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Treffpunkt mit Bosna und Abstand: „Ich mag die Standlkultur einfach!“

Leserartikel Marlis Schlatte, 12.05.2021 11:38

LINZ. Sich nach der Arbeit gemeinsam in einen Gastgarten zu setzen, war in den letzten Monaten bekanntermaßen nicht möglich. In Zeiten des zuhause Essens und der geschlossenen Gastronomie findet sich zumindest am jeweiligen Würstlstand des Vertrauens die Gelegenheit für ein gemeinsames Plauscherl.

  1 / 3   Das Bosner-Eck beim Schillerpark ist Anlaufstelle für Liebhaber von Würstl und Co. Foto: Tips/Schlatte

Brot, Würstl, Zwiebel, Curry, Ketchup oder Senf – die Bosna ist die häufigste Bestellung am Würstlstand. Darüber sind sich die Linzer Betreiber einig. „Weil die Leute einfach schnell was auf die Hand haben wollen. Das interessiert sie nicht, etwas Eingepacktes ein paar Meter weiter im Gehen wieder auszupacken“, erläutert Jürgen Auinger vom Würstlstand am Taubenmarkt. Für sich und seinen Arbeitskollegen holt sich dort auch Markus S. eine Bosna: „Öfters schauen wir auch nach der Arbeit hier vorbei, weil es da einfach was Schnelles und Warmes gibt. Man muss sich nicht lang wo reinsetzen und kann trotzdem noch ein bisserl quatschen.“

Kontakte pflegen

Nicht einfach war es für die Imbissstände in den letzten Monaten vor allem auch aufgrund des fehlenden Nachtgeschäfts. Auch das Konsumieren auf Abstand zum Verkaufsstand stellt eine Schwierigkeit dar. „Die Kunden sind natürlich manchmal grantig, dass sie nicht wie gewohnt hier am Stand essen dürfen“, so Jürgen Auinger. Trotzdem besuchen viele Linzer immer noch gerne ihre Würstlstandln, denn Kommunikation kann dort auch mit Abstand stattfinden. Das Bosner-Eck beim Schillerpark besucht Hermann Brückl gerne: „Ich mag die Standlkultur einfach. Hier werden Kontakte gepflegt und interessante Gespräche geführt.“ Auch Oliver Nocke ist hier gerne Kunde: „Ich wohne gleich in der Nähe und bin deshalb auch öfters hier und hol mir eine Bosna. Auch mal die mit den vegetarischen Würsteln, die sind wirklich gut!“

Schnell, gut und preiswert

Einen Anstieg an Besuchern im letzten Jahr bemerkte Philipp Lackner, Sohn der Inhaberin des Bosner-Ecks, schon deutlich: „Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Leute nach der Pandemie die Würstlstandln auch noch so gerne besuchen wie jetzt. Hoffentlich sind sie dadurch drauf gekommen: Es geht einfach schnell, ist gut und preiswert!“ Neben der gerade neu gebauten Donaubrücke betreibt Jasmin Kosik den Würstlstand Da Toni, der vor allem Anlaufstelle für Spaziergänger, Radfahrer und auch Sportplatzbesucher ist. Normalerweise auch mit vier Tischen vorm Stand wird sich dort auf Bosna, Schnitzelsemmerl oder auch Eis getroffen. Auch wenn die Sperrstunde um 19 Uhr allen große Umsatzverluste bereitet, bleibt der Würstlstand mit Bosna und Co. offensichtlich ungebrochen ein beliebter Mittags- und Feierabendtreffpunkt für die Linzer.


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