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LINZ/OÖ. Zurzeit wird wieder über mögliche Schulschließungen diskutiert. Die Kinderfreunde OÖ setzen sich klar dafür ein, dass die Schulen auch in dieser Phase der Gesundheitskrise offen bleiben müssen.

"Wir alle sind gefordert, alles Menschenmögliche zu tun, um die Schulen offen zu halten“, fordert Roland Schwandner, Vorsitzender der Kinderfreunde OÖ. (Foto: Kinderfreunde OÖ)

Es ist Aufgabe der Bundesregierung jetzt alle Kräfte zu bündeln, um den Kindern auch weiterhin ihr Recht auf Bildung gewähren zu können. „Die Bildungseinrichtungen sind oft der letzte Anker, weil praktisch alle Freizeitangebote sowieso schon dem Lockdown zum Opfer gefallen sind. Soziale Isolation ist für eine kindliche Psyche extrem schädlich“, warnt Roland Schwandner, Vorsitzende der Kinderfreunde Oberösterreich. Schwandner bezieht sich dabei auch auf eine Aussendung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), die einmal mehr betont, dass sich Kinder – insbesondere unter 14 Jährige – seltener infizieren, weniger häufig symptomatisch erkranken und den Virus seltener weitergeben.

Schulschließungen und die negativen Folgen

Auch immer mehr Kinderärzte warnen öffentlich vor den negativen Auswirkungen der Schulschließungen auf die Psyche der Kinder. „Schulschließungen ziehen einen Rattenschwanz an Problemen nach sich, die nicht unterschätzt werden dürfen“, so Schwandner.

„Neben der offensichtlichen Betreuungsproblematik für die Eltern seien es vor allem die Kinder, die unter der Schließung leiden. Wir alle sind gefordert, alles Menschenmögliche zu tun, um die Schulen offen zu halten“, fordert Schwandner. „Schon beim ersten Lockdown habe sich gezeigt, dass eine Schließung der Schulen die einschneidendste und belastendste Maßnahme für Familien ist, die es unter allen Umständen zu verhindern gelte. Eltern und Kinder dürfen nicht wieder die Leidtragenden sein!“

Ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen kämpfen noch mit den negativen Auswirkungen vom Homeschooling im Frühjahr und versuchen den versäumten Schulstoff aufzuholen. Weiters seien Schulen Teil des Alarmsystems für Gewalt in der Familie, das in Zeiten des psychischen Drucks auf Eltern besonders wichtig sei. Die Schule kann den Druck innerhalb der Familie stark abfedern und Kinder folglich auch schützen.

Forderung nach verhältnismäßigen Maßnahmen

Die Kinderfreunde fordern die Bundesregierung auf, endlich verhältnismäßige Maßnahmen zu setzen. „Während im Handel Eröffnungsfeste mit tausenden Personen gefeiert werden dürfen, müssen etwa Kindergarten-Kinder zurzeit auf ihr geliebtes Martinsfest verzichten oder Schulkinder dürfen nicht mehr turnen und singen. Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit?“ betont Schwandner.

Noch kann der Schulbetrieb gerettet werden: „Bessere Ausstattung der Klassenzimmer, klare Regeln für alle Schulen in ganz Österreich sowie eine Teststrategie mit regelmäßigen und beschleunigten Tests können Elemente sein, die einen sicheren Schulbesuch ermöglichen. Schulschließungen mögen eine kurzfristige Dämpfung der Infektionszahlen bewirken, die langfristigen Folgen sind aber viel zu gravierend. Kinder und Jugendliche brauchen unsere Unterstützung und wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie jetzt aktiv wird, um den Kindern ihr Recht auf Bildung und auf soziale Kontakte gewährleisten zu können. Am 20.11. ist Tag der Kinderrechte, lassen wir die Kinder nicht gerade jetzt im Stich!“, fordert Schwandner abschließend.


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