Der Posthof geht raus ins Freie: Neue Openair-Bühne bringt die Kultur zurück

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Es kann wieder losgehen: Der Posthof bekommt eine neue Openair-Bühne. (Foto: LIVA/Günther Gröger)
Es kann wieder losgehen: Der Posthof bekommt eine neue Openair-Bühne. (Foto: LIVA/Günther Gröger)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 08.04.2021 14:10 Uhr

LINZ. Der Posthof macht aus der Not eine Tugend und verlegt sein Konzertprogramm von Mai bis September raus an die frische Luft. Dafür entsteht aktuell am Posthof-Gelände im Linzer Hafen die neue „Linz AG Openair-Bühne“, ausgelegt für bis zu 900 Leute, je nach covidbedingt erlaubter Besucheranzahl.

War die Liva mit Posthof und Brucknerhaus schon 2020 federführend bei der Erstellung von umfangreichen Sicherheitskonzepten, entsteht nun überhaupt ein neuer „Open Air“-Saal. Das Areal im Innenhof an der nordöstlichen (Rück-)Seite des Hauptgebäudes ermöglicht ein großzügiges Platzierungskonzept, in der auch alle Abstände gewährleistet werden können. Eine mobile, witterungstaugliche Bühne ergänzt künftig also die drei Indoor-Säle während der wärmeren Jahreszeit. Und auch in Nach-Corona-Zeiten soll sie weiter bestehen bleiben.

„Können jederzeit starten“

Unabhängig von den weiterhin nicht klaren Regelungen für eine Öffnung im Kulturbereich plant der Posthof mit 500 Sitzplätzen am Gelände, generell würden 900 Personen im neuen „Frischluft-Saal“ Platz finden. „Wir haben ein ausgeklügeltes System mit viel Selbstvertrauen erarbeitet“, so Posthof-Leiter Gernot Kremser. Der Start der Openair-Bühne sei so aufregend, wie wenn ein neuer Saal, ein neues Gebäude eröffnet werden würde, vergleicht Kremser das neue Großprojekt. Generell merkt man ihm und dem Posthof-Team eine „positiven Aufgeregtheit“ an.

„Wir schlagen im Posthof ein neues Kapitel auf“, freut sich auch der Künstlerische Vorstandsdirektor der Liva und Brucknerhaus-Intendant Dietmar Kerschbaum. „Wir wollen ein klares Statement abgeben, wir wollen öffnen und den Menschen wieder das Bedürfnis nach Kultur erfüllen“, so auch Bürgermeister Klaus Luger, der gleichzeitig an den Bund appelliert. „Wenn die Infrastruktur und die Covid-Konzepte passen, muss ermöglicht werden zu öffnen.“ Linz habe zudem seit Wochen stabile Covid-Zahlen. „Wir trauen uns im Posthof und im Brucknerhaus jederzeit zu, Veranstaltungen durchzuführen für 400 bis 500 Personen, wir könnten jederzeit starten.“ Hinter den Sicherheitskonzepten würde unheimlich viel Arbeit stecken und auch: Die Testdisziplin müsse sich für die Bevölkerung lohnen - und nicht nur für den Friseurbesuch, sondern auch einen Veranstaltungsbesuch ermöglichen.

folkshilfe mal fünf

Bei den Karten lautet die Devise: „First come, first serve“. Einige der Vorstellungen sind neu im Programm, andere sind Nachhol-Termine verschobener Veranstaltungen, für die schon Tickets draußen sind.

Ein großer Schwerpunkt liegt jedenfalls auf den großartigen regionalen Künstlern, die Oberösterreich und Österreich zu bieten hat. „Wir zeigen, welche grandiosen Bands wir in Oberösterreich und darüber hinaus haben“, so Kremser, von den „jungen Wilden bis zu den alten Helden.“ Mit dabei sind zum Beispiel Avec, Voodoo Jürgens, Ernst Molden & Der Nino aus Wien werden mit ihrem Corona-Projekt „Zirkus“, My Ugly Clementine, Julian Le Play oder Lou Asril.

Gleich fünf Abende lang werden die Jungs von folkshilfe die Bühne entern und für gewohnten Spaß und Stimmung sorgen - als Ersatz für das Ahoi! Pop Sommer Open Air, das leider erneut verschoben werden muss. Und da wartet auf die Besucher jeden Abend eine andere Überraschung, in Form von musikalischen Gästen.

Von Literatur bis Kleinkunst

Aber auch Literatur, Kabarett und Kleinkunst dürfen beim Sommerprogramm nicht fehlen. So ist etwa Philosoph Konrad Paul Liessmann zu Gast, Mike Supancic ist mit dabei, die Science Busters kommen mit einem „für draußen“ konzipierten Corona-Sommerspezial, geballte Mädels-Power bringen die schrägen Plaudertaschen „Flüsterzweieck“, die Zwillingsschwestern „RaDeschnig“ und die „Vaginas im Dirndl“. „Das wird ihr allerletzter Auftritt ihr Abschiedskonzert. Vielleicht kann sie ein tobendes Publikum aber doch bewegen, weiterzumachen“, hofft Posthof-Leiter Wilfried Steiner schmunzelnd.

Berni Wagner feiert mit „Galapagos“ Uraufführung, Thomas Maurer ist mit seinem Programm „Woswasi“ zu Gast. Aber auch eine Theatersport-Expedition wird mit dabei sein.

Das vollständige Programm von Mai bis September, alle Termine, Infos und Karten gibt's auf www.posthof.at

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