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LINZ. Die „Nachfrage“ nach Ostern wird geringer und mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu tun sich viele schwer, dies attestierte der Linzer Bischof Manfred Scheuer beim Festgottesdienst am Ostersonntag im Linzer Mariendom.  

  1 / 2   Bischof Manfred Scheuer gibt in der Osternacht das Licht an Gläubige im Mariendom weiter. Fotos: Hermann Wakolbinger

Maria Magdalena ist durch den gleichnamigen Kinofilm gerade in vieler Munde und auch in allen vier Ostererzählung der Evangelisten findet sie Erwähnung. Bei Bischof Scheuer wurde sie zur zentralen Person der heurigen Predigt zum Ostersonntag. „Ihre Begegnung mit dem Auferstandenen kann unser Verständnis von Ostern erhellen. Aus allen Berichten über die Begegnung mit dem Auferstandenen wird ersichtlich, dass er nach seinem Durchgang durch das „Tal des Todesschattens“ radikal verändert ist. Die Evangelien betonen offensichtlich, dass das Geheimnis der Auferstehung der Toten eine radikale Verwandlung ist, keine bloße Wiederbelebung einer Leiche und die Rückkehr zurück in diese Welt und das Leben. Maria Magdalena erkennt ihn an der Stimme, die ihren Namen ausspricht.“ 

Die „Magdalenasekunde“ nutzen

Für Bischof Manfred ergibt sich daraus die Frage, wo wir uns in unserem Leben ansprechen lassen von Jesu. „Als ich fremd war und nicht angenommen wurde, im Beruf versagte oder an Grenzen der Belastung kam, Misserfolge erlitt, mir die Luft ausging, habe ich Begleiter gehabt, als ich keine Perspektiven mehr hatte und wie mit Blindheit geschlagen war?“ Der Schriftsteller Patrick Roth hat diesen Moment der Hinwendung und des Erkennens als „Magdalenensekunde“ charakterisiert – als „die Sekunde der Wiedererkennung: Mensch und Gott werden einander wieder bewusst. Die „Magdalenensekunde“ markiert also die notwendige Reaktion des Menschen auf den göttlichen Anruf und Zuspruch. Ohne die bewusst ausgeführte Reaktion, ohne die Zuwendung zu Gott, lässt sich Auferweckung nicht verstehen.“

„Ich muss Auferstehung für möglich halten, damit mir Auferstehung geschenkt wird“

Mit der Auferstehung Jesu bzw. mit dem Glauben daran tun sich viele schwer, so Bischof Manfred Scheuer. „Die „Nachfrage“ wird geringer. Medial wird die Osterbotschaft des Papstes von Terrorangst und verstärkten Sicherheitsvorkehrungen im Vatikan überlagert.“ Wie aber steht es bei uns, fragt der Bischof nach. Herrscht da nicht auch manchmal bei uns eine geringe Nachfrage nach Auferstehung vor?

„Erschließen sich mir die Zeichen der liebenden Aufmerksamkeit noch? Sehe ich die knospende Natur, höre ich das herzerfrischende Kinderlachen, koste ich das unvoreingenommene Gespräch mit dem Freund aus, spüre ich die zärtliche Nähe des Ehepartners? Bei Ostern geht es um das Vertrauen in Gott, vertrackte Lebenssituationen aufzubrechen. Es geht um die Hoffnung, dass uns ein Engel den Weg aus der dunklen Grabeshöhle unserer Verbohrtheit in das helle Licht der Lebensperspektiven weist. Ostern mag uns auch eine Grundhaltung vermitteln, offen zu sein für den Einbruch Gottes in unser alltägliches Hamsterrad, in die Gegenwart, in unsere Geschichte. Ich muss Ostern mögen und für möglich halten, damit mir Auferstehung geschenkt werden kann.“

 Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst am Ostersonntag im Mariendom mit der „Mariazeller Messe“ Missa cellensis [Hob. XXII:8“ von Joseph Haydn mit dem Orchester und Solisten der Dommusik Linz unter der Leitung von Domkapellmeister Josef Habringer und Domorganist Wolfgang Kreuzhuber an der Orgel.


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