Naturschutz-Bescheid positiv: Spatenstich zur Westumfahrung am 5. Juli
LINZ. Mit dem positiven Naturschutzbescheid und dem Ende des letzten noch ausständigen Bewilligungsverfahrens für den Bau der Westumfahrung Linz (A26) steht laut Verantwortlichen von Stadt, Land und ASFINAG einem Spatenstich am 5. Juli für die vierte Donaubrücke und der 4,4 Kilometer langen Autobahn nichts mehr im Weg. Scharfe Kritik kommt von den Linzer Grünen, die sich von Bürgermeister Klaus Luger übergangen fühlen.

„Mit der naturschutzrechtlichen Bewilligung wurde die letzte Hürde auf dem Weg zum Baustart genommen. Die Westumfahrung ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Linz und bringt eine Entlastung für rund 40.000 Bewohner in Urfahr sowie in der Innenstadt“, ist der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) voll des Lobes über das Projekt. In die gleiche Kerbe schlägt LH-Stv. und Straßenbaureferent Franz Hiesl (VP): „71 Prozent der Bevölkerung stehen hinter diesem Straßenbauprojekt, das die Landeshauptstadt und das westliche Mühlviertel massiv entlasten wird. Ich freue mich schon auf den Spatenstich.“ Viele Einwendungen im UVP-Verfahren und der unklarste Punkte beim Naturschutzverfahren betrafen den in der Urfahrwänd brütenden Wanderfalken, der künfig neue Brutstätten erhalten soll.
Spatenstich am 5. JuliFix ist nun: Der Spatenstich wird am Sonntag, 5. Juli, ab 13 Uhr am Linzer Hauptplatz stattfinden. Im Rahmen der ersten Bauetappe wird zwischen 2016 und 2018 eine vierte, 306 Meter lange Linzer Donaubrücke westlich der Nibelungenbrücke errichtet. Im Anschluss daran wird auf der Linzer Seite ein 4,4 Kilometer langer zweiröhriger Tunnel durch den Freinberg bis zur Kudlichstraße sowie eine neue Westbrücke errichtet. Mit der Teilverkehrsfreigabe wird 2024, mit der kompletten Verkehrsfreigabe auf der neuen Westbrücke im Jahr 2029 gerechnet, die Kosten betragen laut ersten Schätzungen 646 Millionen Euro. Das Land OÖ wird dazu 10 Prozent, die Stadt Linz 5 Prozent beisteuern.
Umweltstadträtin sauerBei der Grünen Umwelt-Stadträtin Eva Schobesberger war am Freitag der Unmut über die Vorgehensweise groß: „Bürgermeister Luger hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Umwelt, Naturschutz sowie Mitsprache der Bürger für ihn keine Bedeutung haben. Der Naturschutzbescheid umfasst 123 Seiten. Gestern Abend die Weisung zu erteilen, bis längstens heute den Bescheid auch ohne Freigabe des für Naturschutz zuständigen Stadtsenatsmitgliedes auszustellen, ist eine Vorgehensweise, die für sich steht. Da stelle ich mir schon die Frage: „Zeitgerecht“ wofür? Zeitgerecht für die heutige Pressekonferenz mit Hiesl oder vielleicht zeitgerecht für eine große Wahlkampf-Veranstaltung im Sommer?“, so Schobesberger.


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