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LINZ. Die Leidenschaft für Musik, aber auch die Leidenschaft für Zahlen, prägen das Leben von Johann Lißberger. Nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft und zuletzt dem Amt des Präsidenten hat sich der Linzer mit Jahresende altersbedingt aus dem Linzer Konzertverein zurückgezogen. 

  1 / 2   2020 bekam Johann Lißberger (r.) die Kulturmedaille des Landes OÖ in Gold von Landeshauptmann Thomas Stelzer überreicht. (Foto: Max Mayrhofer)

Neben vielfachen Verpflichtungen bei verschiedenen Konzertvereinigungen war Lißberger 1965 bis 1976 aktiver Musiker beim Linzer Konzertverein. Berufliche und private Veränderungen ließen dem passionierten Flötisten aber leider nicht mehr die Zeit für das Spiel als Orchestermitglied. Dem Verein sollte er aber trotzdem erhalten bleiben: als Kassier und von 2006 bis 2010 als Geschäftsführer. Ab 2010 war er dann Obmann, ab 2016 Präsident des großen Linzer Klangkörpers. Nun aber war es Zeit für ihn, sich zurückzuziehen. „Ich werde 82 Jahre alt, gesundheitlich geht es auch nicht mehr so gut, ich sag immer: Ich bin keine spritzige 50 mehr“, schmunzelt Lißberger.

Schon früh mit Musik begonnen

Der gebürtige Peuerbacher lebt in Linz-Urfahr, ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. Sein Vater brachte ihn zur Musik, unterrichtete ihn im Flötenspiel, schon mit elf Jahren wirkte er bei der örtlichen Blasmusikkapelle mit. „Bei meinem ersten Auftritt habe ich noch Piccolo gespielt, weil ich die Flöte noch nicht greifen konnte“, lacht er.

In Ebelsberg war er später Mitglied der Militärmusik, im damaligen Brucknerkonservatorium nahm er Flötenunterricht und in der Musikschule der Stadt Linz machte er sich auch mit den Grundzügen des Kontrabasses vertraut. Mit Musikerkollegen spielte er damit in einer Tanzband.

Aber nicht nur die Musik begeisterte den „Zahlenmenschen“, wie er sich selbst auch bezeichnet. 1964 führte ihn der „Ruf der Zahlen“ zur Allgemeinen Sparkasse in Linz, nach nachgeholter Matura stieg er dort die Karriereleiter empor.  

29 Konzerte, Corona sorgte für Absagen 

29 bejubelte Konzerte hat der passionierte Musiker beim Linzer Konzertverein organisiert und umgesetzt, zu den Aufführungen kam es stets im Brucknerhaus. Neben namhaften Solisten holte er für die Konzerte auch hochkarätige Dirigenten, darunter Marc Reibel, Walter Rescheneder, Thomas Doss oder Gunter Waldek. Der Höhepunkt für Lißberger kam schließlich im Jahr 2019, mit dem Festkonzert „100 Jahre Linzer Konzertverein“.„Da waren einfach das Programm, die Besetzung, der Chor, die Solisten und Dirigent Marc Reibel wunderbar“, schwärmt er. „Reibel versteht sich irrsinnig gut mit dem Orchester, da stimmt die Chemie und es ist immer eine Freude mit ihm“, so der ehemalige Präsident. Ebenfalls 2019 wurde Johann Lißberger die Kulturmedaille der Stadt Linz überreicht, 2020 folgte die Kulturmedaille des Landes OÖ.

Nicht gut gemeint hat es Corona mit dem Konzertverein: drei fertig geplante Konzerte in den Jahren 2020 und 2021 mussten abgesagt werden. „Es war viel Vorarbeit notwendig, die Konzerte waren komplett durchorganisiert und es war alles bereit. Dann ist Corona gekommen, das war schon sehr entmutigend.“

Großer Literaturfan 

Auch wenn Lißberger dem Konzertverein nicht mehr vorsteht – sein engagiertes Wirken wird bis 2024 noch spürbar sein: Bis Herbst 2024 hat er die kommenden Konzerte im Brucknerhaus fixiert, die Dirigenten und Solisten festgelegt und großteils auch das Programm geplant. Und auch privat wird ihm nicht langweilig werden. „Also meine Frau ist schon glücklich, wenn sie den Namen Konzertverein nicht mehr so oft hört“, schmunzelt Lißberger. „Sie hat natürlich mitgefühlt und mitbetreut.“ Er wird sich nun verstärkt um seine Kunst- und Büchersammlung kümmern. Eine Stefan Zweig-Sammlung hat er bereits dem Adalbert Stifter-Haus überreicht, erzählt der Literaturfan.

 Mehr Infos zum Linzer Konzertverein unter www.linzer-konzertverein.at


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