Schnelle Rettung am Badesee: Wenn das Wasser zur Gefahr wird!

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Niklas Ortner, Sandra Mayerhofer und Martin Haunschmidt (v.l.n.r.) bei ihrem Dienst am Pleschinger See. Foto: Tips/Schlatte
Niklas Ortner, Sandra Mayerhofer und Martin Haunschmidt (v.l.n.r.) bei ihrem Dienst am Pleschinger See. Foto: Tips/Schlatte
Marlis Schlatte Marlis Schlatte, Tips Jugendredaktion, 08.07.2021 15:20 Uhr

LINZ. An heißen Sommerwochenenden treibt es viele für eine Abkühlung an den See, wobei es nicht selten zu Unfällen und Verletzungen kommt. Dann ist die Wasserrettung an Ort und Stelle, um zu helfen. Dass es dabei neben Bienenstichen und Schnittwunden auch um lebensrettende Einsätze geht, erzählen die Wasserretter am Pleschinger See im Gespräch mit Tips.

Weniger als zehn Minuten können bei einem Ertrinkenden über Leben und Tod entscheiden. Wenn es im Wasser zu einem Unglück kommt, ist schnelle Hilfe wichtig. Von Mai bis September ist die Wasserrettung am Pleschinger See an den Wochenenden und Feiertagen im Einsatz. Gemeinsam mit dem Studenten Niklas Ortner und der Kindergärtnerin Sandra Mayerhofer hält Martin Haunschmidt an diesem Wochenende die Stellung. „Wichtig ist, dass man einen Ertrinkenden immer von hinten schnappt, sodass er sich nicht an einem festklammern kann. Da würde er dich selbst auch mit unter Wasser ziehen!“, erklärt der Ortsstellenleiter des Pleschinger Sees.

Ausgefallene Schwimmkurse

Der hauptberufliche Elektriker ist schon seit dem Alter von 13 Jahren bei der Wasserrettung. Mit 16 Jahren machte er den Retterschein, später auch den Wildwasserschein und den Schiffsführer. Schon einige Male hat er Badegäste in gefährlichen Situationen retten und im Winter sogar jemanden aus dem Eis ziehen müssen. Der Student Niklas Ortner weiß, dass große Aufmerksamkeit während des Dienstes gefragt ist: „Vor allem braucht es Erfahrung, um einschätzen zu können, wo es gefährlich werden könnte. Denn wenn viel los ist, kann es ganz schnell gehen.“ Als großes Problem sehen die Wasserretter die durch die Pandemie ausgefallenen Schwimmkurse. „Man merkt generell, dass immer mehr, vor allem auch schon ältere, Personen nicht schwimmen können. Das stellt für sie natürlich eine große Gefahr beim Baden dar“, meint Niklas Ortner. Neben seinem Studium ist er auch als Bademeister im Biesenfeldbad tätig. „Viele Kinder haben auch gerade erst schwimmen gelernt, bevor die Pandemie ausgebrochen ist und sind jetzt erst recht wieder unsicher im Wasser“, gibt Sandra Mayerhofer zu bedenken.

Hilfe über Notrufsäule rufen

Mehr als 700 aktive Mitglieder gibt es bei der Wasserrettung, die an den 23 Ortsstellen in Oberösterreich freiwillig im Einsatz sind. Hilfe wird unter anderem bei Schnittverletzungen durch Glasscherben oder Steine, allergische Reaktionen auf Bienenstiche, Sprungverletzungen oder Kreislaufproblemen benötigt. Für die Wasserrettung steht vor Ort ein Rettungsboot zur Verfügung. Neben Boje und Wurfseil liegt auch eine ABC-Tauchausrüstung für den Ernstfall bereit. Am Pleschinger See gibt es außerdem sieben Notrufsäulen. Wenn ein Badegast den Notruf betätigt, ertönt eine Sirene an der Ortsstelle der Wasserrettung, sodass sofort Klarheit herrscht, wo Hilfe benötigt wird. Über eine Gegensprechanlage kann vorab schon vermittelt und die Gefahr eingeschätzt werden.

Über Wasser halten

Damit beim Abkühlen an heißen Sommertagen die Gefahr eines Badeunfalls vermieden wird, bitten die Wasserretter die Badegäste, besonders auf den Eigenschutz zu achten: „Wichtig ist, nicht zu lange in der Sonne zu liegen, viel zu trinken und nach dem Essen nicht gleich in den See zu springen. Wenn jemand im Wasser Hilfe braucht, nicht selbst hinschwimmen, da sonst die Gefahr besteht, dass man mit unter Wasser gezogen wird. Hilfreicher ist es, dem Ertrinkenden einen Gegenstand zuzuwerfen, wie etwa ein Handtuch, an dem er sich festhalten und über Wasser bleiben kann.“ Mit dem Notruf 130 und über die Notrufsäulen kann die Wasserrettung verständigt werden.

Wettlauf gegen die Zeit

Die Zahl der Freiwilligen ist auch bei der Wasserrettung enorm geschrumpft. „Früher wurden die Wochenenddienste zu viert abgehalten, heute ist es schon schwierig, drei Leute zu finden, die Zeit haben. Und das ist eigentlich das Minimum an Rettern, die für einen Einsatz benötigt werden“, erzählt Martin Haunschmidt. Wer selbst auch Teil der Wasserrettung werden möchte, ob jung oder alt, ist gerne willkommen. Denn wie erst kürzlich wieder deutlich wurde, kann die Anwesenheit der Wasserrettung über Leben und Tod entscheiden. Hier kam es am Samstagnachmittag fast zu einem Unglück. Zwei Nichtschwimmer ertranken fast direkt neben dem Steg der Wasserrettung. Martin Haunschmidt, dessen Dienst gerade dem Ende zuging, griff sofort ein und zog die beiden aus dem Wasser. Fünf Minuten später wäre es vermutlich zu spät gewesen.

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