The Schick Sisters im Interview: „Man muss mit dem Herzen und dem Bauch und nicht mit dem Kopf in die Zukunft gehen“

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"The Schick Sisters": Veronika, Katharina und Christine Schicho. (Foto: Helga Traxler/photosalonhelga)
"The Schick Sisters": Veronika, Katharina und Christine Schicho. (Foto: Helga Traxler/photosalonhelga)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 20.07.2021 19:15 Uhr

LINZ. Über 20 Jahre lang stehen Katharina, Christine und Veronika Schicho gemeinsam auf der Bühne. Als „Dornrosen“ mischte das steirische Dreimäderlhaus die Musikkabarett-Szene auf, nun starten die Schwestern als „The Schick Sisters“ durch – zu erleben am Donnerstag, 29. Juli, 19.30 Uhr, bei Bühne am Dom. Tips hat vorab mit Katharina geplaudert.

Tips:Aus den 'Dornrosen‘ wurden ‚The Schick Sisters‘. Warum?

Katharina: Weil wir Lust dazu hatten. Wir haben alle Musik studiert und es war uns immer ein Anliegen, unser Musikkabarett so musikalisch wie möglich zu halten. Und trotzdem war uns in den letzten Jahren immer der Wunsch da, dass wir auch mal wirklich das Augenmerk nur auf die Musik legen. Und das ist gleichzeitig auch nach 20 Jahren eine neue Herausforderung. Wir haben sehr jung begonnen mit den 'Dornrosen', wir haben das Gefühl gehabt, wir möchten auch noch einen zweiten Weg einschlagen. Und das nicht nur national, sondern wenn möglich auch international. Darum haben wir uns – schweren Herzens, aber frohen Mutes – entschieden, Englisch zu verwenden. Wir wollten 2020 durchstarten und hätten auch ein paar super Möglichkeiten gehabt, in Europa ein paar Sachen zu spielen. Leider ist uns da Corona dazwischen gekommen. Jetzt starten wir neu.

Tips:Hattet ihr Angst, euer treues Publikum vor den Kopf zu stoßen?

Katharina: Prinzipiell versuchen wir, mit Mut und nicht mit Angst wo reinzugehen. Natürlich hat man Bedenken – aber man muss mit dem Herzen und mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf in die Zukunft gehen. Das klingt jetzt blöd, aber es ist einfach die letzten Jahre wie am Schnürchen gelaufen. Wir haben einfach unsere 100 Konzerte im Jahr super neben unseren Familien gespielt, die Herausforderung war dann, nicht unglücklich zu werden. Und ich glaube, die Musik-affinen Zuhörer sind mindestens so glücklich wie vorher. Wir sind ja keine Menschen, wir sind trotzdem die positiven, lebensbejahenden, starken Frauen und gleichzeitig Familienmenschen, die diese Energie jetzt auch über die Musik transportieren. Und es heißt ja nicht, dass der Humor gar nicht mehr da ist.

Tips:Geige, Kontrabass, Gitarre: Wie ist der Stil der 'Schick Sisters'?

Katharina: Wir sind eindeutig ein akustisches Trio, das Anleihen aus Pop, Folk, World und Chanson nimmt. Wir verpacken alle unsere musikalischen Erfahrungen, es ist sehr abwechslungsreich, von der irischen Fidel bis zum smoothen Pop-Song. Es kann auch fetziger werden.

Tips:Euer Erstling als 'The Schick Sisters' heißt 'Close Togehter'. Ihr wart zudem auch in der Corona-Zeit nicht untätig ...

Katharina: Genau, wir haben einerseits letztes Weihnachten 'Welcome to my place' und jetzt auch die Single 'Stories' herausgebracht. Wir haben auch einen wunderbaren Probe-Keller, ein schönes Presshaus, - es nennt sich 'The Presshouse' - gebaut, wo wir vom Proben bis zum Aufnehmen alles machen können. Es steht auch anderen Künstlern offen, auch für kleine Konzerte für Newcomer. Wir haben uns aber aus der Öffentlichkeit, aus den sozialen Medien, zurückgezogen. Wir wollten kein falsches Bild geben. Es war wirklich eine Krisenzeit für uns Künstler. Aber, weil viele Künstler das nicht so ansprechen: wir haben das gut überleben können, weil Hilfen bereitgestellt wurden. Wir waren eher dankbar als zu jammern.

Tips:'Stories' ist ein ganz wunderbarer, starker und eingängiger Song. Im Video dazu gebt ihr viele private Einblicke ...

Katharina: Im letzten Jahr, das war so eine 'Story' wo man nie geglaubt hätte, das sowas mal kommt im Leben. In all den Jahren auf der Bühne gibt es so viele tolle Momente, für die man dankbar sein muss. Das Lied an sich gibt's schon länger, aber es hat jetzt so gut gepasst, weil man diese Geschichten so richtig gebraucht hat im Kopf und im Herz und über Tage, wo man irritiert ist – von Existenzängsten hin bis zu 'hört das jemals wieder auf'. Deswegen auch die persönlichen Bilder, weil unsere Kindheit, unser Leben bis zur Pandemie ein fleißiges, aber unbeschwertes war.

Tips: Bei 'Stories' hattet ihr auch prominente Unterstützung am Schlagzeug.

Katharina: Genau. Günter Grasmuck von Opus. Wir wollten – um es ehrlich zu sagen - es für den Zuhörer ein bisschen leichter machen. Denn man ist es so gewohnt, in der Radio-Landschaft Songs zu finden, wo Percussion und rhythmisches dabei ist. Wir haben da eine liebe Bekanntschaft mit Opus geschlossen, die sind auch ein bissl Vorbild für uns, die haben Null Schranken im Kopf. Das ist denen komplett egal, dass die aus der Steiermark sind, die denken immer international. Und die haben uns so motiviert am Anfang unseres Wechsels zu den 'Schick Sisters', die haben uns einfach inspiriert.

Tips:Wird bei euch gestritten?

Katharina: Nein. Wir haben eine wunderbare Diskussionskultur. Wir sind hauptberuflich seit Ewigkeiten verbandelt und mussten am Anfang vieles ausreden, ausdiskutieren. Wir haben aber den runden Tisch gefunden.

Tips:Wie geht's weiter – gibt's Pläne für ein neues Album?

Katharina: Ja, große. Wir machen ein audiovisuelles Album mit Podcast und Imagefilm. Es soll ein Pilotprojekt dafür werden, im Presshouse Bands einzuladen, die dort mit Profis zu einem moderaten Preis arbeiten können. Wir hoffen, noch einen Partner finden zu können, damit das weitergeführt werden kann. Und wir würden gerne junge und weibliche Künstler einladen. Es gehört einfach etwas getan. Was auch interessant und neu ist: Wir haben mal eine Zeit lang in Paris gelebt wir drei und wir haben dort Chansons geschrieben, die werden wir wieder aufleben lassen. Und auch ein paar deutsche Texte werden wieder Platz haben. Keine Schranken, nicht in Wort und nicht in Ton.

 

Bühne am Dom: Noch bis 28. August bringt die Bühne am Dom - präsentiert von Tips - großartige heimische Künstler auf den Domplatz. Das vollständige Programm und Tickets: www.buehneamdom.at

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