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Belastete Schüler, Eltern und Lehrer: Anstieg psychischer Erkrankungen

Leserartikel Marlis Schlatte, 21.06.2021 17:34

LINZ. Viele Schüler sind froh über die Rückkehr zum Präsenzunterricht und zum normalen Schulalltag. Dennoch haben Distance Learning und soziale Isolation Spuren hinterlassen. Gerade gegen Schulende zeigen sich immer häufiger Anzeichen von psychischen Belastungen. Die Krisenhilfe Oberösterreich bietet rund um die Uhr Beratung und Unterstützung.

Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen steigern sich häufig gegen Schulende. Foto: byswat/Shutterstock.com

Die Zahl der Schüler, die an Depressionen und Suizidgedanken leiden, ist während der Coronakrise deutlich angestiegen. Auslöser dafür sind Überforderung und Vereinsamung im Homeschooling und das Ausbleiben sozialer Kontakte. „Gefehlt hat es im letzten Jahr nicht am Lernstoff, der ist durch die Lehrpersonen gut vermittelt worden, sondern an der Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung. Jüngere Schüler treten schwerer in Kontakt mit anderen. Es fehlt hier an sozialen Kompetenzen, die man in diesem Alter normalerweise erlernt“, gibt Felix Ehrenbrandtner, ehemaliger Schulsprecher der HTL 1 Bau und Design Linz, zu bedenken. Seit Kurzem steht den Schülern der HTL eine Schulpsychologin an einem Vormittag in der Woche zur Verfügung. Das Angebot wird gut angenommen, um dieses jedoch für alle Schulen den Anforderungen gemäß umzusetzen, gibt es zu wenige Schulpsychologen. 

Auch Eltern und Lehrer betroffen

Neben den Schülern wandten sich auch vermehrt überforderte Eltern und Lehrkräfte an die Krisenhilfe. „Die psychische Belastung der Kinder war auch für deren Eltern belastend. Sie stellen sich die Frage: 'Was kann ich selber tun, um meinem Kind zu helfen?' Wenn daneben noch der eigene Job ausgeübt werden muss, führt das zu Überforderung“, erklärt Sonja Hörmanseder, Leiterin der Krisenhilfe Oberösterreich. Auch Lehrkräfte fühlten sich durch ständige Änderungen und Ungewissheit stetigem Druck ausgesetzt. Die Krisenhilfe bietet professionelle Hilfe bei psychischen Krisen. Sowohl durch persönliche Gespräch als auch per Telefonat oder online auf schriftlicher Basis kann die Beratung und Unterstützung kostenlos in Anspruch genommen werden. „Die Intensität der Gespräche und Telefonate derer, die sich an uns wenden, hat sich im Laufe der Pandemie deutlich geändert. Das wird auch noch länger so bleiben und noch intensiver werden“, meint Sonja Hörmanseder mit Blick auf die kommenden Monate.


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