Corona-Zahlen steigen weiter massiv - Stabilisierung Ende nächster Woche erwartet

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 06.11.2020 11:55 Uhr

OÖ/NÖ. Die Zahl der Corona-Fälle in Österreich steigt weiter dafür, dass der Lockdown Wirkung zeigt, ist es noch zu früh. Erst mit Ende nächster Woche wird eine leichte Stabilisierung erwartet.

„Wir haben hohe Zahlen an Neuinfektionen auch in Österreich“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober. Rund 7.400 Neuinfektionen wurden von Mittwoch auf Donnerstag in Österreich verzeichnet, 6464 waren es von Donnerstag auf Freitag. Dies zeigt sich auch bei der Belegung der Intensivbetten, die nach wir vor am Steigen ist: „Wir wissen, dass wenn dieser Trend so anhält, dann würden wir in der zweiten Novemberhälfte in Richtung Kapazitätsgrenzen kommen. Da gibt es nix zu beschönigen, es ist eine ernste Situation.“ Auch die Zahl jener, die an Covid-19 verstorben sind, steigt. 1340 Todesfälle sind auf das Virus zurückzuführen, alleine am Donnerstag kamen 41 dazu. „Was die Wirksamkeit des Lockdowns betrifft, ist es noch viel zu früh aussagen zu treffen“, so Anschober.

Besserung frühestens ab 14. November sichtbar

Zu einer Besserung der Zahlen durch den Lockdown kann es frühestens zehn Tage nach in Kraft treten der Maßnahmen kommen – das habe man auch schon beim ersten Lockdown gesehen. Denn: Die Infektionen, die jetzt neu in den Statistiken aufscheinen, erfolgten schon, bevor die Maßnahmen umgesetzt wurden. Laut Prognosen ist dementsprechend ab 14. bis 18. November mit einer leichten Stabilisierung zu rechnen. „Das heißt, aber noch nicht, dass man da komplett die Schulter erreicht hat“, so Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH. „Wir haben jetzt nicht den gleich starken Reduktionsfaktor wie im Frühling angenommen.“ Als Ausgangsszenario wurde bei der Berechnung eine Zahl von rund 6.000 Neuinfektionen pro Tag.

„Wir werden dann Ende der nächsten Woche die Situation evaluieren“, so der Gesundheitsminister. Die Evaluierung wird von der Corona-Kommission durchgeführt.

Triage vermeiden

Doch auch davor wird die Situation genau im Auge behalten: „Wir wissen jeden Tag am Morgen, wie es in den einzelnen Bundesländern ausschaut“, erklärt Anschober. „Sollten wir in irgendeinem Bereich dramatische, negative Veränderungen sehen, müssen wir natürlich sofort eingreifen.“ Denn es gelte unbedingt zu vermeiden, dass Österreich in eine Situation kommt, in der das Triage-System angewendet werden muss. „Diese Auswahlsituation zwischen dem Patienten, der einen Herzinfarkt hatte, der einen schweren Autounfall hatte und dem, der an Covid erkrankt ist, das darf es in Österreich nicht geben.“

Schulen kein relevanter Ort der Übertragung

Schulschließungen seien derzeit jedoch keine vorgesehen. Zwar komme es auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt zu Ansteckungen mit dem Corona-Virus, dies geschehe jedoch eher außerhalb der Bildungseinrichtungen. „Die Bildungseinrichtung stellt nicht einen relevanten Ort der Übertragung dar“, so Daniela Schmid, Sprecherin der Corona-Kommission. Die Ansteckung erfolge oft durch Erwachsene in der Freizeit oder in der Familie.

Senioren schützen

Eine zweite Gruppe, die derzeit genau beobachtet wird, ist jene der über 60-Jährigen „sodass wir verstehen können, welche Risikogruppen in dieser Altersgruppe dann auch tatsächlich die sind, die hospitalisiert werden“, so Schmidt. Zusätzlich wird bei den Pflege- und Altenheimen noch an einer weiteren Nachjustierung von Hygienekonzepten und Sicherheitsmaßnahmen gearbeitet, da es hier derzeit eine „eine massive Zunahme von Fällen“ gibt, wie der Gesundheitsminister bestätigt. „Heute gibt es auch ein Treffen mit Trägerorganisationen.“

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