Neuer Anlauf: Radverleihsystem für Linz

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Vizebürgermeister Markus Hein (r.) und Bürgermeister Klaus Luger (mitte) sehen sich gemeinsam mit Alfred Stadler, dem Geschäftsführer des Gutenberg-Werberings (r.) eines der Fahrräder an.
Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 20.09.2019 09:36 Uhr

LINZ. Mit Frühling 2020 soll Linz einen Radverleih bekommen. An 40 Standorten sollen 400 Räder stehen.

Die Stadt Linz realisiert nun einen öffentlichen Fahrradverleih sowohl für Linzer als auch für Gäste. Betrieben wird dieser von der City Linz Bike GmbH. „Das Projekt Fahrradverleih geht nun in die finale Phase. Wie im Gemeinderatsbeschluss vorgesehen, kann dieses Service für die Stadt kostenneutral errichtet und betrieben werden. Die Finanzierung erfolgt maßgeblich durch Werbemöglichkeiten an den Verleihstationen und den Fahrrädern“, erklärt Bürgermeister Klaus Luger. Alleine duch die Leihgebühren wäre das System nicht kostendeckend zu betreiben.

40 Stationen in der Innenstadt

Die Stadt Linz hat gemeinsam mit der City Bike Linz GmbH 40 Verleihstationen mit insgesamt rund 400 Rädern an gut sichtbaren und publikumsrelevanten Standorten in einem Standortkonzept festgelegt. „Wenn man so etwas macht, muss es flächendeckend sein“, so Vizebürgermeister und Infrastrukturreferent Markus Hein. Die Stationen sollen so platziert werden, dass sie niemanden behindern oder eine Gefährdung darstellen. Die Verleihstationen und Werbeflächen sind bereits verkehrspolizeilich vorgeprüft und die Zustimmungen der Grundeigentümer liegen vor. Wenn das Bike-Sharing-System gut angenommen wird, ist ein Ausbau in Zukunft grundsätzlich denkbar.

Räder nach Bedarf

Insgesamt ist geplant pro Standort durchschnittlich zehn Räder bereitzustellen. Handelt es sich um stark frequentierte Orte, wie zum Beispiel den Hauptbahnhof, können es auch mehr sein. „Die Stationen sind individuell erweiterbar“, erklärt Alfred Stadler, Geschäftsführer des Betreibers Gutenberg-Werbering. „Im Winter haben wir vermutlich weniger Nutzer, da werden wir vielleicht nur 80 Prozent der Räder zur Verfügung stellen.“

Vandalen-sichere Räder

Die Fahrräder selbst eignen sich für Personen von 1,4 bis zwei Metern Körpergröße und einem maximalen Körpergewicht von 120 Kilogramm. Die Räder sind wartungsarm und robust ausgestattet und verfügen über eine Beleuchtung, die sich automatisch bei Dunkelheit aktiviert. „Es ist so ausgestattet, dass es Vandalen-sicher ist. Da sind wir am letzten Stand der Technik.“ Wann mit dem Radverleih begonnen werden kann, hängt von der Lieferzeit der Räder ab. Diese sei recht lange. Stadler hofft jedoch, dass die Räder bis April 2020 in Linz eintreffen.

Ausleihen via App

Das Ausleihen funktioniert per Smartphone-App. Die Anwendungssoftware ist für Mobiltelefone mit Googles Android und Apples iOS geeignet. Die Fahrräder können direkt an jeder Verleihstation durch die Nutzer  ausgeliehen werden – egal an welcher Station. Die Rückgabe ist ebenfalls an allen 40 Stationen möglich. Die Bezahlung ist mit den für aktuelle Webshops gängigen Kredit- und Debitkarten sowie Online-Bezahldiensten möglich. Über den genauen Tarif sei man noch am Verhandeln. „Unser Wunsch ist es, ein ähnliches Tarifsystem wie in Wien zu installieren“, so Hein. Dort ist die erste Stunde ist gratis, erst dann wird eine Fahrtgebühr verrechnet.

Räder als Ergänzung zu bestehenden Angeboten

„Der Fahrradverleih eröffnet Möglichkeiten für den Direktverkehr, aber auch neue Ansätze für die Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die West-Ost-Verbindung im Stadtgebiet wird verbessert, Bus und Bahn in Spitzenzeiten des Berufsverkehrs ergänzt. Das erweiterte Mobilitätsangebot wird neue Kundengruppen für den öffentlichen Personennahverkehr erschließen“, ist Verkehrsreferent Vizebürgermeister Markus Hein überzeugt. Es sei auch als Ergänzung zu den E-Scootern zu verstehen. „Es macht Sinn möglichst viele Mobilitätsformen anzubieten. Das große Ziel ist es, die Leute wegzukrigen vom Auto - vor allem für Kurzstrecken.“ Die Fahrräder seien eine gute Alternative zu den Scootern. „Es git auch Leute die sich gerne bewegen“, fügt Luger schmunzelnd hinzu.

 

 

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