Maßnahmen werden verschärft – Einkaufen nur mehr mit Schutzmasken erlaubt

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 30.03.2020 11:44 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Die aktuellen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus werden verschärft. Unter anderem ist künftig das Einkaufen in Supermärkten nur mehr mit Schutzmasken erlaubt. Das gab die Bundesregierung heute, 30. März, bekannt. Auch von einer Lockerung der Maßnahmen nach Ostern dürfe nicht ausgegangen werden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudi Anschober und Innenminister Karl Nehammer traten gemeinsam vor die Presse. Die aktuellen Maßnahmen werden weiter verschärft. 

„Wir stehen nach zwei Wochen Notbetrieb immer noch am Beginn eines Marathons“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Ich halte es für ein großes Problem, dass es nach wie vor viele Verharmloser gibt.“

„Ruhe vor dem Sturm“

Die Regierung hat sich in den letzten Tagen intensiv mit Experten beraten. „Die Maßnahmen sind die Richtigen, sie wirken auch – aber wir müssen die Ausbreitung deutlich stärker drücken. Viele können sich nicht vorstellen, was in ein paar Wochen auf uns zukommt. Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, so Kurz. „Die Analyse zeigt: Anstieg und Ausbreitung der Corona-Pandemie geht in einem besorgniserregenden Tempo voran. Europa ist das Epizentrum. Auch wir in Österreich können keinen Glassturz über das Land stülpen. In Österreich gibt es bereits über 100 Todesfälle“, so Gesundheitsminister Anschober zu den dramatischen Zuwächsen. 

Vizekanzler Werner Kogler betonte außerdem, man könne nicht mit der Botschaft aufwarten, dass die Maßnahmen schon nach Ostern gelockert würden.

Zusätzliche Maßnahmen – Maskenpflicht kommt

Drei weitere Maßnahmen kommen zu den bereits bestehenden hinzu.

Erstens: Schutz für Risikogruppen noch weiter verbessern

„Wir wollen diese Gruppe im Laufe dieser Woche mit konkreten Empfehlungen versorgen und den Kernbereich unterstützen mit verpflichtender Freistellung vom Job“, so Anschober. Sollte kein Home Office möglich sein bei Personen, die zur Risikogruppe gehören, sollen sie vom Arbeitgeber verpflichtend freigestellt werden. Lohnkosten werden für diesen Zeithorizont vom Bund refundiert. 

Zweitens: Konsequente Einhaltung der Maßnahmen sicherstellen

„Hier gibt es Nachschärfungsbedarf“, so Kurz. Die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Passieren könnte das etwa mit Bodenmarkierungen vor Supermarkt-Kassen oder auch Kontrollen von Supermärkten, wie viele Leute tatsächlich zu Stoßzeiten Zugang haben.

Geschlossen werden sollen alle Hotels, Pensionen und sonstige Quartier-Geber, die  touristische Nutzung wird per Erlass eingestellt werden (Stichwort Osterferien).  

Drittens: Tragen von Masken

Künftig muss beim Einkaufen in Supermärkten Mundschutz getragen werden. Die Verteilung übernehmen die Supermarktketten, voraussichtlich ab Mittwoch (1. April) werden die Supermärkte beim Eingang solche Masken übergeben. Ab diesem Zeitpunkt ist es Pflicht, diese Maske beim Einkauf zu tragen. Ziel ist es mittelfristig, diese Masken auch außerhalb von Supermärkten zu tragen, kündigt Kurz an. Auch Kinder sind von dieser Maßnahme erfasst.

„Ich bin mir bewusst, dass Masken für unsere Kultur etwas Fremdes sind“, so Kurz. „Es wird eine große Umstellung sein, aber es ist notwendig.“

Es handelt sich nicht um Schutzmasken wie beim medizinischen Personal – es handelt sich um einen Mund/Nasenschutz. Auch selbst hergestellter Schutz könne verwendet werden. „Sichergestellt wird dadurch, dass es nicht so leicht zu einer Übertragung durch die Luft kommt. Man kann andere Menschen schützen“, so Kurz. Und: „Das ist kein Ersatz dafür, Abstand zu halten – sondern eine zusätzlich verschärfte Maßnahme.“

„All das dient dem Schutz der Kapazitäten der Spitäler“, so Anschober.

Tests: „Arbeiten an Ausbau“

„Wir arbeiten nach wie vor daran, dass es einen Ausbau gibt“, so Gesundheitsminister Anschober. Die gute Nachricht bei den Antikörper-Tests sei, dass die Experten hier große Fortschritte machen würden, was die Stabilität und Verlässlichkeit anbelange. 

1.246 Anzeigen am Wochenende

Jende, die sich nicht an die Maßnahmen halten, werden konsequent bestraft, wiederholt Innenminister Karl Nehammer. So wurden alleine letztes Wochenende 1.246 Anzeigen ausgesprochen. Das Gedränge auf Wochenmärkten „ist katastrophal gefährlich! Es gilt Abstand zu halten“. Auch nennt Nehammer den Fall einer Geburtstagsfeier: „Über 40 Personen haben sich in einer Garage versammelt – wie unvernünftig kann man sein, das sind potenzielle 40 Infizierte.“

Replikationsfaktor muss unter eins sinken

Die alles entscheidende Größe in der Epidemie ist der Replikationsfaktor (R0). Dieser gibt darüber Auskunft, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. „Dieser Replikationsfaktor muss unter 1 sinken und gegen 0 gehen“, so Kurz. Ein Replikationsfaktor von eins bedeutet etwa einen täglichen Zuwachs von etwa sieben Prozent.

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Kommentare

  1. Erschreckt
    Erschreckt01.04.2020 12:14 Uhr

    Wirklich schauerlich - So gut wie alle experten sind sich einig (egal ob WHO, Gesundheitsministerium, ECDC, weltweit fast alle Gesundheits und Seuchenbehörden) das die Masken nicht nur keinen Schutz für den Träger oder andere Bieten, sondern die Gefahr durch das Gefühl falscher Sicherheit noch vergrößern. Sprich die Regierung verordnet eine Maßnahme von der sie selbst weis das sie für die Bevölkerung schädlich ist.

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