„Natur und Kunst“: Kommende Landestheater-Spielzeit mit Hochkarätern

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Das Landestheater-Team freut sich auf die Wiedereröffnung. V. l.: Chefdirigent Markus Poschner, Intendant Hermann Schneider, Tanzdirektorin Mei Hong Lin, Musical-Leiter Matthias Davids, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Leiterin Junges Theater Nele Neitzke, Geschäftsführer Thomas Königstorfer und Schauspieldirektor Stephan Suschke. (Foto: PETRA MOSER)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 21.04.2021 17:26 Uhr

LINZ. Noch sind ein konkretes Öffnungsdatum und Regelungen nicht klar, das Landestheater Linz-Team arbeitet aber engagiert und optimistisch an der Zukunft. „Natur und Kunst“: dieses Motto hat sich das Landestheater für die kommende Spielzeit 2021/2022 auf die Fahnen geschrieben. 39 Neuproduktionen werden ab Herbst gezeigt, dazu kommen Wiederaufnahmen, die aufgrund der Pandemie nie gezeigt werden konnten.  

„Es gibt eine Sehnsucht des Publikums und eine große Sehnsucht der Mitarbeiter und Künstler, sich präsentieren zu dürfen“. Im Musiktheater wurde am Mittwoch der Spielplan für die kommende Spielzeit 2021/22 präsentiert, gemeinsam mit Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Dieser bekräftigte und „setzt sehr darauf, dass es Mitte Mai Öffnungsschritte geben soll. Wenn die Entwicklungen so bleiben, ist es auch verantwortbar, alle Bereiche gemeinsam zu öffnen, in gewissem Rahmen und mit Sicherheitsvorkehrungen.“ Schon letzten Herbst habe die Theater und Orchester GmbH auch bewiesen, wie im Echtbetrieb Kultur Corona-sicher funktionieren könne, das habe sich bewährt.

39 Neuproduktionen und zehn Wiederaufnahmen

In der Spielzeit 2021/2022 stehen 39 Neuproduktionen − darunter sieben Uraufführungen, vier Österreichische Erstaufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung – am Plan. Hinzu kommen zehn Wiederaufnahmen, darunter auch erarbeitete Stücke, die aufgrund der Corona-Schließungen nie zur Premiere kamen. Die Anzahl der Premieren sei dabei annähernd gleich zu normalen Theaterjahren, erläutert Geschäftsführer Thomas Königstorfer.

„Natur und Kunst“

Im neuen Spielplan habe man versucht, verschobene Titel mit neuen zusammenzubringen, trotzdem mit thematischem und programmatischem Faden, so Intendant Hermann Schneider, für den es die sechste Spielzeit in Linz ist

Als roter Faden bei den programmierten Inszenierungen zieht sich das Überthema „Natur und Kunst“ durch das neue Programm. „Die Natur ist auf der einen Seite durchaus ambivalent aktuell – nicht nur in der Bekämpfung, sondern auch bei der Frage nach den Ursachen nach Pandemien. Warum gibt es ein Zurückschlagen der Natur?“, so. Schneider. Erfahrungen mit Landschaft und Natur seien einerseits positiv besetzt, aber die Natur könne auch infernalen Charakter haben.

„Auf der anderen Seite wollen wir im Kontext Kunst zeigen – nicht nur das künstlerische Tun, sondern auch, wie die Bedingungen der Möglichkeit künstlerischer Arbeit sind. Wie leben junge Künstler in Zeiten sozialer und politischer Armut? Welche Rolle hat die Kunst, der Mensch, welche Eigenverantwortlichkeit?“

Große Klassiker, Unbekanntes, Modernes, Altes

Schneider unterstreicht, dass der Programmlinie des Landestheaters treu geblieben werde – „mit großen Klassikern wie La Bohème, Aida, Le Nozze di Figaro – diesen Werken stellen wir das Unbekannte, Moderne und Alte gegenüber, zum Beispiel mit der Uraufführung von Michael Obsts ‚Unter dem Gletscher‘ - oder ‚Kain und Abel‘“.

Mit La Bohème, Le Nozze di Figaro und Parsifal wird Chefdirigent Markus Poschner erstmals drei Premieren begleiten, „das sind für mich persönlich kleine innere Festspiele, absolute Highlights.“ Die Opernsaison wird mit Puccinis Meisterwerk „La Bohème“ eröffnet.

Im Schauspiel gebe es neben Klassikern wieder den Schwerpunkt österreichische Literatur

Klassische Stoffe warten auch im Tanz mit Cinderella und Schwanensee, Mei Hong Lin nimmt sich Letzteres dabei schon zum zweiten Mal vor und werde weiterführen und den Stoff noch tiefer durchdringen.

Im Musical warten der katastrophale Untergang der Titanic, die fantastische Show Priscilla – Königin der Wüste, „endlich“ (Schneider) die Uraufführung von Fanny und Alexander und einiges mehr.

Junges Theater verdoppelt

„Am meisten gelitten hat wohl unsere Sparte Junges Theater, mit Einschränkungen bei Schulbesuchen, es hat hier so gut wie gar nichts mehr stattfinden können“, so Schneider. Daher wird in der kommenden Spielzeit das Angebot der Spate nahezu verdoppelt – von Alice im Wunderland über Bambi bis zu „Die Weiße Rose„, “in Zeiten wie diesen wichtiger denn je„, so Schneider.

