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OÖ/NÖ. Die Corona-Pandemie wirkt sich mittlerweile deutlich auf die offizielle Sterbefallstatistik in Österreich nieder. Für Mitte November, von 16. bis 22., meldete die Statistik Austria 2.431 Todesfälle, so viele wie seit 1978 nicht mehr innerhalb einer Woche. In der Zeit von 19. Oktober bis 22. November ist, im Vergleich zu Schnitt der letzten fünf Jahre, ein Plus von 36 Prozent im Österreich-Schnitt zu verzeichnen - 44 Prozent in Oberösterreich, 28 in Niederösterreich.

 (Foto: Volker Weihbold)
(Foto: Volker Weihbold)

In der 47. Kalenderwoche (16. bis 22. November 2020) starben in Österreich laut vorläufigen Daten von Statistik Austria 2.431 Personen. Mehr Sterbefälle gab es zuletzt in der Woche vom 20. bis 26. Februar 1978 mit 2.516 Verstorbenen. Auch in der jüngeren Vergangenheit, etwa während der starken Grippewelle zu Jahresbeginn 2017, hat es Wochen mit hohen Sterbefallzahlen gegeben: Damals starben zwischen dem 9. und 15. Jänner 2017 2.340 Personen.

„Trauriger Rekord“

„Bei den Sterbefällen gab es in Österreich in der 47. Kalenderwoche einen traurigen Rekord. Mit 2.431 Verstorbenen innerhalb einer einzigen Woche wurde der höchste Wochenwert seit 42 Jahren erreicht. Die Zahl der Sterbefälle lag in der 47. Kalenderwoche 58 Prozent über dem Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019. Insgesamt starben in den ersten 47 Wochen des Jahres 77.662 Personen. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums“, fasst Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas zusammen.

Der Zuwachs an Sterbefällen in den ersten 47 Wochen des Jahres 2020 betraf Männer (plus 9,4 Prozent) deutlich stärker als Frauen (plus 3,9 Prozent).

Besorgniserregende Entwicklung seit 19. Oktober

Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 gab es 2020 in der ersten Aprilhälfte sowie ab Mitte September einige Wochen, in denen die Zahl der Sterbefälle leicht über der den Schnitt der letzten fünf Jahre lag. Besorgniserregend wurde die Entwicklung laut Statistik Austria dann aber ab der 43. Kalenderwoche (ab 19. Oktober).

  • KW 43: 1.773 Verstorbenen, plus 17 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre,
  • KW 44: 1.889 Verstorbene, plus 25 Prozent
  • KW 45: 2.001 Sterbefälle, plus 33 Prozent,
  • KW 46: 2.286 Verstorbene, plus 47 Prozent
  • KW 47: 2.431 Sterbefälle, plus 58 Prozent.

In Summe dieser fünf Wochen von 19. Oktober bis 22. November starben somit 10.380 Menschen in Österreich, um 36 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (7.623 Personen).

Oberösterreich: plus 44 Prozent, Niederösterreich plus 28 Prozent

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass der Zuwachs an Sterbefällen im Zeitraum 19. Oktober bis 22. November in Kärnten am größten war (plus 54 Prozent), in Wien am niedrigsten (plus 24 Prozent).

In Oberösterreich war in dieser Zeit ein Plus von 44 Prozent zu verzeichnen, mit 1.810 Todesfällen, davon 923 Männer und 887 Frauen. In Niederösterreich fiel der Zuwachs deutlich geringer aus, mit plus 28 Prozent. Von 2.047 Todesfällen in Niederösterreich von 19. Oktober bis 22. November entfielen 1.030 auf Männer und 1.017 auf Frauen.

Sterbefälle in Pflegeheimen

Deutlich angestiegen sind seit Mitte Oktober auch die Todesfälle in den Pflegeheimen. In Summe weist die Statistik Austria für 2020 bisher 19.447 Sterbefälle in Pflegeanstalten, Altersheimen und Behinderteneinrichtungen aus (Stand 22. November). Das sind fünf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2019.

Seit 19. Oktober waren es aber 2.727 Menschen, plus 36 Prozent gegenüber 2019, der Anstieg war also parallel zum Anstieg der Todesfälle in der Gesamtbevölkerung.


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