Tag der Älteren (1. Oktober): „Es braucht einen neuen Blick auf die neuen Alten“

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Landesgeschäftsführer Franz Ebner (r.) und Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer (Foto: OÖ Seniorenbund)
Landesgeschäftsführer Franz Ebner (r.) und Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer (Foto: OÖ Seniorenbund)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 01.10.2020 08:05 Uhr

LINZ. Am 1. Oktober ist der internationale Tag der Älteren. „Der internationale Tag der Älteren, der immer noch im Schatten anderer Jahrestage wie zum Beispiel dem internationalen Frauentag steht, sollte dazu genutzt werden, einen neuen Blick auf die ältere Generation unseres Landes zu werfen“, betont Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer.

Wer heute Senioren sagt und denkt, muss einen Paradigmenwechsel zur Kenntnis nehmen. Das Bild der Senioren, das in der Öffentlichkeit gezeichnet wird, brauche eine starke Korrektur.

„Die Senioren von heute sind nicht nur die Hochbetagten, auch wenn wir Gott sei Dank immer älter werden. Als Interessengemeinschaft ist es unsere Aufgabe, uns um die gesamte Gruppe von 375.000 Menschen, die der Generation 60+ angehören, zu kümmern“, weisen Pühringer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner auf das große Spektrum der Seniorenpolitik hin. „Wir sind nicht nur die Entenfütterer am See, jene, die Wartezimmer der Ärzte unnötig belagern oder jene, die den ganzen Tag über die Krankheiten jammern. Die große Mehrzahl der Senioren will am gesellschaftlichen Leben teilhaben und es aktiv mitgestalten.“

Die Senioren sind eine riesengroße Gruppe geworden, denn die durchschnittliche Pensionsdauer liegt nicht mehr bei 6,5 Jahren, wie im Jahr 1975, sondern hat sich bis heute mit rund 24 Jahren fast vervierfacht. Den über 85-Jährigen, die in Oberösterreich mit etwa 31.900 beziffert sind, stehen die jüngeren Senioren zwischen 60 und 75 mit 247.000 sowie die 76 bis 85-Jährigen mit 96.000 Personen gegenüber.

Die Senioren seien als Leistungsträgerer der Gemeinschaft für viele Bereiche sehr wichtig, egal ob zur Kinderbetreuung, zur Nachbarschaftshilfe, verschiedener Ehrenamtsfunktionen in den Vereinen oder in der häuslichen Pflege. Mehr als 60 Prozent der Pflege in den Familien werde von den 60 bis 75-Jährigen geleistet - diese Leistung sei unbezahlbar.

Lange Liste an Themen

Anlässlich des Internationalen Tags der Älteren erinnern Pühringer und Ebner, dass die Agenda der Seniorenpolitik lang ist, nur um die wichtigsten aktuellen Themen zu nennen, mit denen sich der OÖ Seniorenbund derzeit auseinandersetzt:

  • Ausbildung der Pflegekräfte, 24-Stunden-Pflege, Unterstützung der pflegenden Angehörigen
  • Ärztliche Versorgung in Zeiten des Mangelns niedergelassener Ärzte; gerade für Senioren ist die ärztliche Nahversorgung unabdingbar
  • Einsamkeit, die Vereinsamung der älteren Generation stoppen
  • Förderung digitaler Kompetenzen – zu einem Mindestmaß an digitaler Kompetenz verhelfen
  • Altersdiskriminierung, insbesondere bei Bankgeschäften und Zahlungsverkehr
  • Gesamtproblematik aktive Sterbehilfe
  • Mobilitätsproblematik – Seniorenticket bei 1-2-3 Ticket
  • Neues Wohnen – altersgerechtes Wohnen, Schaffung von Senioren WGs
  • Sicherheit in den und um die eigenen vier Wände

Um die Interessen der Senioren kräftig und wirksam zu vertreten, verlangt der OÖ Seniorenbund im Landtag als auch in allen oberösterreichischen Gemeinderäten Seniorenvertreter einzuziehen. „Denn es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein Seniorenproblem aus dem Blickwinkel eines 40-Jährigen oder eines 60- beziehungsweise 70-Jährigen gesehen wird.“, betonen Pühringer und Ebner.



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