Illegaler Prostitutionsfall in Linz-Kleinmünchen aufgedeckt – Minderjährige anwesend
LINZ. (Update) In Linz-Kleinmünchen ist vergangene Woche ein Fall von illegaler Prostitution aufgedeckt worden. Besonders erschütternd: In der betroffenen Wohnung hielten sich auch drei Minderjährige auf. Update: Der ursprüngliche Artikel wurde um viele Aspekte erweitert.

Ins Rollen gebracht wurde der Fall in Linz-Kleinmünchen durch eine aufmerksame Nachbarin. Sie meldete der Polizei, dass in einem Mietshaus regelmäßig fremde Männer ein und aus gingen. Zusätzlich stießen die Behörden auf ein Online-Inserat, das auf illegale Prostitution hindeutete. Daraufhin nahm der städtische Erhebungsdienst der Stadt Linz Ermittlungen auf.
Erwachsene und Minderjährige
In enger Zusammenarbeit mit dem Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Linz kam es schließlich zu einem koordinierten Zugriff. In der Wohnung trafen die Einsatzkräfte drei erwachsene Personen sowie drei Minderjährige im Alter von fünf, 13 und 17 Jahren an. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wurden sexuelle Handlungen in Anwesenheit der Kinder durchgeführt.
Die Kinder- und Jugendhilfe war in den Einsatz eingebunden und setzte umgehend Maßnahmen zum Schutz der Minderjährigen.
Schutz von Kindern
Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) betont die Bedeutung konsequenter Kontrollen: „Wenn Minderjährige betroffen sind, ist für uns klar: Der Schutz von Kindern steht an erster Stelle. Hier darf es keinerlei Toleranz geben.“ Die Stadt Linz appelliert an die Bevölkerung, bei Verdachtsmomenten nicht wegzusehen. Dass Kinder bei den illegalen Praktiken vor Ort seien, komme aber selten vor, wie die Stadt berichtet. Dies belaufe sich auf ein bis zwei Fälle pro Jahr.
47 illegale Bordelle
Im Vorjahr wurden in Linz 47 illegale Bordelle aufgedeckt, heißt es beim Magistrat im Gespräch mit Tips. Der Begriff „Bordell“ bezieht sich dabei meist auf Wohnungen, in denen Damen ihre Dienste anbieten. Oft über Online-Inserate.
Zehn legale Etablissements in Linz
Doch in der Landeshauptstadt gibt es auch einen legalen Rahmen für das Gewerbe. Insgesamt gibt es zehn legale Bordelle. Der Großteil davon sind Laufhäuser, „klassische“ Bordelle sind dagegen Mangelware.
Nach Urlaub vor verschlossenen Türen
Die Praxis, dass sich Personen, die in der Sexarbeit tätig sind, in privaten Zimmern zur Verfügung stellen, führt auch zu kuriosen Situationen: Vermieter, die über die Plattform Airbnb ihre Wohnung über das Wochenende Fremden überlassen haben, stehen nach der Rückkehr von ihrem Kurzurlaub schon mal vor einer verschlossenen Tür, weil die Wohnung als illegales Bordell versiegelt wurde, wird berichtet. Für die Freier hat die Inanspruchnahme der Tätigkeiten grundsätzlich keine Konsequenzen, nur für die Anbieterinnen gibt es ein nicht geplantes Nachspiel.
Corona als Treiber
Dass sich Sexarbeit zusehends in private Gemächer verlagert hat, daran hat auch die Corona-Pandemie samt ihrer Einschränkungen ihren Anteil. Offiziell gab es nach Ausbruch der Coronakrise 2020 keine Angebote, Nachfrage allerdings schon. So fanden sich die Sexarbeiterinnen und Freier über Internetforen.
Razzia im Vorjahr
Erst im Herbst vergangenen Jahres gelang der Stadt und der Polizei ein größerer Schlag gegen das illegale Treiben in Linz. Nach intensiver Ermittlungsarbeit konnten vier Unterkünfte im Linzer Stadtgebiet identifiziert werden, in denen der dringende Verdacht auf illegale Prostitutionsaktivitäten bestand. Anlaufstelle für Personen, die in der Sexarbeit tätig sind oder waren, ist die Caritas Beratungsstelle „Lena“ in Linz. Sie bietet Beratung, Unterstützung und Begleitung.
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