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Grünoasen statt Steinwüsten in Linzer Innenstadt: "Linz soll kein Klein-Frankfurt werden"

Valerie Himmelbauer, 09.08.2017 08:04

„Nicht nur jammern, sondern auch Vorschläge bringen“, ist die Devise von vier Linzer Bürgerinitiativen, die sich mit dem oö. Umweltanwalt Martin Donat zusammengeschlossen haben, um „Linz wieder lebenswert zu machen“. Heftige Kritik wird von den Engagierten an Bürgermeister Klaus Luger und seiner Stadtplanung laut. Luger wehrt sich gegen die Vorwürfe, Eva Schobesberger von den Grünen begrüßt das Engagement.
 

  1 / 8   Fotos und Grafiken: Land OÖ Ginge es nach den Rettern des Andreas-Hofer-Parks, würde – wie diese Grafik zeigt – schon bald eine Baumallee mit Bodenbegrünung die Zugänge zum Park beleben.

Von den Vertretern der Linzer Bürgerinitiativen „Rettet-den-Andreas-Hofer-Park“, „Lebenswerter Hessenplatz und Umgebung“, „Baumrettungsinitiative Linz“ und „Arch.Pro.Linz“ wird eine integrierte Stadtplanung gefordert, die auch Grünplanung einschließt. In Abstimmung mit der Oö. Umweltanwaltschaft will man sich für bestehende Parkanlagen aktiv einsetzen: „Wir wollen eine rechtlich-verbindliche, zeitgemäße Stadt- und Grünraumplanung, die Mobilitätslösungen und grüne Infrastruktur einschließt, eine Sicherung des Grüngürtels rund um Linz und eine fixe Festlegung in den Bebauungsplänen über die Begrünung, die auch von der Baubehörde eingefordert und umgesetzt werden muss“, fordert Umweltanwalt Martin Donat.

„Dilettantische Planung“

Auch Architekt Wolfgang Pauzenberger von der „Arch.Pro.Linz“ stellt fest: „Eine Grünlandplanung kann nicht existieren, wenn es keine integrierte Stadtplanung gibt. Schon von Alt-Bürgermeister Franz Dobusch wurde die Stadtplanung dilettantisch betrieben, ebenso wie von Bürgermeister Klaus Luger und seinem Fachpersonal. Wir können das nicht mehr dulden. Es muss einen Zusammenschluss geben, so können wir uns unsere Stadt nicht ruinieren lassen“, wird Pauzenberger laut. Ein Stopp der Hochhausplanungen – allen voran des geplanten Weinturm-Hochhauses in der Kaarstraße –, ein Stopp der willkürlichen Zerstörung der Stadtstruktur sowie eine Sicherstellung der Rechtssicherheit von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen wird laut der „Arch.Pro.Linz“ gefordert. Luger kontert: „Ich stelle mich hinter die Mitarbeiter der Planungsabteilung des Magistrats und die Linzer Architekturbüros. Sie leisten alle eine sehr gute Arbeit, auch wenn vielleicht nicht immer alles auf Anhieb gelingt oder auf sofortige Gegenliebe stößt. Das war zum Beispiel beim Brucknerhaus oder beim Lentos auch so.“

Andreas-Hofer-Park

Die Retter des Andreas Hofer Parks wollen eine Sicherung des großkronigen Baumbestands und eine Parkerweiterung nach Süden erreichen. Eine Allee mit Bodenbegrünung, breite Fußgängerübergänge und eine verkehrsberuhigte Begegnungszone sind die Wünsche der Anrainer: „Bei uns im Viertel gibt es außer dem Andreas-Hofer-Park keine Möglichkeiten, mit Kindern Zeit im Grünen zu verbringen. Wir wollen keine Tiefgarage unter unserem Park, keine gefährlichen Ein- und Ausfahrten und keine giftigen Abgase. Das ist aus unserer Sicht grob fahrlässig“, erläutert Tanja Linke vom Verein Rettet-den-Andreas-Hofer-Park.

Hessenpark

Auch im Hessenpark haben sich viele Unterstützer gefunden, die gemeinsam eine Erhaltung der Parkanlage erreichen wollen: „Unser Hessenpark ist gut frequentiert, aber vor allem als konzentrierter Aufenthaltsbereich von Randgruppen, nicht von Bewohnern“, kritisiert Olga Lackner. Gefordert wird unter anderem eine Neugestaltung der Parkflächen sowie eine Erweiterung der Grünflächen am Martin-Luther-Kirchenplatz. Dazu Luger: „Die Stadt hat einen Grünanteil von 50 Prozent. Es finden sich in den öffentlichen Grünanlagen viele sehr alte und gut gepflegte Bäume. Diese Anlagen sind alle auch aus der Innenstadt sehr gut und fußläufig erreichbar.“

Baumrettungsinitiative

Welf Ortbauer von der Baumrettungsinitiative Linz ergänzt: „Luger will aus Linz ein Klein-Frankfurt machen! Für uns steht aber die Lebensqualität im Vordergrund. Wir wollen, dass auch alte Bäume erhalten bleiben und rechtzeitig ein Schwerpunkt auf die Baum-Pflegemaßnahmen gesetzt wird.“ Bürgermeister Klaus Luger entgegnet: „In Frankfurt sind die Mietpreise von 2011 bis 2016 um bis zu 50 Prozent gestiegen und sind aktuell rund doppelt so hoch wie in Linz. Wir setzen uns für eine moderate Entwicklung der Mieten ein, leistbares Wohnen für alle Linzer ist uns ein wichtiges Anliegen. Das schaffen wir durch unsere Wohnbauaktivitäten. Da wir in der Fläche begrenzt sind, bleibt nur der Bau in die Höhe. Alternativ müssten wir die Grünflächen der Stadt reduzieren, das wollen wir nicht.“

200.000 neue Bäume

200.000 neue Bäume sollen – geht es nach der Baumrettungsinitiative – im Stadtgebiet von Linz, die Hälfte davon in der Innenstadt – ein Lebensbaum pro Linzer – gepflanzt werden. Grünen-Stadträtin Eva Schobesberger begrüßt die Vorschläge der zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen und übt Kritik an Rot-Blau in der Stadtpolitik: „Es scheint, als ob die Interessen von Einzelnen einen höheren Stellenwert haben, als die Lebensqualität und die Gesundheit der Linzer. Holen wir die Natur noch mehr in unsere Stadt und tragen zu einem lebenswerten Linz bei, in dem sich alle Menschen wohlfühlen.“ 

 


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Gastuser
Gastuser
10.08.2017 08:09

Von Linz ins Grüne

Schon jetzt ist man schnell auch von der Linzer Innenstadt im Grünen. Mit samt der Donau und der Fußgängerzone in der Innenstadt, finde ich die Stadt schon jetzt sehr lebenswert, aber mit mehr Bäumen und Grünflächen und-anlagen wird es sicherlich noch besser.