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LINZ. Oberösterreichs Kulturszene hat eine prägende Persönlichkeit verloren: Wilfried Steiner, langjähriger künstlerischer Leiter im Linzer Posthof, ist am 17. Februar nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. 

Wilfried Steiner hat die Kulturszene in Oberösterreich maßgeblich mitgeprägt. (Foto: Volker Weihbold)

Mit großer Bestürzung gab der Posthof den Tod seines langjährigen Kollegen bekannt. „Willi, dieser große, starke Mann, widmete sein Leben der Literatur. Als Schriftsteller schuf er spannende, eindringliche und vielschichtige Werke, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Seit 1999 und bis zu seiner Pensionierung Ende 2025 war er künstlerischer Leiter der Sparten Tanz, Theater, Kleinkunst und Literatur im Posthof. Mit unermüdlicher Neugier und Leidenschaft hat er hier nicht nur der Literatur ein prägendes Zuhause gegeben. Auch neue Entwicklungen wie zeitgenössischen Tanz, Improtheater oder internationale Comedy erkannte er früh und förderte sie als einer der ersten in Österreich mit großer Überzeugung. Als Kolleg:innen und Freund:innen verlieren wir mit ihm einen feinsinnigen Zuhörer, einen aufrichtigen Ratgeber und unbeugsamen Mitstreiter.“

Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Mit Wilfried Steiner verliert Oberösterreich eine prägende Persönlichkeit der Kulturszene. Über Jahrzehnte hinweg hat er den Posthof mit großem Engagement, künstlerischem Gespür und internationaler Offenheit maßgeblich mitgestaltet und zu einem weit über die Landesgrenzen hinaus anerkannten Kulturzentrum entwickelt. Sein Wirken wird in der oberösterreichischen Kulturlandschaft dauerhaft sichtbar bleiben.“

Bürgermeister Dietmar Prammer: „Wilfried Steiner war nicht nur ein herausragenden Kulturmanager, sondern eine unverwechselbare literarische Stimme und ein leidenschaftlicher Ermöglicher. Er hat den Linzer Posthof über Jahrzehnte hinweg mit Weitblick, Mut und einem feinen Gespür für Qualität geprägt. Für viele Künstler*innen war er Türöffner und Unterstützer, für das Publikum unverwechselbarer Gastgeber der besonderen Posthof-Abende. Als Schriftsteller schuf er eindringliche, vielschichtige Werke, die berührten und zum Nachdenken anregten – ausgezeichnet und weit über Linz hinaus geschätzt. Seine Offenheit für Neues, sein Engagement, seine Handschrift und sein Interesse am Menschen werden mit dem kulturellen Profil unserer Stadt nachhaltig verbunden bleiben. Linz verneigt sich in Dankbarkeit.“

Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer: „Mit Wilfried Steiner verliert Linz einen prägenden Gestalter der Linzer Kulturlandschaft, der viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen hat. Mit großer Leidenschaft und einem feinen Gespür für Qualität holte er internationale Tanzkompanien, herausragende Schriftsteller*innen, Schauspieler*innen sowie Kabarettist*innen nach Linz und eröffnete dem Publikum über alle Generationen hinweg neue Perspektiven und Räume für internationalen und kulturellen Höchstgenuss. Aber auch die Förderung der lokalen Kulturszene mit Improtheater, Comedy oder zeitgenössischem Tanz lag ihm immer sehr am Herzen. Wilfried Steiner hat Linz kulturell reicher gemacht – als Autor, als Kurator und als inspirierender Wegbegleiter.“

Wilfried Steiner wurde am 18. Dezember 1960 in Linz geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Amerikanistik an der Universität Salzburg und promovierte 1990 über die Vorläufer der literarischen Moderne. Seit den späten 1970er-Jahren veröffentlichte er literarische Texte in namhaften Zeitschriften und entwickelte ein vielschichtiges Werk aus Prosa, Lyrik und Theaterstücken. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien begleiteten sein literarisches Schaffen. Als Teilnehmer des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und als Mitglied der Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung war er fest in der österreichischen Literaturlandschaft verankert.

Von 1999 bis zu seiner Pensionierung Ende 2025 leitete er am Posthof die Bereiche Tanz, Theater, Kleinkunst und Literatur. In dieser Funktion stärkte er die Literatur als feste Größe im Haus und öffnete zugleich Räume für zeitgenössischen Tanz, Improtheater und internationale Comedy. Sein Wirken war von inhaltlicher Qualität, Neugier und dem Anspruch geprägt, künstlerische Entwicklungen früh zu erkennen und ihnen eine Bühne zu geben.


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