausstellungen „Der junge Hitler“ im Nordico Stadtmuseum und „Transformation und Wiederkehr“ im Lentos Kunstmuseum geplant. Beide Ausstellungen setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Auswirkungen auf die Gegenwart auseinander. „Museen und Bildungseinrichtungen tragen eine spezifische Verantwortung für den Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus und für die zugehörige Vermittlungsarbeit. MemAct! bietet die Gelegenheit, die Museen der Stadt Linz als Knotenpunkt in diesem Forschungsbereich zu etablieren und sich international zu vernetzen“, erläutert Hemma Schmutz, Direktorin der Museen der Stadt Linz.

Bis Frühling 2021 wird eine Webseite erarbeitet, die Pädagogen, Forschern und Aktivisten aus der Geschichtsvermittlung Einblicke in das Projekt bietet und zu Projektende neue Vermittlungsmethoden vorstellt. „Wir wollen mit dem EU-Projekt zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Methoden der Geschichtsvermittlung als politische Bildungsarbeit beitragen“, sagt Karin Schneider, Leiterin der Kunstvermittlung der Museen. Außer Schneider gehören die Holocaust Education Experten Paul Salmons und Wolfgang Schmutz sowie Gisela Hagmair als Unterstützung des Projektmanagements zur MemAct!-Arbeitsgruppe der Museen der Stadt Linz. Das Projekt wird gemeinsam mit Partnern aus Österreich, Deutschland, Polen, Serbien und der Slowakei umgesetzt. Teilnehmer sind der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, die Pädagogische Hochschule Oberösterreich, der Verein Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt, die Vermittlungsabteilung des Galicia Jewish Museum in Krakau, die Initiative Terraforming South – Improving teaching and learning about the Holocaust aus Novi Sad und die Non-Profit-Organisation EDAH aus Bratislava. Bei einer Videokonferenz Anfang November fiel der Startschuss für die internationale Zusammenarbeit.

Unterschiedliche Vorerfahrungen

Die Arbeitsgruppe hat unter anderem Erfahrungen in der Erstellung von Material für Lehrer, in der Vermittlungsarbeit des Schlosses Hartheim, in kunstbasierten Methoden der Vermittlung von Zeitgeschichte und in der Gestaltung von Ausstellungen. Hinzu kommen Kenntnisse im Projektmanagement und in der sozial- sowie kunstwissenschaftlichen Forschung.

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