LINZ/WIEN. Ob man ihn zuletzt mal ohne blauen Stern gesehen hat? „Hoffentlich nicht, weil wenn, dann nur daheim beim Schlafen“, lacht Cosmó im Tips-Interview. Der 19-Jährige vertritt Österreich mit seinem Song „Tanzschein“ am Samstag, 16. Mai, beim Eurovision Song Contest in Wien.

Am 19. Februar hat Benjamin Gedeon noch eine Semesterprüfung für sein Zahnmedizinstudium geschrieben, tags darauf gewann er als Cosmó mit „Tanzschein“ die österreichische Vorentscheidung. Seither dreht sich das Leben des 19-jährigen Wieners um den ESC. „Der ESC war schon immer ein Traum von mir. Schon 2014, als Conchita gewonnen hat, war ich davon begeistert. Auch weil man merkt, dass Österreich einen hohen Stellenwert beim Song Contest hat. Der Sieg von JJ letztes Jahr hat mich dann nochmal zusätzlich motiviert“, erzählt Cosmó.
Dass er auf Deutsch performt, sieht er nicht als Problem. „Ich habe das Gefühl, dass es in der Musikwelt langsam ankommt, dass die Sprache tatsächlich nicht so relevant ist. Die Leute singen zum Glück einfach so mit, wie sie können. Und bei „Tanzschein“ ist es auch der Tanz, der international funktioniert. Den versteht man, egal welche Sprache man spricht.“ Hand aufs Herz, wie sieht es denn mit den persönlichen Tanzskills aus? „Also bis vor Vienna Calling waren die eher auf mein Zimmer beschränkt, wo keiner zugeschaut hat. Mittlerweile mache ich dasselbe halt auf der Bühne. Ich habe tanzen nicht gelernt. Ich mache das nach Gefühl – und genau so soll es auch sein.“
Familie als Rückhalt
Seine Familie und Freunde feiern ihn auf jeden Fall schon jetzt: „Meine Freunde sind ganz begeistert und finden das super cool. Und meine Familie ist sowieso voller Stolz und mega supportive. Vor allem die Mama ist super. Weil die Mama ist immer die Mama. Sie sagt mir auch nach Terminen, dass ich mir da schon vorher die Haare hätte richten sollen und so.“
Genauso diese Menschen sind es auch, die es braucht, wenn man im Rampenlicht steht. Denn Kritik ist nie weit, wenn sich jemand etwas traut. „Natürlich ist es gut, wenn jemand seine Meinung sagt, aber der Ton ist manchmal nicht der Beste. Das will ich gar nicht schönreden, weil es auch sehr verletzend sein kann. Ich kann aber gut damit leben, eben wegen den Menschen in meinem Umfeld. Das ist so eine Bubble, wo der Hass gar nicht reinkommt.“
Der Auftritt kann kommen
Dem Auftritt selbst blickt er überraschend gelassen entgegen. „Ich werde auf jeden Fall noch einmal eine Runde meditieren und mich gut aufwärmen. Weil das eine oder andere Mal habe ich mir schon fast was gerissen. Vor dem Auftritt werde ich vor allem froh sein, weil wir bis dahin so viel geschafft haben und wir endlich alles, was wir so lange vorbereitet haben, auf der Bühne präsentieren können.“ Er werde auf jeden Fall alles geben und „dann schauen wir, was rauskommt.“
Egal wie es ausgeht, hofft der 19-Jährige auf jeden Fall später einmal sagen zu können: „Krass, die haben alle den Tanz gemacht und es hat mega, mega Spaß gemacht. Nicht nur mir, sondern auch meinem Team und allen, die zugesehen haben.“
Was nach dem ESC kommt
Und was kommt nach dem ESC danach? Das Studium pausiert für ein Jahr, weiterführen möchte er es aber auf jeden Fall. Und natürlich ist auch die Musik nicht aus seinem Leben wegzudenken. Immerhin hat er schon mit 13 begonnen, Melodien und Texte zu schreiben. Wenn er sich was wünschen könnte, wäre das ein Feature mit Cro, „das wäre Wahnsinn.“ Ansonsten sehnt er sich vor allem wieder nach Konzerten mit seiner Band: „Ich freue mich sehr darauf, im Herbst mit meiner Band auf Tour zu gehen. Das wird echt cool.“
So ist er am Freitag, 9. Oktober, als Support von Aut of Orda im Posthof zu erleben (Karten: posthof.at).


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