Abos demnächst, freier Verkauf dauert noch

„In den kommenden Tagen werden wir die Abos veröffentlichen, ab Anfang/Mitte Mai werden sie im Verkauf erhältlich sein. Im freien Verkauf dauert es leider noch etwas länger, wir sind gezwungen noch abzuwarten, ob, wann, in welcher Form es Einschränkungen auch im Herbst geben wird. Hoffentlich können wir im Juni starten“, so Königstorfer.

Der Spielplan im Überblick

Oper/Operette

  • La Bohème von Giacomo Puccini, ab 25. September 2021
  • Lachesis (Uraufführung), Kammeroper von Marijn Simons, ab 26. September
  • Der Graf von Luxemburg, Operette von Franz Lehár, ab 15. Oktober
  • Europeras 3 & 4, Musiktheater von John Cage, ab 13. November
  • Aida von Giuseppe Verdi, ab 20. November
  • Otherness: Fear and Discovery (Uraufführung), Musiktheater von Luigi Cinque, Jasmina Mitrusic Deric und Valentin Ruckebier, ab 10. Dezember
  • Il Matrimonio Segreto von Domenico Cimarosa, ab 19. Dezember
  • Le Nozze di Figaro von Wolfgang Amadé Mozart, ab 15. Jänner
  • Parsifal von Richard Wagner, ab 12. März
  • Kain und Abel oder Der erste Mord – Musiktheater Doppelabend, ab 24. April
  • Unter dem Gletscher (Uraufführung) von Michael Obst, ab 21. Mai
  • Die Katze, die ihre eigenen Wege ging (Wiederaufnahme), Kammer-Musiktheater für alle ab sechs Jahren von Mike Svoboda, Termin in Planung

Musical

  • Wie im Himmel (Deutschsprachige Erstaufführung) von Kay Pollak, Carin Pollak und Fredrik Kempe, ab 11. September
  • Piaf (Wiederaufnahme) von Pam Gems, ab 18. September
  • Priscilla – Königin der Wüste (Österreichische Erstaufführung) von Stephan Elliott und Allan Scott, ab 12. Dezember
  • Titanic von Maury Yeston und Peter Stone, ab 6. Februar
  • Fanny und Alexander (Uraufführung) von Gisle Kverndokk und Ostein Wilk, nach dem Film von Ingmar Bergman, ab 9. April
  • Jugend spielt Musical: Grimm! Die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf, ab 10. Juni
  • Lieder für eine neue Welt (Wiederaufnahme) von Jason Robert Brown, in Planung

 Tanz

  • Cinderella (Wiederaufnahme-Premiere), von Mei Hong Lin, Musik von Sergej Prokofjew, ab 30. Oktober
  • Liebesbriefe, von Mei Hong Lin, ab 4. Februar
  • Schwanensee – Traum und Wirklichkeit, von Mei Hong Lin, Musik von Peter I. Tschaikowsky, ab 23. April

 Schauspiel

  • Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, nach dem Roman von Jaroslav Hasek, ab 18. September
  • Ode (Österreichische Erstaufführung) von Thomas Melle, ab 24. September
  • Die Nibelunge, von Friedrich Hebbel, ab 9. Oktober
  • Die Wahlverwandtschaften, nach dem Roman von Goethe, ab 29. Oktober
  • Mephisto, nach dem Roman von Klaus Mann, ab 27. November
  • Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm, Komödie von Theresia Walser, ab 4. Dezember
  • Der Mentor von Daniel Kehlmann, ab 22. Jänner
  • Die Geierwally, nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, ab 28. Jänner
  • Zehn Ave Maria (Uraufführung), Dokumentartheater von Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura, ab 26. Februar
  • Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth, ab 19. März
  • Jenny Jannowitz (Österreichische Erstaufführung), Tragikomödie von Michel Decar, ab 8. April
  • Liebesgeschichten und Heiratssachen, Posse mit Gesang von Johann Nestroy, ab 7. Mai
  • Macbeth, Tragödie von Heiner Müller nach Shakespeare, ab 28. Mai
  • Amadeus (Wiederaufnahme) von Peter Shaffer, in Planung
  • Die Macht der Gewohnheit von Thomas Bernhard, in Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden

 Junges Theater

  • Jenny Hübner greift ein von Hartmut El Kurdi, ab 16. September
  • Mongos von Sergej Gössner, ab 23. September
  • Die Zertrennlichen von Fabrice Melquiot, ab 8. Oktober
  • Zwei Tauben für Aschenputtel (Österreichische Erstaufführung) von Catharina Fillers und Stefanie Schnitzler frei nach Grimm, ab 14. November
  • Alice im Wunderland, nach Lewis Carroll, ab 18. November
  • Alienation (Uraufführung), nach einem unveröffentlichten Roman von Corinna Antelmann, ab 18. Dezember
  • Die Weiße Rose von Petra Wüllenweber, ab 8. Jänner
  • Es war einmal … (Uraufführung), Märchenchaos nach den Brüdern Grimm, ab 27. Februar
  • Bambi – eine Lebensgeschichte aus dem Walde, nach Felix Salten, ab 22. April
  • Junger Klassiker – Faust Short Cuts (Wiederaufnahme) nach Goethe, Fassung Nele Neitzke, in Planung
  • Erwartung: Erster Schnee, nach Sophie Reyer, in Planung
  • Tschick von Wolfgang Herrndorf, Bühnenfassung von Robert Koall, in Planung

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