„Das perfekte Foto fängt die Stimmung so ein, dass man meint, dort gewesen zu sein“
LINZ. In ihrem Buch „Musik durch die Linse“ nehmen Christoph Leeb und Andreas Wörister mit auf eine fotografische Reise durch mehr als zehn Jahre Linzer Musik- und Kulturszene.

Mit mehr als 200 Konzertfotos auf 160 Seiten – das erste Foto stammt aus 2010 – bietet sich das Buch als Pflichtwerk für alle Musikinteressierten in und außerhalb von Linz an. Ergänzend erzählen die beiden die Historien der verschiedenen Locations wie Posthof, Kapu und Stadtwerkstatt und „mit einem Augenzwinkern, was wir mit diesen Häusern verbinden“, so Christoph Leeb.
In der Szene kennt man die beiden. Für den Verein subtext.at gehen sie in Locations wie dem Posthof ein und aus, um über Veranstaltungen zu berichten, ebenso im röda in Steyr oder im Schlachthaus in Wels. Die Idee, ihr Wissen und Material an zehntausenden Fotos in ein Buch zu verwandeln, schwirrte schon länger herum, „aber die Zeitressource hat gefehlt“, erzählt der 32-jährige Linzer – bis Corona kam und damit viel Zeit für jemanden, der ansonsten auf 80 bis 100 Konzerten im Jahr anzutreffen ist.
Nicht ohne ihre Kameras
Das wichtigste Utensil, wenn die beiden losziehen, sind ihre Kameras. „Ich glaube, ich war in meinem Leben auf nicht einmal zehn Konzerten ohne Kamera“, lacht Christoph Leeb, der bei subtext Obmann und Chef über das Musikressort ist. Von einem perfekten Foto hat der 32-Jährige eine klare Vorstellung: „Das perfekte Foto fängt die Stimmung von einem Konzert so ein, dass man meint, dort gewesen zu sein.“ Dabei gilt stets, sich nicht wichtiger zu nehmen als das Publikum. „Es ist eine Kunst zu fotografieren, ohne aufzufallen. Wir sind bei den Konzerten nur die Nebendarsteller.“
Weil nur die ersten drei Nummern pro Act fotografiert werden, bleibt auch genügend Zeit, das Konzert selbst zu genießen. „Ich persönlich, aber ich glaube ich kann da auch für Andreas sprechen, hefte mir an die Fahnen, dass ich jedes Genre gerne höre, auch live, also bis auf Schlager“, lacht Leeb, „wir sind auch immer offen für neue Sachen, vom Popkonzert bis zum Undergroundpunkschuppen machen wir alles.“
Gewöhnungsbedürftig war dann aber doch das erste Konzert nach dem Lockdown: „folkshilfe hat im Posthof gespielt. Das Bild, gleichzeitig das letzte Foto aus dem Posthof im Buch, zeigt diese absurde Realität von einem mit 100 Leuten ausverkauften Sitzplatz-Konzert im Posthof.“


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