Luftgüte: Zwei große "Sorgenkinder" in Oberösterreich
OÖ/LINZ. Die Feinstaubbelastung 2016 in Oberösterreich war so niedrig wie noch nie zuvor, auch der langjährige Trend der Luftbelastung durch Luftschadstoffe geht nach unten. Großen Handlungsbedarf gibt es aber vor allem an zwei Stellen: Im Bereich Linz/ Römerberg sowie im Bereich der Autobahn A1 südlich von Linz.

An beiden „Baustellen“ braucht es dringend weitere Absenkungen der Schadstoffimmissionen. „Denn für die A1 hat die Europäische Kommission bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet,für den Bereich Linz ist ebenfalls mit einem Verfahren zu rechnen. Als Hauptverursacher gilt hier der Verkehr, entsprechend wirksame Maßnahmen sind derzeit noch in Prüfung“, verrät Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) am Donnerstag.
Auf Raketen verzichten
Für den Jahreswechsel appelliert LR Anschober, einen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten und auf Raketen zu verzichten oder ihre Verwendung zu reduzieren, da diese eine starke Belastung, nicht nur durch Staub, sind. Anschober: „Ohne Raketen tun wir unserer Luft und Umwelt etwas Gutes, wir schonen unsere Geldbörsen und auch die Tierwelt würde es uns danken“.
Die Luftbilanz im Detail
Nach derzeitigem Stand lässt sich das Jahr 2016 so beurteilen:Mit dem Vorliegend der Auswertungen der Luftmessdaten des Jahres 2016 bis Mitte Dezember zeigt sich folgendes generelles Bild: der langjährige Trend von 2003 bis 2016 geht generell nach unten, allerdings bei Feinstaub PM10 deutlicher und schneller als bei Stickstoffdioxid NO2. Für die Schadstoffsituation spielt die Witterung eine bedeutende Rolle. Sowie die letzten Jahre wird 2016 als ein warmes Jahr in die Annalen eingehen. Es war mit ca. 1 Grad Celsius gegenüber dem Klimamittel von 1981 bis 2010 nicht ganz so warm wie das Rekordjahr 2015, allerdings setzt sich der Trend zu immer wärmeren Jahren fort. In Hinblick auf den Niederschlag gab es heuer mit ca. 110 % zur Klimanormalperiode (1981 -2010) wieder deutlich mehr Niederschlag als im Vorjahr.
Feinstaub PM10
Im Jahr 2016 war die Feinstaubbelastung in OÖ so niedrig wie noch niezuvor. Bis 12. Dezember wurden an der höchstbelasteten Station Linz-Römerbergtunnel nur 9 Überschreitungstage registriert. Es gab auch noch keinen Tagesmittelwert über 100 μg/m³. Auch wenn bis Jahresende noc hein paar Überschreitungstage dazukommen, ist es schon sicher, dass sowohl der Grenzwert der EU als auch der Grenzwert des Bundes-IG-LImmissionsschutzgesetz-Luft (25 Überschreitungstage über 50 μg/m3)eingehalten werden und 2016 das bisher staubärmste Jahr ist.
Stickstoffdioxid NO2
Auch bei Stickstoffdioxid verbessert sich die Situation in Oberösterreich langsam, wenngleich in verkehrsnahen Bereichen wie z.B. bei der Messstelle Linz-Römerberg und Enns-Kristein die Messwerte seit Jahren über dem Grenzwert der EU für das Jahresmittel von 40 μg/m³ und deutlich über dem im Immissionsschutzgesetz-Luft IG-L für Ö derzeit festgesetztenGrenzwert von 35 μg/m³ liegen. An mittlerweile 40 Messstellen sowohl im Stadtzentrum als auch außerhalb davon bestätigt sich die Grundproblematik, wonach im Bereich stark befahrener Straßen Grenzwertüberschreitungen auftreten.
Zweites EU-Verfahren droht
Ein durch die EU-Kommission gegen Österreich eingeleitetesVertragsverletzungsverfahren wegen Überschreitung der NO2-Grenzwertean der Messstelle Enns-Kristein hat zusätzliche Maßnahmen notwendig gemacht. So wurde die Schalthäufigkeit von Tempo 100 durch eine Verringerung des NO2-Schwellenwertes erhöht, der betroffene Autobahn-Abschnitt wurde zur Tempo-Überwachung mit einem zusätzlichen Radar ausgestattet und seit Juli diesen Jahres gilt ein Fahrverbot für alte LKW der Euro-Abgas-Klassen 0, 1 und 2.
Gleichzeitig mit der Erstellung des Maßnahmenprogramms 2011 wurde an die EU-Kommission ein Ansuchen um Erstreckung der Frist für die Einhaltung des NO2-Grenzwertes im Bereich Linz/Römerberg gestellt.Diese Fristverlängerung wurde bis 1.1.2015 gewährt, sodass spätestens ab 2015 der Jahresmittelwert von 40


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