Weniger Impfstoff verschiebt Planungen des Landes OÖ

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 28.01.2021 12:16 Uhr

OÖ. Bis Ende Jänner und damit bis Ende der aktuellen Woche werden alle Bewohner und Mitarbeiter der Alten- und Pflegeheime in OÖ, die eine Corona-Impfung wünschen, eine solche erhalten haben, teilt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander mit. Insgesamt rund 43.000 Oberösterreicher hätten bis dahin zumindest eine Erstimpfung erhalten. Im Februar droht aufgrund der verzögerten Impfstoff-Lieferungen aber eine Flaute.

Mit Stand 27. Jänner wurden in Oberösterreich 37.286 Erst-Impfungen durchgeführt, mit 28. Jänner waren es 39.930 Menschen, die zum ersten Mal geimpft werden konnten. „Diesen Menschen werden wir in den kommenden Wochen die Zweit-Impfung verabreichen können“, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander in einer Anfragebeantwortung der Grünen in der heutigen Landtagssitzung.

Bis Ende Jänner sollen alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen eine Impfung erhalten haben. Mit Sonntag seien zudem 14.400 Oberösterreicher über 80 Jahren, die nicht in Heimen leben, geimpft.

Impf-Flaute droht

Aber auch Oberösterreich steht vor Problemen bei den Planungen durch die Lieferkürzungen bei den Impfstoffherstellern, genauso wie die noch offene Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs. Kommen keine weiteren Lieferungen, dürfte es im Februar nur Zweitimpfungen - also die zweite von zwei Teilimpfungen - geben. Wird der AstraZeneca-Impfstoff von der EU zugelassen, könnten hingegen im Februar bis zu 28.000 Personen geimpft werden in Oberösterreich. Offen ist hier aber noch, ob dem Impfstoff auch eine Zulassung für über 65-Jährige bzw. über 55-jährige Personen erteilt wird. Sollte dies nicht der Fall sein, würden damit der Gesundheitsbereich und Rettungsdienste versorgt, heißt es aus dem Büro Haberlander.

Impfung nach Priorität

Das Bundesland Oberösterreich erhält ein Sechstel der in Österreich vorhandenen Impfdosen, diese werden nach dem Bevölkerungsschlüssel verteilt. Für Jänner bedeutet das, dass mit den Dosen rund 43.000 Menschen geimpft werden können. „Das ist leider weniger, als wir Anfang des Monats geplant haben, Grund ist die Reduktion der Impfstoffe, die wir immer wieder verkündet bekommen. Fakt ist: wir brauchen mehr Impfstoff“, so Haberlander im Landtag. Gleichzeitig versichert sie, dass in OÖ kein Impfstoff verfällt und alle Impfstoffdosen, die das Land erhält, umgehend verimpft werden.

Das Land OÖ geht bei den Impfungen analog der bundesweiten Impfstrategie vor. Die Empfehlungen des nationalen Impfgremiums:

Priorität 1 haben Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie das dortige Personal, Personen mit regelmäßiger Tätigkeit oder Aufenthalt in Alten- und Pflegeheimen, Mitarbeiter auf Covid-Stationen in Krankenhäusern, Über-80-Jährige außerhalb von Heimen.

Bei rund einem Drittel der bislang im Zusammenhang mit Covid-19 verstorbenen Personen in Oberösterreich handelt es sich um Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, das Durchschnittsalter der Verstorbenen liebt bei 82 Jahren.

Priorität 2 haben Personen im Gesundheitsbereich der Kategorie 2 (zb Mitarbeiter im niedergelassenen Bereich, mobile Dienste, Hauskrankenpflege, Rettungssanitäter, 24-Stunden-Pflege), Personen im Alter von 75 bis 79 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen und besonderem Risiko und deren engste Kontaktpersonen.

Priorität 3 liegt bei Personen im Alter von 70 bis 74 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko und deren engste Kontaktpersonen, Betreuungspersonal inklusive persönlichen Assistenten, Bewohner und Tätige in Gemeinschaftsunterkünften, enge Kontaktpersonen von Schwangeren, Personen im Gesundheitsbereich der Kategorie 3, Personen in Sozialberufen, Seelsorge, Bestattung, gemeinsames Personal an Schulen, Kindergärten, Kinderbetreuungseinrichtungen.

„Denken in Varianten“

Österreichweites Ziel ist es, diesen Personengruppen bis Mai ein Impfangebot machen zu können, allerdings sei man abhängig von den Lieferungen des Bundes, so Haberlander. Nach derzeitigem Stand sei damit zu rechnen, dass ab Mai/Juni größere Impfmengen kommen und die Allgemeinbevölkerung ein Angebot erhalten könne. Die Planungen dafür laufen, man denke in „Varianten“, „wir sind aber sehr vorsichtig, weil wir in den letzten Wochen bittere Erfahrungen mit Reduktionen der Impfdosen gemacht haben“, so Haberlander in der heutigen Landtagssitzung. „Wir bereiten uns auf viele Impfstoffe insbesondere Ende zweites Quartal vor, da werden wir die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wirklich brauchen, aber natürlich auch Impfstationen, und es muss gut erreichbar sein für die Menschen.“

Grüne machten Impfen zum Landtags-Thema

Die mündlichen Anfragen zur Corona-Impfung im heutigen Landtag kamen von Grünen-Gesundheitssprecherin Landtagsabgeordneter Ulrike Schwarz. „Die Versorgung mit Impfstoff sicherstellen, Impfprioritäten ganz klar einhalten und den Impfprozess optimal organisieren. Das sind jetzt die Top-Prioritäten. Es ist stark zu hoffen, dass die Verantwortlichen in ihren Bereichen aus Missständen der letzten Zeit gelernt haben, jetzt alle Kräfte gebündelt und die nötigen Vorarbeiten für das weitere Impfprozedere gemacht werden“, so Schwarz.

Wichtig für sie: Klare Vorgaben, wie die betroffenen Personen informiert, aufgeklärt und zu den Impfungen eingeladen werden. Die Grünen kritisieren hier, dass über die aktuelle Anmeldeplattform des Landes keine genaueren Angaben gemacht werden können, welcher Zielgruppe man entspricht. „Das wäre sinnvoll und effektiv“, fordert sie auch eine Verknüpfung mit der Liste bei den Ärzten, um die vorrangige Impfung besonders gefährdeter Personen zu gewährleisten. Handlungsbedarf sieht Schwarz auch bei der Information für Menschen mit Behinderung.

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