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100.000 kleine Stücke: Historisches Mosaik im Linzer Mariendom restauriert

Barbara Gröstlinger, 10.04.2026 15:18

LINZ. Eine weitere der sieben Kapellen im Linzer Mariendom steht kurz vor dem Abschluss der Restaurierung. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht das beeindruckende Mosaik der Märtyrer-Kapelle, das aus über 100.000 kleinen Einzelteilen besteht. Tips hat Restauratorin Susanne Beseler über die Schulter geschaut. 

Susanne Beseler bei Restaurierarbeiten am Mosaik (Foto: Diözese Linz / Johannes Kienberger)
  1 / 3   Susanne Beseler bei Restaurierarbeiten am Mosaik (Foto: Diözese Linz / Johannes Kienberger)

Konkret handelt es sich bei der aktuell dritten Restaurierung im Mariendom um die Doppelkapelle mit den Kapellen „Königin der Märtyrer“ und „Königin der Propheten“, die sich mittlerweile schon wieder in deutlich verbesserter Optik befinden.

Besondere Mosaike

Neben der Reinigung von Steinoberflächen und der beiden Altäre wurde auch an der Restaurierung der 8,5 Meter hohen Wandmosaike gearbeitet. Die Mosaike sind an den Stellen des Doms beziehungsweise der Kapellen zu finden, wo kein Fenster möglich war.

Das bedeutet aber nicht, dass die Mosaike den Glasfenstern in irgendeiner Hinsicht nachstehen. „Die Mosaike sind nahezu brillant und irrsinnig gut erhalten. Die malerische Schönheit entspricht auf jeden Fall der der Fenster“, betont Restauratorin Susanne Beseler. 

100.000 kleine Stücke

Durch den guten Zustand sei die Herausforderung trotz ungefähr 100.000 Tesserae (kleine Mosaikteilchen) einfach gewesen, erzählt die Restauratorin weiter. 

Besonders ist außerdem, dass es viele kleine vergoldete Stückchen gibt. Viele Mosaiksteinchen sind auch aus Silber oder Schlagmetall. Diese sind jedoch schadensanfälliger und mussten im Vergleich am häufigsten retuschiert und verbessert werden. Doch auch das blieb nahezu eine Seltenheit.

„Unser Ziel war es, bei der Restaurierung so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich einzugreifen“, erklärt Dombaumeister Michael Hager.

„Das Glas macht Disco“

Eine weitere Außergewöhnlichkeit – entdeckt von den beiden Restauratorinnen Susanne Beseler und Iris Bermoser – ist das Leuchten einiger Tesserae im UV- beziehungsweise Taschenlampenlicht. Zum Beispiel wird dann Gold zu Grün oder Rosa zu Neonrot. Darauf hat selbst Beseler keine Erklärung und beschreibt schmunzelt ihre Entdeckung mit den Worten: „Das Glas macht Disco“.

Abschluss in zwei Wochen

Restauriert wurde von oben nach unten. Im Moment fehlen nur noch die Altäre, die von einer dicken Schmutzschicht befreit werden und zuerst trocken, dann feucht gereinigt werden. Das bedeutet, in etwa zwei Wochen sollte der Mariendom wieder frei von Gerüsten sein – zumindest bis zum nächsten Restaurierungsabschnitt, sagt Hager.

Die Arbeiten wurden von den Restauratorinnen gemeinsam mit der Dombauhütte des Mariendoms und in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt.


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