Medienkünstler-Paar Sommerer und Mignonneau zeigen Werke in Wien und Karlsruhe
LINZ. Christa Sommerer und Laurent Mignonneau, Künstlerpaar und Professoren an der Kunstuniversität Linz, zeigen je eine ihrer Arbeiten in zwei internationalen Sammelausstellungen in Wien und Karlsruhe.

Im Künstlerhaus Wien ist von 16. Dezember 2021 bis 16. Jänner 2022 die Computer-Animation #ToBee im Rahmen der Ausstellung „Muta Natur“ zu sehen. Thema des Werks, wie der Werktitel verrät: Bienen. Die Schau, an der auch Künstler wie Regula Dettwiler, Sebastian Gärtner, Maria Grün oder Alexandra Kontriner teilnehmen, thematisiert den Umgang des Menschen mit der Natur. Wir sind Teil von ihr und machen sie uns dennoch zum Untertan. Ein Besuch ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr möglich.
Besucher erschaffen ihre eigenen Lebewesen
Der Begriff Leben wird in der Groß-Ausstellung „BioMedien: das Zeitalter der Medien mit lebensähnlichem Verhalten“ im Zentrum für Kunst und Medien ZKM Karlsruhe deutlich erweitert (18. Dezember 2021-28. August 2022, Mi-Fr 10-18, Sa und So 11-18). Wer definiert eigentlich, was lebendig und was intelligent ist? Und wie können Menschen und künstliche Lebensformen nebeneinander existieren? Die Schau sucht Antworten auf derlei Fragen, Sommerer und Mignonneau zeigen einen Klassiker ihres Schaffens – eine Rekonstruktion ihrer ersten interaktiven Installation „A-Volve“ von 1994. Für diese Arbeit erhielten sie 1994 den Golden Nica Award der Ars Electronica.
Die Arbeit besteht aus einem Pool, das mit Wasser gefüllt ist. Darin „schwimmen“ künstliche Lebewesen, die zuvor von den Besuchern selbst gezeichnet werden und im Wasserbecken zu schwimmen beginnen. Dort haben sie nur ein Ziel: zu fressen und sich fortzupflanzen. Es gelingt, wenn sie eine andere künstlicher Kreatur „auffressen“ und deren Energie aufsaugen. Ist ein gewisser Energielevel erreicht, kann sich eine künstliche „A-Volve“ Kreatur auch fortpflanzen. Das Besondere an dieser Installation ist, dass sie Besuchern ermöglicht, künstliche Lebewesen selbst zu erschaffen, an deren Evolution teilnehmen und diese Evolution, so wie auch im echten Leben, beobachten zu können. Je besser die Lebewesen designt sind, desto besser können sie schwimmen, überleben und sich fortpflanzen. Darwins Lehre hat auch hier Bedeutung.
Christa Sommerer hat erst kürzlich den Digitalos der Oberösterreichischen Nachrichten erhalten. Gemeinsam mit ihrem Mann Laurent Mignonneau erhält sie den Österreichischen Kunstpreis für Medienkunst 2021, der Corona-bedingt erst im Frühjahr nächsten Jahres übergeben wird.


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