Misere bei Linzer Lehramts-Studium
LINZ. Linzer Lehramtsstudenten aus vier Studienrichtungen müssen derzeit für ihr Studium nach Salzburg pendeln – eine wenig attraktive Option für Studierende. Diese werden jedoch dringend benötigt, da der Lehrermangel in Oberösterreich in den kommenden Jahren noch stärker wird.

Deutsch, Englisch, Turnen und Geografie – wer diese Fächer in Linz auf Lehramt studieren will, muss nach Salzburg pendeln. Dies stellt für die Studierenden eine erhebliche zeitliche sowie finanzielle Belastung dar. Studentenvertreter Matthias Hörzi und Studentenvertreterin Rebecca Haider fordern daher eine Lösung: „Kurzfristig: pendelnde Professoren. Es ist sicher besser, wenn 60 Professoren pendeln als 600 Studierende. Ein online-Angebot wäre auch ein guter Schritt.“
„Salzburg-Tag“ beschränkt hilfreich
Ein Salzburg-Tag, der für die Linzer Studenten durch die Uni Salzburg eingerichtet wurde, bringt nur geringe Verbesserungen. Zum einen ist es nicht möglich die Lehrveranstaltungen für die Linzer Studenten zu reservieren. „Auch für die Salzburger Studenten ist es attraktiv viele Lehrveranstaltungen an einem Tag zu haben“, schmunzelt Haider. Zudem ergeben sich aus Fächerkombinationen Überschneidungen, die erst recht dazu führen, dass Lehrveranstaltungen nicht belegt werden können.
Vollausbau wünschenswert
Langfristig sei aber der Vollausbau der Lehrerausbildung in Linz erstrebenswert. Denn: OÖ leidet bereits jetzt an einem Lehrermangel an Mittelschulen. Eine Pensionierungswelle wird die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen. „Es wird ein Riesenproblem werden“, so SPÖ-Bildungssprecherin Sabine Pomberger. Eine attraktive Ausbildung am Standort Linz sei daher unerlässlich. Pomberger fordert daher Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bildungslandesrätin Christine Haberlander – beide ÖVP – auf, sich beim Bund für den Standort Linz einzusetzen.
Brief an Ministerin
Man habe bereits reagiert, heißt es aus dem Büro Haberlanders. In einem Brief an Iris Rauskala, Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, forderte Haberlander schon „die rasche Entwicklung eines entsprechenden E-Learning-Konzepts“. Auch das Pendeln von „einigen wenigen Lehrenden nach Linz“, damit nicht „sehr zahlreiche Studierende nach Salzburg pendeln müssen“, hält Haberlander für wünschenswert.
Zuspruch zu E-Learning Konzept
In ihrer Antwort regte die Ministerin eine Kooperation mit den Verkehrsverbünden von Salzburg und Oberösterreich an, „um ein vergünstigtes Verbundticket anbieten zu können“. Rauskala verweißt darüber hinaus auf den Salzburg-Tag, mit dem sich die Univerität Salzburg bereits um eine bessere Studierbarkeit bemühe. Zudem befürwortet die Bundesministerin die Erstellung eines E-Learning-Konzeptes.


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