„Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass etwas passieren muss“
GALLNEUKIRCHEN/LINZ/WIEN/TRAUN.Ausnahmsweise schwierig eine Antwort zu finden, wird es derzeit für Berni Wagner, wenn man ihn nach seinem nächsten Karriereziel fragt. Vor Kurzem hätte er den Österreichischen Kabarettpreis genannt – den hat er jetzt. Das nächste Mal live ist Berni Wagner übrigens am 3. März in Traun zu erleben.

„Ich habe sonst eher ein Problem damit, eine Auszeichnung oder ein Kompliment anzunehmen, aber in diesem Fall freue ich mich wirklich sehr. Zumal es ja ganz viele andere Kollegen gibt, die den Preis verdient hätten“, erzählt der Wahl-Wiener. Für sein Programm „Galápagos“ wurde der gebürtige Gallneukirchner mit dem Kabarettpreis 2022 in der Kategorie Programmpreis ausgezeichnet.
Raffinierte Doppelbödigkeit
Die Jury zeichnet damit einen der schrägsten Vögel in der Voliere der heimischen Kleinkunstszene aus. In seinem fünften Programm spannt der studierte Biologe einen Bogen von seinen ganz persönlichen Beziehungsproblemen mit einer Öko-Influencerin bis zu den globalen Problemen mit dem Klimawandel. In scheinbar absurden Vergleichen und Wortspielen offenbart sich schnell eine raffinierte Doppelbödigkeit. Und in dieser steckt unverhohlene Kritik an unser aller Umgang mit der Natur: Der Amazonas schrumpft, aber Amazon wächst! Ist ein Autokino wirklich der ideale Ort für ein Klima-Benefiz? Denn unsere Erde ist nun mal leider keine artenschützende Galápagos-Insel.
So wie Wagner selbst schlussendlich seinen übergroßen Tarnanzug ablegt, will er auch sein Publikum dazu bringen, gewohnte Verhaltensweisen zu überdenken – und möglicherweise abzulegen. „Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass etwas passieren muss, nur irgendwie sind sich alle uneinig, was und wer.“
Kraftort Oberösterreich
Auch wenn der 30-Jährige heute in Wien lebt, verschlägt es ihn regelmäßig nach Oberösterreich. Seine Familie lebt nach wie vor in Gallneukirchen, mit Linz verbindet ihn unter anderem seine Schulzeit im BRG Auhof, wo im Kepler-Zweig sein naturwissenschaftliches Interesse gefördert wurde. „Oberösterreich ist mein Kraftort. Hier bin ich aufgewachsen. Es macht was mit mir, wenn ich hier bin, ob zum Erholen, Ideen schöpfen oder Schreiben.“
Und noch etwas verbindet der 30-Jährige mit Linz - die Erfüllung eines Traums: „Ich hab mir selber immer Konzerte und Kabaretts im Posthof angeschaut. Als ich selbst dort auf der Bühne stand, war das eine riesen Sache für mich. So sehr auf eine Bühne, wie auf die im Posthof, will ich glaub ich gar nicht mehr, wie ich dort hin wollte“, erinnert sich Berni Wagner, der mittlerweile viel in Deutschland und der Schweiz spielt.
Einen nächsten großen Wunsch hat er also tatsächlich gerade nicht, „weils grad eh so gut passt.“ Einzig, dass sich das Publikum wieder mehr ins Theater traut.


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