Der Maler und sein Förderer: Max Pechstein-Ausstellung im Linzer Lentos
LINZ. Die Retrospektive „Abenteuer Expressionismus“ im Lentos widmet sich mit Max Pechstein einem Hauptvertreter der klassischen Moderne. Neben Schlüsselwerken aus verschiedenen Schaffensphasen steht besonders seine Beziehung zu seinem Förderer, dem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt, im Fokus, der auch den Grundstein der Vorgängerinstitution des Lentos legte.

Die Ausstellung verfolgt Pechsteins Weg von den frühen Jahren in der Künstlergruppe „Brücke“ über die Südseereise bis in das Spätwerk nach 1945 und ist Teil einer internationalen Tournee mit über 100 Werken aus den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum. Ausgehend davon legt Kuratorin Brigitte Reutner-Doneus einen Schwerpunkt auf die Beziehung des Künstlers zu Wolfgang Gurlitt, der ihn als Galerist vertrat und seine Reise in die Südsee ermöglichte, und damit auf die eigene Museumsgeschichte.
„Die Ausstellung zeigt Max Pechstein nicht nur als bedeutenden Maler, sondern auch im Spannungsfeld von Förderung, Vermarktung und künstlerischer Selbstbehauptung, exemplarisch sichtbar in seiner Beziehung zu Wolfgang Gurlitt“, so Lentos-Direktorin Hemma Schmutz. Die Kuratorin ergänzt: „Für Pechstein bedeutete die Zusammenarbeit mit Gurlitt einen entscheidenden Karriereschub. Durch Ausstellungen, Verkäufe und Kontakte in ein internationales Sammlerumfeld wird seine Kunst in einem Maß sichtbar, das über die Möglichkeiten der Künstlergruppen und Secessionsausstellungen hinausgeht.“
Die Präsentation umfasst insgesamt mehr als 150 Exponate, darunter auch Fotografien, Briefe, Holzstöcke und Malutensilien. Eine besondere Rolle spielen zudem die Reisetagebücher von Max und Lotte Pechstein.


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