Kein Zutritt für Ungeimpfte: Ab Montag harte 2G-Regel in Österreich

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 05.11.2021 21:28 Uhr

Ö/OÖ/NÖ. Bundesweit die 2G-Regel schon ab Montag, 8. November in allen Bereichen, wo jetzt 3G gilt – mit Ausnahme des Arbeitsplatzes: Die Bundesregierung hat nach dem Bund-Länder-Gipfel am frühen Abend harte Maßnahmen für jene angekündigt, die nicht geimpft oder genesen sind.

„Hinter den Covid-Zahlen stehen Schicksale, Familien, das Gesundheitspersonal hat es verdient, dass wir alles tun – die Lage ist ernst, die Dynamik ist außergewöhnlich“, so Bundeskanzler Alexander Schallenberg zur aktuellen Corona-Entwicklung in Österreich.

Am Freitag wurden 9.388 positive Tests eingemeldet, binnen Wochenfrist 100 zusätzliche Intensivbetten belegt, auf Normalstationen gab es ein Plus von 40 Prozent im Wochenvergleich - führt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein aus. Er verweist darauf, dass es aber nicht nur um die Spitäler, sondern auch um Schulen, Arbeitsplätze, Kunst, Kultur, Sport und Tourismus gehe. „Wir sitzen alle im gleichen Boot, eine Bitte: Hören wir auf mit dieser augenzwinkernden Wurschtigkeit. Es ist ernst. Schauen wir aufeinander.“

Beschlossen wurde, den Stufenplan zu beschleunigen und Maßnahmen vorzuziehen, die Maßnahmen seien fast einstimmig beschlossen worden, würden auf breiter Basis von den Bundesländern mitgetragen.

Ab Montag, 8. November gilt:

3G-Regel wird zu 2G

  • Ab Montag gilt eine scharfe 2G-Regel wo bislang 3G galt: Gastronomie, Hotellerie, Kultur, körpernahe Dienstleister wie Friseure, Sport, Freizeiteinrichtungen, für Besucher von Spitälern und Alten- und Pflegeheimen sowie Zusammenkünfte ab 25 Personen - unabhängig, ob es einen fixen Sitzplatz gibt.
  • Antikörpertests sind nicht mehr für 3G oder 2G gültig.
  • Für jene, die einmal geimpft sind, gilt eine Einschleifregel: Vier Wochen lang haben sie mit zusätzlichem PCR-Test Zugang zu 2G-Bereichen.

„Das gilt als Anreiz, dass Menschen impfen gehen. Wir müssen nach oben mit der Impfung und die Zügel für die Ungeimpften straffer ziehen“, so Schallenberg. „Keiner will die Bevölkerung spalten, es ist unsere Verantwortung, die Menschen im Land zu schützen und kommen dieser Verantwortung nach - auch im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest und die Wintersaison, die für uns als Tourismusland wichtig ist. Wir stehen alle und jeder Einzelne vor gemeinsamen gesellschaftlichen Herausforderungen, keiner kann sich aus der Verantwortung ziehen und jeder hat es in der Hand, sich zu schützen. Die Corona-Impfung ist quasi unser Sicherheitsgurt und Schutzhelm gegen das Virus.“

  • Ausnahmen werde es für Kinder bis 12 geben, bei ihnen gelte der Ninja-Pass, „für die Jugend ab zwölf Jahren werden wir eine gute Lösung finden“, so Mückstein. Außerdem werde es natürlich Ausnahmen für jene geben, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

3G am Arbeitsplatz bleibt

Am Arbeitsplatz bleibt die vor kurzem eingeführte 3G-Regel bestehen, mit Übergangsfrist bis 14. November. Diese gilt auch etwa für Beschäftigte in der Gastro. Schallenberg: „Für die Besucher ist das Freizeit, sie gehen freiwillig ins Gasthaus, ins Kino - das ist das eine. Das andere ist der Verdienst des Lebensunterhaltes, das ist ein wesentlicher Unterschied“, begründet er.

„Grüner Pass“ nur mehr neun Monate gültig

Um die sogenannte „Booster-Impfung“ zu forcieren, wird die Impfung im „Grünen Pass“ künftig nur mehr neun Monate gültig sein (bislang ein Jahr). Die ursprünglich als Einmal-Immunisierung angelegte Impfung von Johnson&Johnson gilt nur noch bis 3. Jänner für den „Grünen Pass“, wenn nicht nachgeimpft wurde.

FPP2-Pflicht überall zurück

Überall wo Maskenpflicht gilt, muss FFP2-Maske getragen werden, die Maskenpflicht wird bundesweit auf den gesamten Handel, aber auch Museen, Bibliotheken für alle ausgeweitet.

Hochrisikoerlass wird ausgesetzt

Wie Minister Mückstein ankündigte, wird ab Montag auch der Hochrisikoerlass, mit dem regionale Ausreisekontrollen in Kraft treten, ausgesetzt um Ressourcen der Exekutive freizumachen.

