Kulturinitiative RedSapata nach Urfahr übersiedelt
LINZ. Die Kulturinitiative RedSapata ist von der Tabakfabrik an den alten KunstUni-Standort nach Urfahr übersiedelt. Im frisch renovierten Sonnenstein Loft gibt es nicht nur Tanzstudios für Kurse von Break Dance über Tango bis Waacking, sondern auch High Tech Equipment, das für hybride Kunstprojekte genutzt wird.

RedSapata steht für Bewegung, für Vorwärtskommen und Ambition. Das war schon bei der Gründung vor mehr als 10 Jahren so, als viele Tänzer, Choreografinnen und Tanzpädagogen in dieser Vereinigung einen Hafen fanden, wo sie eigenständig Projekte erarbeiten, Kurse geben und Veranstaltungen besuchen konnten. So verbinden viele Leute die Kulturinitiative RedSapata auch hauptsächlich mit Tanz. „Wir sind aber viel mehr als ein Tanzstudio oder eine -schule“, so Vorstandsmitglied und Gründerin Ilona Roth. „RedSapata @ Sonnenstein Loft hat ein anderes Konzept als RedSapata in der Tabakfabrik.“ Anstatt sich auf die Sparte Tanz – von Kursen über Workshops und Residencies mit Choreografen – beschränken, wollen die drei RedSapata-Chefinnen Ulrike Hager, Anni Taskula und Ilona Roth eine Neuausrichtung wagen. Jetzt sollen Arbeitsmöglichkeiten für Künstler, Produktionsentwicklung und Support für lokale und internationale Profis die Hauptachse bilden. „Bewegungskunst lässt immer mehr interdisziplinäre Arbeitsweisen zu und weist eine starke Verbindung zur Ton- und Medienkunst auf“, führt Roth ein Argument an.
Hybride Formate
Dabei spielt auch das Wort „hybrid“ eine große Rolle. In den neuen Räumlichkeiten in der Sonnensteinstraße, gibt es High End Video-Technik, die professionelle Aufnahmen, wie auch Live-Streaming ermöglicht. „Die Erweiterung in den hybriden Raum hat sich nicht nur in der Corona-Pandemie bewährt, sondern ist eine logische Schlussfolgerung“, so Ulrike Hager, sondern offenbare auch ganz neue Möglichkeiten sich mit Kunstschaffenden weltweit auszutauschen. So geschehen gerade bei dem Projekt „retroactive scores“, das Choreograf Samer Alkurdi von Linz aus mit Teilnehmenden in Buenos Aires umgesetzt hat. „'Retroactive scores' ist transkulturell, sprach- und ortsübergreifend. Es wird einerseits nach neuem Bewegungsmaterial geforscht, andererseits nach der Möglichkeit neuer hybrider Formate. Mit diesem Projekt und dem partizipativem Austausch positioniert sich Linz im internationalen Performancenetzwerk“, so Roth und Hager.
„Hybrid Space Projekt“
RedSapata hat diese gesellschaftliche und künstlerische Entwicklung aufgegriffen und das „Hybrid Space Projekt“ entworfen. Dieses wird nun 2022 vom Bund durch den Call 21 gefördert und möglich gemacht. Kuratiert wird es von der Linzer Kulturmanagerin Cornelia Lehner, der ehemaligen Festival-Leiterin von SCHÄXPIR. Der „Hybrid Space“ bietet mit Residencies und Veranstaltungen eine interdisziplinäre Erforschung digitaler Möglichkeiten im analogen Raum mit Schwerpunkt auf Tanz, Bewegung und Performance. „Die Disziplinen wagen hier einen gemeinsamen Tanz“, so Lehner. Für die „Hybrid Space“ Residency im Sommer haben sich mehr als 60 Künstler und Tänzer aus 21 Nationen angemeldet. Ihnen allen gemeinsam ist der Wunsch zu forschen, Dinge auszuprobieren und herauszufinden, wie eine Verbindung zwischen virtuell und real zustande kommen kann. Dass das Wort „hybrid“ etymologisch „Übermut und Kraft“ bedeutet, erkenne man sehr deutlich in den Ausschreibungen, so Lehner.


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