„Der Wirtschaft ihren Platz zuweisen“: Neue Vortragsreihe will breite Diskussion anstoßen

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Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 21.03.2021 09:29 Uhr

LINZ/WIEN. Gemeinsam mit renommierten Partnern startet die Volkshochschule Linz die neue Reihe „Gegenbewegung“. Inspiriert vom ungarisch-österreichischen Ökonomen und „Jahrhundertdenker“ Karl Polanyi wurde die Reihe konzipiert. Die ersten 13 Veranstaltungen ab 23. März laufen unter dem Titel „Der Wirtschaft ihren Platz zuweisen“. Sind finden online statt.

„Es ist beeindruckend, wenn man schaut wie viele Kooperations-Partner hier die Köpfe zusammengesteckt haben“, so Bildungs-Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne). Veranstaltet wird die Reihe neben der Volkshochschule Linz und den Wiener Volkshochschulen auch von der Johannes Kepler Universität, der TU Wien, der International Karl Polanyi Society, dem Institut für Angewandte Entwicklungspolitik, der WU Wien und der Gesellschaft für Kulturpolitik. Weitere Kooperationspartner sind die Arbeiterkammer Wien, die Arbeiterkammer Linz und die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung.

„Öffentliche Debatte notwendig“

Die Reihe sei nicht nur „am Zahn der Zeit“, es sei auch „notwendig, eine öffentliche Debatte über Kapitalismus zu führen. Die Pandemie und die Auswirkungen zeigen deutlich auf, wo die Grenzen der kapitalistischen Marktwirtschaft liegen“. Als Beispiel nennt Schobesberger auch die aktuelle Beschaffungsproblematik bei den Covid-Impfstoffen inklusive ärmerer Länder, die nicht so einfach in der Lage seien, Impfstoffe zu kaufen. „In dieser öffentlichen Diskussion gilt es auszuloten, wie wir künftig unser Gemeinwesen entwickeln wollen, um für alle Menschen, die Grundlagen eines würdevollen Lebens zu schaffen.“

Internationale Hochkaräter zu Gast

Inspiriert worden sei die Reihe „Gegenbewegung“ von Karl Polanyi und seinem Hauptwerk „The Great Transformation“. „Polanyi hatte drei Elemente im Blick: Wenn Arbeit, Geld und Natur wie Warten betrachtet werden, werden sie letztlich zerstört. Wir haben aktuell einen zerstörerischen Umgang mit Arbeit, mit dem Tauschmittel Geld und mit der Natur. Unsere Reihe wird deshalb Gegenbewegungen zum Thema machen, die sich darauf und mehr beziehen“, erläutert Brigitte Aulenbacher, Institutsvorständin am Institut für Soziologie der JKU.

Sie moderiert auch die Auftaktveranstaltung am 23. März mit Roland Atzmüller, Andreas Novy, Magdalena Prieler und Markus Marte bei der die grundsätzliche Thematik erläutert wird.

Für die Veranstaltungsreihe konnte zum Beispiel aber auch die international renommierte Professorin Nancy Fraser gewonnen werden. Sie ist Professorin für Philosophie und Politik an der New School for Social Research in New York City. Seit mehr als 20 Jahren haben ihre Thesen zu sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Feminismus öffentliche Debatten auf der ganzen Welt vorangetrieben.

Weitere renommierte Gäste: Richard Kozul-Wright, Andrew Cumbers, Ulrike Knobloch und viele mehr.

Teilnahme kostenlos, Anmeldung nötig

„Wir bringen dem Publikum wieder eine sehr aktuelle, hochkarätig besetze Vortragsreihe“, freut sich Mitorganisatorin Katja Fischer von der VHS Linz. Der Wissensturm sehe sich als Ort auch für Themen, die sonst nirgends Platz fänden. Gerade jetzt seien Diskussionen wichtig, „umso besser ist eine Diskussion, wo wir gemeinsam darüber nachdenken, wie eine solidarische Gesellschaft gestaltet werden kann und wo Wirtschaft so gestaltet wird, dass sie der Gesellschaft dient und nicht umgekehrt.“

Die Teilnahme ist kostenlos, die Vorträge finden großteils über Zoom statt, ab 19 Uhr – eine Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen ist vorab nötig.

Die Reihe ist in zwei Semestern geplant, der zweite Teil zum Thema „Kapitalismus und Demokratie“ von Oktober bis Dezember soll dann wieder vor Ort stattfinden können. Im Herbst ist dann auch eine Ausstellung zu Karl Polanyi im Wissensturm Linz geplant.  

Das Programm, alle Vortragenden und Infos sowie Anmeldung auf der gemeinsamen Website www.vhs.at/Gegenbewegungen

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