Platter und Kaiser kritisierten FPÖ-Chef Kickl

Tirols Landeshauptmann Günther Platter verweist auf die nun hergestellten bundeseinheitlichen Maßnahmen, „wir hatten einen Fleckerlteppich, wo sich keiner mehr ausgekannt hat.“ Die Impfung ist für ihn „moralische Verpflichtung“, beim dritten Stich müsse Gas gegeben werden. 

Er macht sich Sorgen um die Entwicklungen in der Bevölkerung - verweist auf Übergriffe auf medizinisches Personal. „Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen, aber überzeugen, dass die Impfung dringend notwendig ist. Ich habe kein Verständnis, wenn Politiker in dieser Situation polarisieren“, kritisiert er - wie auch Landeshauptmann Peter Kaiser, FPÖ-Chef Herbert Kickl.

Wagner: Ungeimpfte werden sich infizieren

Oswald Wagner von der MedUni Wien: „Wir müssen akzeptieren, dass sich fast alle Österreicher, die sich nicht impfen lassen, in diesem Winter bis in das Frühjahr mit dem Virus infizieren werden – eine Entscheidung, die jeder selbst trifft.“ Alle Ärzte und Experten, die er vertreten dürfe, würden die Verschärfungen ausdrücklich begrüßen.

Bei Impfdurchbrüchen verweist er auf Israel: „Da gab es dasselbe Phänomen - eine Welle nach einem bestimmten Abstand zur Erstimpfung. Diese wurde ausschließlich durch die dritte Impfung gebremst oder gebrochen. Ich ersuche alle, der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums Folge zu leisten und sich den dritten Stich rechtzeitig abzuholen.“

Bei den Ungeimpften sieht Wagner zwei Gruppen, eine davon werde man nicht mehr erreichen, berichtet er von „schrecklichen Meldungen in Gesprächen: Frauen, die glauben, dass durch die Impfung Unfruchtbarkeit induziert sei - das ist eindeutig falsch. Man kann das aber Menschen, die diesen Mythos glauben, nicht mehr ausreden; oder dass ein Chip implantiert wird - das ist auch völlig falsch.“

Die zweite Gruppe - jene, die noch ein wenig Sorge haben, bittet er: „Tun sie uns allen den Gefallen und besuchen sie einen Hausarzt oder Arzt in einer Impfstraße und führen ein Gespräch, bei dem sie sich darüber informieren lassen, was die Impfung kann, wie sie wirkt und wie sie schützt. Und fällen sie dann eine bewusste Entscheidung.“

Stufenplan „keine Einbahnstraße“

Kanzler Schallenberg versicherte angesichts der Verschärfungen, dass der Stufenplan „keine Einbahnstraße“ ist. „Wenn Maßnahmen nicht mehr nötig sind, werden sie umgehend zurückgenommen.“ Und: „Für mich ist ganz klar – ein Lockdown genereller Natur, so wie wir ihn gehabt haben, werden wir mit allen uns gebotenen Mitteln verhindern“, das sei aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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Kommentare

  1. Fritz B.
    Fritz B.05.11.2021 22:24 Uhr

    Impfgegner - diese furchtbare bescheuerte "Unterwelt" - Die Ungeimpften und wir aussätzigen Geimpften Sie pochen auf so genannte Grund- und Freiheitsrechte. Sie brüsten sich mit ihrer subjektiv vermeintlichen Gesundheit und Widerstandskraft. Sie behandeln uns Geimpfte, wie Aussätzige. Wir Geimpfte seien die Verantwortlichen für das Dilemma laut deren Postings. Dabei erzwingen die nicht Geimpften mit ihren unwissenschaftlichen emotionalen Argumenten politisch morbide Koalitionen, zerlegen Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Sie nehmen nicht Bedacht auf die Ursprungsidee und die Motive eines organisierten solidarischen Staatswesens. Sie treiben einen multidimensionalen Spaltkeil durch die Gesellschaft, durch Familien, durch Verwandtschaften, durch Freundschaften, durch Betriebe, durchs Parlament, durch Landesregierungen. Auf den Intensivstationen verzweifeln Ärzte, Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen, … , wegen totaler Überlastung mit infizierten Impfverweigerern. Das geht jetzt das 2. Jahr atemlos so dahin. Das Virus grinst sich eines, jongliert mit grausamen Mutationen, und hüpft durch impf-ideologisch getrennte Familien, von Event zu Event, von Party zu Party. Bei einem 9 Millionenvolk und 40% Nichtgeimpften freut es sich über den riesigen Futtertrog. Irgendwann und irgendwo kommen alle dran! Wie es ausgehen wird, weiß mann/frau vorher nicht! Die Gesellschaft spaltet sich, in Geimpfte und Nicht Geimpfte. Wie es ausgehen wird, weiß auch kein Virologe, kein Arzt, kein Soziologe, auch nicht die FP- und die MFG-Wähler! Dabei läge die Lösung bereit. Die Impfstofflager sind voll. Der grausliche Spuk könnte schon lange vorbei sein.



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