Erste Schritte zur Normalisierung im Gesundheitsbereich

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 17.04.2020 10:56 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Wie kann es im Gesundheitsbereich zu einer schrittweisen Normalisierung kommen? Gesundheitsminister Rudi Anschober hat heute (17. April) erste Vorhaben dazu präsentiert. Vorweg: Die Prozesse werden über die nächsten Wochen dauern und sind regional sehr unterschiedlich. Zudem: Österreichs Entwicklung der Corona-Situation ist im internationalen Vergleich erfreulich stabil.

Die Entwicklung international sei weiter besorgniserregend, so Anschober. Mit Stand 17. April gibt es 2,1 Millionen registrierte Covid-Erkrankte, 144.000 Verstorbene, davon in den USA 670.000 Erkrankte und 33.000 Todesfälle. Die EU ist nach wie vor das Zentrum der Pandemie mit einer Million Erkrankten und 94.000 Todesfällen – ein Plus von 4.000 in den letzten 24 Stunden.

Österreich stabil

Österreich ist aber seit Tagen stabil, 107 Neuerkrankte gibt es im Vergleich zum Vortag, das ist ein Plus von 0,8 Prozent. „Das ist einmalig in Europa, diese geringe Steigerung auch in den letzten Tagen schon, ist sehr erfreulich.“ Den 107 Neuerkrankten stehen 718 Neugenesene gegenüber.

Der Reproduktionsfaktor liegt derzeit bei 0,63. „Ziel war es vor Wochen, die Zahl 1 zu erreichen, jetzt kommen wir schrittweise deutlich darunter“, so Anschober. Österreich habe allgemein im Vergleich zu anderen Ländern eine stabile und sehr gleichmäßige Entwicklung.

Schrittweise zum Regelbetrieb im Gesundheitssystem, Besuche weiterhin verboten

Am 12. März wurden den Ländern und Spitalsträgern vom Bund Empfehlung übermittelt. Darunter zum Beispiel, nicht akute OPs zu verschieben, um Kapazitäten zu schaffen und die Einrichtungen vor Corona bestmöglich zu schützen.  

„Jetzt kann mit der Planung begonnen werden – regional differenziert – hier schrittweise wieder eine Öffnung im Bereich der Spitäler und im Gesamtgesundheitssystem insgesamt zu erreichen“, so Anschober.

Erste Priorität bleibe weiter der Schutz des Systems, daher wird es auch weiter restriktive Regelungen im Besuchsbereich geben. Um Einschleppungen von außen, auch bei Alten- und Pflegeheimen, zu vermeiden, werde dies vorerst weiterhin bestehen bleiben müssen.

Zweitens müssten weiterhin ausreichend Reservekapazitäten erhalten bleiben, da nicht vorhersehbar sei, wie die Corona-Situation in drei Wochen aussehe.

Drittens soll aber jetzt mit der Öffnung erreicht werden, dass es für Personen, die nicht Corona-Erkrankt sind, zu keinen negativen Folgen kommt.

Niedergelassene Ärzte, Spitäler

Die Arztpraxen werden schrittweise zum Normalbetrieb hochfahren, mit Rahmenbedingungen. Priorität hat telefonische Voranmeldung, es wird ein Patienten- und Wartezimmermanagement mit Abstandsregelungen geben, bei Patienten mit Covid-Verdacht wird weiterhin Schutzausrüstung verwendet, Patienten in den Ordinationen müssen Mund-Nasenschutz verwenden. Das Detailpaket, das mit der Ärztekammer erarbeitet wurde, geht von der Ärztekammer an die Ärzte.

In den Krankenanstalten werden die Länder und Spitalsträger in den nächsten Tagen und Wochen Schritte in Richtung Normalisierung und Regelversorgung erarbeiten. Wichtig sei hier das zeitnahe Monitoring der aktuellen Covid-Entwicklungen und regionaler Besonderheiten, auch zur Sicherstellung der weiterhin notwendigen Sonderkapazitäten.

Anschober stellt aber auch klar: „Es wird sicher noch länger keine Normalsituation in den Spitälern geben.“

Wird Wochen dauern

Michael Binder, Mitglied des Covid-Fachbeirates des Gesundheitsministeriums betont zudem: „Es muss sichergestellt werden, dass Patienten Covid nicht in den Spitälern verteilen, hier gibt es Teststrategien.“

Der Prozess werde über die nächsten Wochen gehen, regional sehr unterschiedlich. „Wir müssen uns langsam an einen Zustand herantasten, wo wir weiterhin für Covid gerüstet sind, aber gleichzeitig auch ein Programm fahren können, dass möglichst einem Normalzustand entspricht. Das kann aber nicht mit einem umgelegten Schalter eintreten, der Prozess wird zumindest einige Wochen benötigen“, so Binder. Die Planungen seien für die Spitäler und Spitalsträger eine große logistische Herausforderung.

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