„Orbáns Ungarn“: Paul Lendvai (92) liest im Central

Hits: 119
Paul Lendvai (Foto: Privat)
Paul Lendvai (Foto: Privat)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 15.09.2021 09:54 Uhr

LINZ. Viktor Orbáns Lebensweg und das ambivalente Verhältnis anderer europäischer Länder zu seiner Politik, zeichnet Paul Lendvai in seinem Buch „Orbáns Ungarn“. Im Rahmen einer Literaturschiff-Lesung ist der mittlerweile 92-Jährige am Samstag, 18. September, zu Gast im Linzer Central.

Die Orbán-Biographie, die Paul Lendvai 2016 herausbrachte, ist Ergebnis einer akribisch genauen Recherche. Der Autor führte Interviews – vor allem mit Gegnern des orbán’schen Regimes – und studierte ungarische Quellen, die einem deutschsprachigen Leser ansonsten verborgen blieben.

In „Orbáns Ungarn“ zeichnet er den Lebensweg des ungarischen Regierungschefs: vom Rechtswissenschaftsstudenten in Budapest angefangen, wo Viktor Orbán einen loyalen Freundeskreis aufbaute, der heute in den obersten Rängen des ungarischen Parlaments sitzt, über seine Zeit als rebellischer Jungpolitiker vor dem Zerfall der Sowjetunion, bis hin zu dem, was er heute ist: ein machthungriger Regierungschef, der alle mundtot macht, die ihm widersprechen. Sein Regime hat auch zu einer Spaltung der ungarischen Gesellschaft geführt: Während die breite Bevölkerung Ungarns immer ärmer wird und die Zahl der Arbeitslosen stetig steigt, konnte sich eine kleine Schicht durch die finanz- und wirtschaftspolitischen Regelungen bereichern (vgl. Verlag Kremayr & Scheriau).

In der erweiterten Neuauflage der 2018 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichneten Biographie beschreibt der nunmehr 92-jährige Paul Lendvai auch das ambivalente Verhältnis anderer europäischer Länder zu Orbáns Politik. Insofern ist „Orbáns Ungarn“ eine besorgniserregende Lektüre, und das nicht nur für die ungarische Bevölkerung – sie sollte zumindest zum Nachdenken anregen.

Zu Paul Lendvai

Paul Lendvai, geboren 1929 in Ungarn als Sohn jüdischer Eltern, überlebte dank eines Schweizer Schutzpasses den Holocaust. Nach dem 2. Weltkrieg studierte er Rechtswissenschaften und arbeitete als Journalist im kommunistischen Ungarn, wo er 1953 verhaftet wurde und Berufsverbot erhielt. 1957 floh er nach Wien, 1959 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Er arbeitete jahrelang als Korrespondent für die Londoner Financial Times sowie für diverse österreichische, deutsche und Schweizer Zeitungen. Zudem war er Chefredakteur für die Osteuropa-Redaktion des ORF und schreibt bis heute Kolumnen für die Tageszeitung Standard.

Seine Bücher über Mittel- und Südosteuropa wurden in zehn Sprachen übersetzt und erhielten viele Auszeichnungen, unter anderem 2008 den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln und 2020 den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch für Paul Lendvais publizistisches Gesamtwerk. 2001 bekam er zudem das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Samstag, 18. September 2021

Central Linz | 20 Uhr

Tickets: oeticket-Verkaufsstellen bzw. per Mail an office@literaturschiff.at 

Kommentar verfassen



Videoüberwachung in Linzer Altstadt ausgebaut

LINZ. In der Badgasse in der Linzer Altstadt wurde eine fünfte Kamera zur Videoüberwachung installiert.

Freiwillige Feuerwehr Pichling mit neuem Einsatzfahrzeug aufgerüstet

LINZ. Die Freiwillige Feuerwehr Pichling hat ihr generalüberholtes Rüstlöschfahrzeug feierlich in Dienst gestellt. Der erste Einsatz erfolgte noch während der Feierlichkeiten.

Echtes Einkaufen in der Linzer City

LINZ. Wer diesen Herbst ein authentisches Einkaufserlebnis abseits von Online-Shopping sucht, wird in der Linzer Innenstadt fündig.

LASK verliert Heimspiel gegen den Wolfsberger AC

LINZ, PASCHING. Der LASK unterliegt dem Wolfsberger AC in der elften Runde der ADMIRAL Bundesliga mit 0:1. 

Kunststofflabor an der JKU soll neue Stoßdämpfer entwickeln

LINZ. Die Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) hat eine neues Christian Doppler Labor, das neue Generationen von Stoßdämpfern herstellen soll. Zum Einsatz kommen diese bei Fahrzeugen, Maschinen ...

„An der Quelle der Schöpfung“: Ausstellung im Botanischen Garten

LINZ. Zur Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Matthias Claudius Aigner wird in den Botanischen Garten auf der Gugl geladen. Seine Werke sind dort bis Montag, 1. November, im Seminarraum zu sehen.   ...

1.400 Einsätze für Ordnungsdienst im September

LINZ. Einen Rückgang bei der illegalen Bettelei verzeichnete der Ordnungsdienst im September. Insgesamt 620 Parksünder wurden gestraft.

Live Art Varieté im Central

LINZ. Live-Performances mit und ohne absurder Komik, Kurzfilme, Musik und eine Bar verspricht das Live Art Varieté „Nichts muss passieren“ der Fabrikanten am Samstag, 30. Oktober, um 19 Uhr im Central.  ...