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Kampagne gegen sexuelle Belästigung: „Das Freibad soll ein sicherer Ort sein“

Anna Stadler, 21.06.2021 19:11

BEZIRK. In Schwimmbädern und an Badeseen kommt es immer wieder zu sexueller Belästigung. Eine neue Kampagne soll nun für das Thema Bewusstsein schaffen. Denn: „Jeder Fall ist einer zu viel“, betont Frauen-Landesrätin Christine Haberlander.

Das Freibad soll ein sicherer Ort sein. (Foto: Agatha Koroglu/Shutterstock.com)
Das Freibad soll ein sicherer Ort sein. (Foto: Agatha Koroglu/Shutterstock.com)

Sexuelle Belästigung im Freibad ist ein Thema, mit dem viele Frauen selbst Erfahrungen gemacht haben. „Wir erleben im Autonomen Frauenzentrum leider immer wieder Schilderungen, die in diese Richtung gehen“, beschreibt Christina Schwaiger-Hengstschläger vom Autonomen Frauenzentrum Linz. Dabei reicht die Bandbreite von Bedrängen auf der Liegewiese über Videos, vermeintlich unabsichtliche Berührungen im Wasser, Herunterreißen von Badebekleidung, Verfolgen in die Kabine bis hin zu massiven sexuellen Übergriffen. „Jeder Fall ist einer zu viel. Das Freibad soll ein sicherer Ort sein“, betont Frauen-Landesrätin Christine Haberlander.

Fünf Pilotgemeinden

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, ist nun mit dem ersten heißen Badewochenende in Juni eine landesweite Bewusstseins-Kampagne mit Plakaten und auf Social Media unter dem Titel „No Go – schau nicht weg bei sexueller Belästigung im Freibad“ gestartet. „Es ist die erste Kampagne, die es in die Richtung gibt“, so Haberlander. „Ich lade hier alle Gemeinden ein Frauen zu unterstützen. Je mehr Gemeinden mitmachen, umso besser.“ Fünf Pilotgemeinden die bereits zugesagt haben, das Gesamtpaket umzusetzen sind Oberneukirchen, Freistadt, Grieskirchen, Markchtrenk und Pregarten. „Wir wollen gezielt hinschauen“, betont der Pregartener Bürgermeister Fritz Robeischl.

„Es gibt Unterstützung“

Denn: Sehr häufig bleiben Übergriffe nicht unbemerkt, es wird jedoch nichts unternommen, weil sich entweder niemand zuständig fühlt oder niemand weiß, wie man damit umgehen soll. Um dieses Dilemma zu lösen, werden bei der Kampagne zum einen Bad- und Kiosk-Betreiber sowie Mitarbeiter geschult, wie sie damit umgehen sollen. Zum anderen soll bei Badegästen ein Bewusstsein für die Thematik geschaffen werden. Denn diese ist vielschichtig. „Es gibt oft so ein Gerangel – in einem Moment ist es noch ein Spaß, im anderen ist es schon zu weit gegangen“, schildert Bürgermeister Robeischl ein Beispiel. „Gerade bei jungen Mädchen gibt es da auch eine große Unsicherheit: Zum einen fühlt es sich nicht richtig an, zum anderen gibt es eine gewisse Gruppendynamik und es passiert ja anderen auch“, ergänzt Schwaiger-Hengstschläger und betont: „Nein, es gehört nicht dazu!“

Das Beste sei es daher, erst einmal hinzugehen und zu fragen, ob alles ok ist. Auch hilft es die Betroffenen aus der Situation hinaus zu begleiten und an einen anderen, sicheren Ort zu bringen. „Es kann aber nicht jeder und es muss auch nicht jeder. Dazu gibt es diese Kampagne, dass alle wissen: Es gibt da Unterstützung.“


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