Mural Harbor: Mit dem Freiluft-Vorteil wird wieder durchgestartet
LINZ. Es geht wieder los, im Mural Harbor. Das „M.A.Z Museum auf Zeit“ ist noch bis Ende Juni in der Industriezeile 40 zu finden, dann wird das Büro der Hafengalerie die Straßenseite wechseln. Ab April wird auch eine neue Walking-Tour angeboten, Mural Harbor nutzt dabei - aktuell besonders gut machbar - den Freiluft-Vorteil.

Eines vorweg: Das M.A.Z. ist – wie der Name schon sagt – wirklich ein Museum auf Zeit. War ursprünglich der Abriss der aktuellen Location schon im Dezember 2020 geplant, bleibt das Mural Harbor Büro mit dem Indoor-Museum nun bis Ende Juni – besucht werden kann es bis dahin allerdings nur mehr im Rahmen der Mural Harbor Tour-Angebote, regelmäßige Öffnungszeiten wird es nicht mehr geben. Reinschauen kann man aber auch virtuell, bei einer 3D-Tour.
Corona: Szene verantwortungsvoll verhalten
Das Corona-Jahr 2020 war natürlich auch für Mural Harbor herausfordernd, aber auch produktiv. Das M.A.Z stand im Mittelpunkt. „Das Feedback und das Interesse der Besucher war sehr positiv. Wir hatten im Februar eine unglaubliche Buchungslage, bis Corona kam“, so Mural Harbor-Mastermind Leonhard Gruber. „Wir haben auch viele kleine Projekte realisiert.“ Finanziell kam es aber teils zum Totalausfall, Verlust der Einnahmequelle für die selbstständigen Tour-Guides inklusive.
Die Szene jedenfalls habe sich aus seiner Sicht international relativ verantwortungsvoll in der Pandemie verhalten, so Gruber. Natürlich sei sofort reagiert worden, genauso wie in der Musik habe man auch im öffentlichen Raum Corona-Bilder wahrgenommen. Eindeutig Stellung bezogen hat etwa der bekannte Street Art Künstler Bansky in London. „Insgesamt ist von den Sprühern aber weniger gesprüht worden, die Situation ist nicht ausgenutzt worden. Allerdings ist von der Bevölkerung viel gekommen – man braucht nur den Hauptplatz in Linz anzuschauen.“
Künstler Skirl vor Ort
Aktuell hat übrigens der Wiener Street Art-Künstler Skirl eine neue Wand gestaltet, im M.A.Z.-Hinterhof – das erste Wandgemälde in diesem Jahr im Mural Harbor. Hat der Künstler zu Beginn zweifarbig gearbeitet, verwendet er jetzt für seine Werke drei Farben. Dabei ist er vom eigentlichen Sprayen weggegangen – und konzentriert sich nun auf Linienführung. Mit geschnittenen Schaumstoffrollen schafft er mit einer Handbewegung mehrere Linien. „Ich mag sehr gerne was herauskommt, weil es nicht 100 prozentig kontrollierbar ist“, so der Künstler selbst.
Ab April geht's wieder richtig los
Ab April erweitert Mural Harbor das Angebot. Von April bis Oktober findet jeden Freitag eine neue Mural Walk Tour (ohne Graffiti Crashkurs) statt – auf einer zusätzlichen, neuen Route durch die Freiluft-Hafengalerie. Dabei können die Teilnehmer die „Big 5 Murals“ von Nychos, Roa, Lords Crew, Aryz und 1UP auch im Rahmen einer Walk Tour und nicht mehr nur vom Boot aus bestaunen.
Je nach Covid-Regelungen sind ab April auch alle anderen Angebote wieder verfügbar: Jeden Samstag findet dann eine Tour mit Graffiti Crashkurs statt. Am 1. Samstag im Montag wird ein Graffiti Workshop und am 1. Sonntag im Monat auch eine Mural Boat Tour angeboten - allerdings mit Vorbehalt. „Eine Bootstour, wo man auch alle großen Bilder sieht, hat 50 Plätze. Ich weiß nicht, wann das in diesem Umfang das nächste Mal möglich sein wird. Die Hoffnung ist aber am Horizont“ so Gruber.
Außerdem – für alle, die es wirklich lernen wollen - werden die Workshops für Fortgeschrittene sowie Graffiti Workshops für Schüler in den Sommerferien geplant.
Künftiger Standort vorerst ohne Museum
Der zukünftige Bürostandort von Mural Harbor findet sich dann - geplant ab Anfang Juli - auf der anderen Straßenseite, in der Industriezeile 35 (ehemaliger Hafenstern). Dort ist dann künftig auch Treffpunkt für die Tour Angebote.
Ein Museum wird es aber vorerst am neuen Standort nicht geben. „Wir konzentrieren uns auf Freiluft, das ist momentan auch besser“, so Gruber. Auch finanzielle Grüne würden mitspielen. „Es gibt den starken Wunsch, dass wir wieder ein Museum machen. In der neuen Location würden wir das aber gerne mehr strukturieren und alles ein wenig eleganter machen. Wenn wir das wieder machen, wollen wir auf das nächste Level. An dem spießt es sich ein wenig, weil Museen wirtschaftlich schwer über Wasser halten zu sind.“
Graffiti-Kunst im Wohnzimmer
Wer sich Graffiti-Kunst ins Wohnzimmer hängen will, hat übrigens jetzt die Chance, zuzuschlagen. Bis Ende Juni können Kunstwerke, Drucke und Leinwände von unterschiedlichen Künstlern erworben werden, „alles was man so raustragen kann“, so Gruber. Anfragen sind unter info@muralharbor.at möglich. „Es gibt dafür noch Sonderöffnungstermine und hoffentlich können wir auch eine kleine Abrissfeier schmeißen.“
Im Frühjahr 2021 soll übrigens auch eine neue Homepage mit Ticketshop online gehen. Mural Harbor wird 20201 auch mit Angeboten an der OÖ. Landesausstellung in Steyr teilnehmen.
Alle Infos, Terminen und mehr sind auf www.muralharbor.at zu finden, Anmeldungen für Tourangebote sind ab sofort möglich.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden