Tierheim-Tierärztin: „Eigentlich ist mein Beruf auch mein Hobby“
LINZ. Im Tierheim Linz finden Tiere nicht nur ein temporäres Zuhause, sie werden dort auch medizinisch umsorgt. Dafür sorgt Tierheim-Tierärztin Tanja Holy mit viel Engagement und Herzblut.

Dienstagnachmittag: es gehören zwei wilde Kätzchen versorgt, die von der Tierrettung ins Tierheim gebracht wurden. Unterstützt wird Tierärztin Tanja Holy dabei von Tierheim-Referentin Lydia Just. Dies ist auch dringend notwendig, denn die unwilligen Patientinnen versuchen alles Erdenkliche, um zu entkommen. Eine kratzt und windet sich – und hat Erfolg. Schnell schließt Just die noch offene Türe, während Holy sich um das gekippte Fenster kümmert. Nicht ganz fünf Minuten später ist die kleine Ausreißerin wieder eingefangen und kann gechipt und geimpft werden. Der nächste „Patient“ ist Hund Carlos, der mit seiner zukünftigen Familie im Schlepptau zur Tierärztin kommt. Für ihn ist es die letzte Untersuchung im Tierheim, bevor er in sein neues Zuhause kommt. Im Gegensatz zum Kätzchen denkt der junge Hund nicht einmal ans Abhauen, sitzt putzmunter und neugierig auf dem Untersuchungstisch. Sowohl Abhorchen mit dem Stethoskop als auch die Untersuchung der Ohren lässt er mit ungetrübter Stimmung über sich ergehen. Ein typischer Tag im Tierheim? – „Es gibt überhaupt keinen typischen Tag im Tierheim. Immer wenn man sich für den nächsten Tag etwas vornimmt, kommt es anders“, schmunzelt die Tierärztin.
Viel Liebe und Engagement
Das heißt jedoch nicht, dass nicht geplant würde. „Wir planen die Kastrationen ein, das Blutabnehmen, die Zähne machen... Aber wir wissen nie wie viele Neu-Katzen, Kleintiere wie Hasen oder Igel am nächsten Tag kommen. Wenn eine Abnahme ist, können es auch gleich 30 bis 40 Tiere pro Tag sein“, erklärt Holy. Der Beweis für die Unplanbarkeit folgt auf den Fuß: Nur eine halbe Stunde später stehen Transportboxen mit sieben neuen Hasen im Eingangsbereich des Tierheims. Natürlich kommen die sehr mitgenommenen Tiere zuerst zur Tierärztin. „In der Arbeitszeit geht es sich nicht aus“, erklärt die Tierärztin, die im Bezirk Urfahr-Umgebung wohnt. „Ich nehme mir viele Tiere mit nachhause, pflege sie dort und bringe sie dann wieder mit – vor allem Wildtiere.“ Eichkätzchen und Igel finden dann das ein oder andere Mal auch in ihrem Garten ein neues Zuhause. Auch Tauben werden oft behandelt. „Wenn es Jungtauben gibt, bekommen wir oft pro Tag eine Taube“, erklärt Holy. Auch die werden aufgepäppelt und entlassen. Ist das nicht möglich, wird genauso wie bei Haustieren nach einem artgerechten Platz gesucht.<


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