Anschober: „Sind ganz klar in der dritten Welle“

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Bundesminister Rudolf Anschober und Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit Katharina Reich bei der Pressekonferenz am Freitag. (Foto: BKA/Christopher Dunker)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 19.03.2021 13:57 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Am Montag will die Bundesregierung informieren, wie aufgrund der aktuellen Covid-Situation und vor allem der steigenden Zahlen in den Intensivstationen das weitere Vorgehen in Sachen Covid-Maßnahmen ist. Die Zahlen sind regional sehr unterschiedlich. Für Gesundheitsminister Anschober ist klar: „Ja, ganz Europa ist mittlerweile in der dritten Welle, auch wir“, sagt er bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Die Entwicklung bereite ihm große Sorgen, so Anschober, mit „täglich zusätzlich 400 bis 500 neuen positiven Fällen im Vergleich zur Vorwoche“, das sein zwar kein exponentieller, aber ein „konstanter, linearer Anstieg“.  3.515 neue positive Fälle wurden in Österreich in den letzten 24 Stunden gemeldet, dem gegenüber stehen 2.291 neu genesene Personen. 42 Todesfälle waren zu verzeichnen. Wenn sich die Zahlen so fortsetzen würden, sei das eine durchaus alarmierende Situation. „Mit anderen Worten: Ja, ganz Europa ist mittlerweile in der dritten Welle, auch wir“, so Anschober.

Regional großer Unterschiede

Nicht nur europaweit sei die Entwicklung sehr unterschiedlich, auch in Österreich. „Das hängt unter anderem, aber nicht nur, mit dem Verbreitungsgrad der britischen Variante zusammen. In Ostösterreich zählt die UK-Variante zwischen 80 und 92/93 Prozent mittlerweile“, so der Minister.

Auch bei der Auslastung der Intensivbetten ist die Zahl in den Bundesländern sehr unterschiedlich – hauptbetroffen sind Burgenland, Wien und Niederösterreich, „hier müssen wir damit rechnen, dass wir bald bei der Auslastung angelangt und nicht mehr weit entfernt von der Situation im Herbst sind. Damals hatten wir Erfolg, es hat keine harte Triage gegeben.“

Besonders auffällig mittlerweile: Immer mehr junge Menschen müssen intensivmedizinisch betreut werden. „Da haben wir eine spürbare Veränderung, die offensichtlich mit dem UK-Virus zu tun hat.“

Beratungen am Montag

„In manchen Regionen haben wir eine Situation, die ich wirklich als sehr bedenklich erachte, was die Situation auf den Intensivabteilungen betrifft.“ Auf die regionalen Zuspitzungen müsse nun reagiert werden, „wir werden übers Wochenende präzise analysieren und am Montag eine gemeinsame Entscheidung treffen, welche konkreten Schritte zu tun sind“, kündigt Anschober an, ohne genauer darauf einzugehen. Er werde den Beratungen mit Experten, Landeshauptleuten und Oppositionsparteien nicht vorgreifen.

Mehr Tempo bei Impfungen

Erfreulich sei hingegen, dass in Österreich mittlerweile 1,2 Millionen Impfungen durchgeführt wurden, im EU-Ranking sei man hier vorne mit dabei. Anschober rechnet mit einer Vervierfachung der Liefermengen nach Ostern. Es geht jetzt zunehmend mit Tempo voran.

Zur Entscheidung der EMA, AstraZeneca weiter uneingeschränkt zu empfehlen, zeigte sich Anschober froh über die „klare Festlegung“.

Katharina Reich, Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit, empfiehlt zu den Bedenken vieler junger Frauen zu AstraZeneca: „Sollten Frauen diesbezüglich Sorgen oder Ängste haben, können sie die verschiedenen Möglichkeiten nutzen und eine eventuelle Gerinnungsstörung oder den Verdacht darauf beim Arzt des Vertrauens abklären lassen.“ Vom vorbeugenden Einsatz von gerinnungshemmenden oder -aktivierenden Medikamenten wird ausdrücklich abgeraten.

Anschober: „Wenn es klare gesundheitliche Gründe gibt, dass jemand einen bestimmten Impfstoff nicht verträgt, dann wird eine Alternative realisiert werden - in der herkömmlichen Situation empfehlen wir aber, dass normal geimpft wird.“

Generell gelte, wie auch bei jeder Impfung oder Einnahme eines Medikaments, sich nach der Impfung zu beobachten. Wenn es Auffälligkeiten, die über das Unwohlsein, Fieber, sich schlapp fühlen hinausgehen, gebe, sollte man den Arzt kontaktieren.

Oberster Sanitätsrat konstituiert

Bei der Pressekonferenz am Freitag wurde auch der neugewählte Oberste Sanitätsrats präsentiert. Zum Präsidenten des Rats wieder gewählt wurde der Rektor der MedUni Wien Markus Müller.

Kommentare

  1. Opfer der Regierung
    Opfer der Regierung20.03.2021 07:54 Uhr

    Welle - Natürlich ist der psychisch kaputte Anschober in der Welle. Aus der kommt er nur mehr mit professioneller Hilfe wieder raus. Diese ganze Ministerkasperl und Kanzler wiedern mich zu tiefst an. Wiso wird immer nur der Dreck nach Oben gespült?

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