Linzer Torte trifft große Oper: Das sind die Auftaktpremieren im Landestheater Linz
LINZ. Das Landestheater Linz eröffnet die Spielzeit 2026/2027 mit „Roald Dahl’s Matilda – Das Musical“. Die Premiere findet am Freitag, 11. September, im Musiktheater statt. Auch die anderen Sparten stehen in den Startlöchern – Tips verrät, welche Stücke den Auftakt machen.

Matilda ist ein kluges wie außergewöhnliches Mädchen. Ihre bildungsfernen Eltern schikanieren sie, und auch die Schuldirektorin Agathe Knüppelkuh hasst Kinder und bestraft genussvoll alle, die sich nicht an ihre Regeln halten. Zum Glück ist Matilda ebenso mutig wie schlau. Nur ihre Lehrerin, Fräulein Honig, erkennt Matildas besondere Fähigkeiten.
Das Musical nach dem Erfolgsroman von Roald Dahl erzählt von einem Mädchen, das von einem besseren Leben träumt, sowie von kindlicher Anarchie und der Kraft der Fantasie. „Matilda“ hat fast 50 Preise gewonnen und soll Menschen jeden Alters begeistern.
In Linz führt Melissa King Regie, die musikalische Leitung obliegt Raban Brunner. Für die Produktion wurden aus rund 300 Bewerbungen insgesamt 19 Kinder ausgewählt, die mit dem Musicalensemble auf der Bühne stehen.
Die Premiere ist am Freitag, 11. September, im Musiktheater.
Schauspiel-Uraufführung
Mit der Uraufführung „Linzer Torte mit Schlag“ startet das Schauspiel am Samstag, 19. September, in der BlackBox des Musiktheaters in die Spielzeit.
Schauspieldirektor David Bösch widmet sich in seinem dritten Bühnentext den Mehlspeisen – und damit einem Kernstück österreichischer Identität. Mit Humor, Musik und einem Augenzwinkern feiert er nicht nur die Linzer Torte, sondern auch die Eigenheiten der Menschen, die sie umgeben.
Jackson aus New York erhält einen Brief aus der alten Welt, aus „einem Fleck namens Oberösterreich“. Darin wird die vielleicht beste Torte der Welt gepriesen: „So schmeckt Europa.“ Beigefügt ist eine Kostprobe – eine Unterschrift aus Ribiselmarmelade, dem Geheimnis der Linzer Torte. Fasziniert folgt Jackson der Spur dieser Köstlichkeit. Doch schon an der Grenze zu Österreich wird klar, dass seine Mission nicht ohne Hindernisse verlaufen wird. Zwischen lokalen Eigenheiten, sprachlichen Stolpersteinen und kulinarischen Offenbarungen begegnen ihm eine zarte Liebesgeschichte und eine handfeste Lektion in Sachen Bürokratie.
Doppeltanzabend
Tanz Linz eröffnet die Saison mit dem Doppeltanzabend „Divine Matter“ am Samstag, 26. September, im Musiktheater.
Am Programm stehen zwei Arbeiten aus weiblicher Perspektive, die den Körper als Ort von Ursprung, Wandel und Weitergabe erfahrbar machen: die Uraufführung „Worship“ der US-amerikanischen Choreografin Drew Jacoby und die europäische Erstaufführung „Auto Cannibal“ der australischen Choreografin Stephanie Lake.
„Lohengrin“ neu inszeniert
In der Opernsparte macht Richard Wagners „Lohengrin“ am Samstag, 10. Oktober, im Musiktheater den Auftakt.
Als der junge Gottfried verschwindet, wird seine Schwester Elsa beschuldigt, ihn getötet zu haben. Sie sieht sich mit dem Schlimmsten konfrontiert, als ein geheimnisvoller Retter erscheint. Doch der namenlose Fremde will selbst zum Quell einer neuen Ordnung werden. Im Schatten der Bewunderung für den Helden vergeht die Menschlichkeit, vor allem Elsa gegenüber.
Mit der Linzer Neuinszenierung wird Regisseur Michael Schulz betraut, der bereits mit „Elektra“ sein Gespür für Ambivalenzen unter Beweis gestellt hat. Am Pult des Bruckner Orchesters Linz steht der designierte Chefdirigent Christoph Koncz.
Troja aus Kindersicht
Das Junge Theater startet am Dienstag, 13. Oktober, mit einer österreichischen Erstaufführung auf der Studiobühne in die Spielzeit: „Troja! – Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd“ (10+) von Henner Kallmeyer. Regie führt Nele Neitzke.
Die Sage um das Trojanische Pferd ist bekannt. Doch während das antike Troja von den Griechen in Schutt und Asche gelegt wird, treffen sich zwei Kinder im Inneren des Trojanischen Pferdes. Briseis ist Griechin, Spourgitis Trojaner. Anfangs gibt es zwischen den beiden nichts als gelernten Hass. Daran ändert auch das Auftauchen eines launischen Gottes nichts. Die Wogen glätten sich jedoch, und bald stellt sich den beiden die Frage, weshalb sich ihre Völker eigentlich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Juwel des Operettengenres
Mit Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ kommt ein Juwel des Operettengenres auf die Bühne des Musiktheaters. Das zeigt sich schon in der Handlung, die sich als Mischung aus großen Gefühlen, überdrehtem Humor, verruchtem Nachtlokal und glitzernder Adelswelt präsentiert. Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen der gefeierten Chansonette Sylva Varescu und dem hochrangigen Aristokraten Edwin, die an diesem Standesunterschied fast zu zerbrechen droht.
Kálmán schrieb dazu eine Musik, die in der für ihn typischen Melange aus Heiterkeit und Tanzrhythmen die emotionale Spannweite des Geschehens einfängt. Nicht umsonst ist fast jede Nummer dieser Partitur zum Schlager geworden. Die Inszenierung dieses Höhepunkts liegt in Linz bei Operettenspezialist Thomas Enzinger in besten Händen. Die musikalische Leitung hat Daniel Reith. Die Premiere findet am Samstag, 24. Oktober, statt.








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