Planung für das Verkehrskonzept "Neustadtviertel" gestartet
LINZ. Seit Jahren kämpfen Anrainer im Linzer Neustadtviertel um Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen (www.tips.at/n/533266 - „Wir wollen keine Rallye-Strecke mitten durch die Innenstadt“). Ein Prozess bei dem sich Bürger, Interessenvertretungen und die Politik einbringen können soll nun eine nachhaltige Beruhigung bringen.

„Bekanntlich soll für das Neustadtviertel ein Bündel verkehrsberuhigender Maßnahmen entwickelt werden. Hierzu führt die städtische Verkehrsplanung derzeit umfangreiche Erhebungen durch“, erklärt der freiheitliche Infrastrukturreferent Markus Hein und führt zum weiteren Vorgehen aus: Eine moderne Stadt- und Verkehrsentwicklung sei nur mit einer starken Bürgerbeteiligung zu verwirklichen. Sowohl die Wirksamkeit von Lösungsvorschlägen, als auch deren Akzeptanz durch die Anwohner wächst mit jeder Möglichkeit, sich im Planungsprozess zu beteiligen. “Im Neustadtviertel einfach etwas von oben zu oktroyieren, wäre sicherlich der falsche Weg. Ich habe deshalb der ortsansässigen Bürgerinitiative, dem City-Ring, der Wirtschafts- und der Arbeiterkammer, Automobilclubs aber auch den politischen Fraktionen die Möglichkeit eingeräumt, ihre Vorschläge, Ideen und Anregungen bis zum 25. August einzumelden.“
Arbeitsgruppe für gemeinsames Vorgehen
Diese Einmeldungen sowie die Erhebungen der städtischen Verkehrsplanung bilden die Grundlagen für die weitere Tätigkeit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe. „Wir werden selbstverständlich alle Vorschläge, Anregungen und Ideen sorgfältig prüfen und hinterfragen. Mit einer Arbeitsgruppe aus Bürgern, Politik und Wirtschaft soll auf dieser Basis dann möglichst einvernehmlich ein gemeinsames weiteres Vorgehen vereinbart werden“, führt Hein weiter aus. Dazu werden entsprechende Workshops abgehalten. Übergeordnetes Ziel ist eine nachhaltige Beruhigung – insbesondere in Bezug auf die Raser- und Poserszene.
„Meine bisher sehr positiven Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung und partizipativer Stadtplanung stimmen mich auch für die Entwicklung des Neustadtviertels positiv. Gleich im Vorfeld darf ich mich deshalb bei allen Teilnehmern für die avisierte Mitarbeit bei diesem Projekt bedanken“, so Hein.
Grüne fordern andere Aufteilung für Straßenraum
„Damit sich die Situation endlich verbessert, werden wir unsere gesammelten Vorschläge nun noch einmal an den Verkehrsreferenten schicken. Zusätzlich haben wir ein Rendering von der Schuberststraße erstellt, um zu zeigen, wie einfach Straßenzüge aufgewertet werden können“, so Stadtplanungsexperte Markus Rabengruber, der für die Grünen bei der Gemeinderatswahl kandidiert. Die Vorschläge beinhalten viele Bäume, die Schatten spenden und eine gemütliche Atmosphäre zum Verweilen bieten, sowie genügend Platz für den Radverkehr und Fußgänger. „Die einfachste und kostengünstigste Maßnahme ist es, den Straßenraum anders aufzuteilen. Konkret ist es notwendig, Fahrbahnen zum Beispiel durch Begrünungen, Gehsteigverbreiterungen oder mit Hilfe zusätzlicher Verkehrsinseln zu verschmälern.“ Um mehr Platz für den Radverkehr, Bäume und zum gemütlichen Verweilen zu gewinnen, werde es aber auch notwendig, Parkplätze zu reduzieren. „Wir setzen uns dafür ein, dass Linz das Kopenhagener Modell umsetzt. Unter diesem Begriff werden in der dänischen Hauptstadt pro Jahr drei Prozent der Oberflächenstellplätze reduziert.“


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