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LINZ. Eine Premiere jagt die nächste im Landestheater Linz. Von Franz Wedekinds „Lulu“, über Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt und das Junge Theater „norway. today“ bis zur Schauspielpremiere von „Der Prozess“ nach Franz Kafka ist die Bandbreite vielfältig.

Cecilia Pérez schlüpft in die Rolle der Lulu. (Foto: Herwig Prammer)
  1 / 4   Cecilia Pérez schlüpft in die Rolle der Lulu. (Foto: Herwig Prammer)

Bereits angelaufen ist in den Kammerspielen Franz Wedekinds „Lulu“, eines der meistgespielten Dramen der Moderne. Ursprünglich selbst ein Straßenkind, steigt Lulu zum Vamp der besseren Gesellschaft auf. Sie verkörpert das Urbild der männermordenden Kindfrau, die über Leichen geht, bis sie schließlich selbst von ihrem Schicksal eingeholt wird. Wedekind vereinigte in Lulu die lustvollsten wie angsterfülltesten Fantasien seiner Zeit. Auch Regisseurin Fanny Brunner nähert sich dem Stoff mit Lust, doch ohne falsche Scheu.

Theater für junges Publikum

Igor Bauersimas Stück „norway. today“ für alle ab 14 Jahren ist aktuell auf der Studiobühne zu sehen, inszeniert von Swaantje Lena Kleff. Die Welt ist fake, meint August. Daher freut er sich, dass er im Internet Julie trifft, die auf die Welt auch keine Lust mehr hat und vorschlägt, gemeinsam in Norwegen von einer Klippe zuspringen. Doch ganz so einfach ist es dann nicht, denn vor Ort müssen sie sich plötzlich mit sehr realen Gegenübern auseinandersetzen. Dem seit seiner Premiere 2001 zwischenzeitlich mal meistgespielten Werk im deutschsprachigen Raum gelingt es, einem ernsten Thema hoffnungsvolle Perspektiven und Humor abzugewinnen.

„Der Prozess“ nach Kafka

Der Jurist Franz Kafka schuf mit „Der Prozess“ in den Jahren 1914/1915 einen weltberühmten Roman. Darin verwandelt er eine spezifische Angst der modernen Gesellschaft in einen literarischen Albtraum: Josef K. weiß weder, weshalb noch von wem er verhaftet wurde. Er weiß nur, ein Prozess wird gegen ihn angestrengt. Unschuldsbeteuerungen helfen ihm genauso wenig wie Verteidigungsversuche. Er scheint einem perfiden System ausgeliefert zu sein, dessen Mechanismen weder verstanden noch angegangen werden können. Unter der Regie von Peter Wittenberg feiert das Stück am Freitag, 23. September, im Schauspielhaus Premiere.

Opernpremiere

Erich Wolfgang Korngolds spätromantisches Meisterwerk „Die tote Stadt“ feiert am Samstag, 24. September, Premiere im Musiktheater. Die Oper erzählt von Paul, der nach dem Tod seiner Frau Maria nur noch in der gemeinsamen Vergangenheit lebt. Mit Hilfe von Erinnerungsstücken hat er sich in eine „Kirche des Gewesenen“ zurückgezogen. Als ihm in der Tänzerin Marietta scheinbar eine Doppelgängerin Marias begegnet, versucht er, nahtlos an das Gewesene anzuschließen. Doch Marietta wehrt sich dagegen, Pauls Leidenschaft wandelt sich in Wahn. Die Inszenierung von Korngolds Oper obliegt Andreas Baesler, die musikalische Leitung Chefdirigent Markus Poschner.

Alle Vorstellungstermine und Karten finden sich auf www.landestheater-linz.at

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